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MÜNCHEN (awp international) - Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 könnte den Verkauf seiner Sender in den Niederlanden und Holland rasch über die Bühne bringen. Mit dem finnischen Medienkonzern Sanoma wagte sich am Freitag erstmals ein Bieter für das Benelux-Geschäft der Münchner aus der Deckung und erklärte sein Interesse an einer Übernahme. Sanoma gilt in Branchenkreisen als geeigneter Kandidat für den Deal. Daneben dürfte es aber auch weitere Bieter geben, Namen sind nicht bekannt. Die ProSiebenSat.1-Aktie legte im Tagesverlauf um 1,83 Prozent auf 19,47 Euro zu.
Ein entsprechendes Angebot sei am Freitag eingereicht worden, erklärte Sanoma in einer kurzen Mitteilung. Dem Vernehmen nach endete am gleichen Tag auch die Frist für mögliche Gebote. ProSiebenSat.1 prüft seit einiger Zeit den Verkauf der Sender der früheren Sendergruppe SBS in der Benelux-Region und in Skandinavien. Die Münchner Sendergruppe wollte sich zu dem Thema aber nicht äussern.
Berichten zufolge bieten die Finnen unter anderem mit dem Medienunternehmen des niederländischen TV-Machers John de Mol. Zum Auslandsgeschäft von ProSiebenSat.1 gehören in Belgien die Sender VT4 und VIJFtv. In Holland sind es SBS6, Net5 und Veronica-TV sowie die Zeitschriften "Totaal TV Magazine" und "Veronica Magazin". Wie viel Sanoma dafür auf den Tisch legt, gaben die Finnen nicht bekannt. Der Medienkonzern machte im vergangenen Jahr 2,8 Milliarden Euro Umsatz.
ProSiebenSat.1 - von den Finanzinvestoren KKR und Permira kontrolliert - hatte 2007 die Senderkette SBS übernommen. Den 3,3 Milliarden Euro schweren Kauf hatten die Münchner komplett über Kredite finanziert und leiden seither unter einem hohen Schuldenberg. Die Frist für die Gebotsabgabe für die skandinavischen Sender endet dem Vernehmen nach in einer Woche. Branchenkreisen zufolge könnte eine Entscheidung danach relativ schnell fallen.
ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling hatte zuletzt angekündigt, alle strategischen Möglichkeiten für die Geschäfte in den Niederlanden, Belgien und Nordeuropa ergebnisoffen zu prüfen. Er erwartete jüngst eine Entscheidung noch im zweiten Quartal 2011. Über einen Verkauf der Sender wird seit längerem spekuliert.
Genauso wird über die Zukunft von ProSiebenSat.1 spekuliert. KKR und Permira könnten sich noch in diesem Jahr von der Sendergruppe trennen wollen, heisst es. Als eine wahrscheinliche Möglichkeit gilt ein kompletter Börsengang des Konzerns. Vor diesem Schritt könnte sich die Senderfamilie durch den Verkauf von Auslandssendern von einem Teil seiner Schulden befreien, um so attraktiver zu werden.
Ebeling hatte den Konzern in den vergangenen zwei Jahren kräftig umgekrempelt. Alle deutschen Sender zogen nach München, der Manager verordnete dem Unternehmen ein Sparprogramm. Dank der wieder sprudelnden Werbeeinnahmen und des Umbaus verdoppelten die Münchner 2010 den Gewinn und zahlten nach zwei Jahren wieder eine Dividende. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz gut 3 Milliarden Euro./sbr/DP/stw

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