Fit-Verkauf für Winterthur

Credit Suisse-Tochter Winterthur hat ein eigenes Kind - gewinnbringend - verkauft. Keystone Archive

Die Winterthur-Versicherung verkauft die britische Versicherung Churchill für 2,4 Mrd. Franken an die Royal Bank of Scotland.

Dieser Inhalt wurde am 11. Juni 2003 - 17:59 publiziert

Damit soll der schlingernden Credit Suisse-Tochter finanzieller Spielraum verschafft werden.

In einem Communiqué vom Mittwoch freut sich Oswald J. Grübel, Co-CEO der Credit Suisse Group (CSG) über den Vertragsabschluss, der wegen des "attraktiven Kaufangebots" zu Stande gekommen war.

"Die Transaktion bietet der Winterthur grössere finanzielle Flexibilität in der Umsetzung ihrer Strategie, qualitativ zu wachsen, und stärkt ihre Kapitalbasis."

Der Verkaufspreis von 2,4 Mrd. Franken wird der Winterthur in bar überwiesen. Die CSG, hinter der UBS die zweitgrösste Schweizer Bank, erhält zudem Darlehen in der Höhe von 217 Mio. Franken zurück.

Eigenes Kind verkauft

Die Churchill war von der Winterthur im Jahr 1989 noch vor der Fusion mit der CSG selber aufgebaut worden. Für das vergangene Jahr wies sie einen operativen Gewinn vor Steuern von 186 Mio. Franken aus.

Laut dem neuen Winterthur-Chef Leonhard Fischer arbeitete die Gesellschaft zwar sehr erfolgreich, auf Grund ihres eigenen Marktauftrittes und des separaten Geschäftsmodells habe man sich aber zum Verkauf entschlossen.

Die Börsianer freut's

Analysten begrüssten den Deal. Der Verkauf erfolge zu attraktiven Konditionen und unterstreiche die Handlungsfähigkeit des neuen Managements, sagte Peter Thorne, Analyst bei der Bank Pictet.

Nach den Gerüchten in den vergangenen Tagen hatte die Börse den Verkauf aber bereits vorweggenommen: Die CSG-Aktie verharrte auf dem Niveau des Vortages knapp unter 39 Franken.

Behörden müssen noch einwilligen

Die Transaktion muss noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden und soll im dritten Quartal des laufenden Jahres abgeschlossen werden. Die Winterthur erwartet dadurch zu diesem Zeitpunkt einen signifikanten Kapitalgewinn.

Die Winterthur hatte letztes Jahr bei einem statutarischen Verlust von 415 Mio. Franken auf Konzernebene einen Verlust von 2,1 Mrd. Franken verursacht.

Das Mutterhaus hatte die angeschlagene Kapitalbasis der Versicherungs-Tochter mit insgesamt 1,7 Mrd. Franken stärken müssen. Im ersten Quartal 2003 kehrte die Winterthur wieder in die schwarzen Zahlen zurück und schrieb einen operativen Gewinn von 203 Mio. Franken.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die CSG-Tochter Winterthur Versicherung verkauft den Nichtlebens-Versicherer Churchill an die Royal Bank of Scotland.

Der Verkaufspreis beträgt 2,4 Mrd. Franken in bar. Die CSG erhält zudem Darlehen in der Höhe von 217 Mio. Franken zurück.

Analysten werten den Verkauf als Zeichen, dass das Management der schlingernden Winterthur Entscheidungen fällen kann.

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