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Flaute im Schweizer Wirtschafts-Hafen vorbei

Die Exporte, auch via Rheinhafen in Basel, waren der Motor zum BIP-Wachstum im 3. Quartal.

(picswiss.ch)

Die Schweizer Wirtschaft ist im dritten Quartal 2003 zum ersten Mal seit einem Jahr wieder gewachsen - um 1%.

Im kommenden Jahr rechnet das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) sogar mit einer Beschleunigung des Wachstums.

Trotz des Wachstums des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) gegenüber dem 2. Quartal um 1,0% liegt es immer noch um 0,6% unter dem Stand des Vorjahresquartals. Die BIP-Entwicklung im dritten Quartal entspricht insgesamt den Erwartungen der Ökonomen und der Schweizerischen Nationalbank (SNB).

Motor Exportwirtschaft und Investitionen

Die Schweizer Wirtschaft dürfte laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) vom Schwung der Weltwirtschaft und dem gegenüber dem Franken festeren Euro profitiert haben. Wichtigster Wachstumstreiber waren die Exporte, die gegenüber dem Vorquartal 5,2% zulegten und damit im Vergleich zu den 0,3% im Vorquartal beträchtlich an Tempo gewannen.

Im gleichen Tempo zogen die realen Investitionen an, die sich um 2,9% erhöhten, nachdem sie im Quartal davor noch um 3,2% gesunken waren. Der Konsum entwickelte sich im Berichtsquartal mit einem Plus von 1,5% etwa gleich wie im Vorquartal.

Konkret stellt das seco für den Bankensektor eine merkliche Aufhellung der Geschäftslage fest. In den grossen Branchen des Dienstleistungsbereichs seien die Aussichten aber kaum besser. Im Projektierungssektor und im Baugewerbe hätten sich ausserdem die Aussichten nochmals etwas verdüstert.

2004 deutlicherer Schub erwartet

Das seco erklärte weiter, es könne damit gerechnet werden, dass das BIP auch im vierten Quartal etwas zulegen werde. Für das ganze Jahr 2003 dürfte aber gesamthaft immer noch ein leichter Rückgang zu erwarten sein.

Für 2004 erwartet seco-Chefökonom Aymo Brunetti dagegen eine Rückkehr zu deutlicherem Wirtschafts-Wachstum in der Schweiz im Umfang. "Wir bleiben bei der Prognose von 1,5% im nächsten Jahr", sagte Brunetti. Es dürfe aber nicht zu einer Frankenaufwertung kommen, sagte er weiter. Und die Konjunkturentwicklung im Ausland spiele eine wichtige Rolle. Aber das seco sei da relativ zuversichtlich.

Gemischte Reaktion

Ökonomen aus Banken und Verbänden haben auf die jüngsten Daten des Bundes zum Wirtschaftswachstum in der Schweiz erfreut bis enttäuscht reagiert.

Als sehr erfreulich bezeichnete der Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), Serge Gaillard, den Quartalsbericht zum BIP-Wachstum. Vor allem der Zuwachs bei den Ausrüstungsinvestitionen liesse die Chancen steigen, dass die Schweiz die Konjunkturwende geschafft habe.

Die Schweizer Konjunktur hinkt nicht hinter der Europäischen Union (EU) her. Dank sensationell angestiegenen Exporten im dritten Quartal verläuft die Wirtschaftsentwicklung synchron zur EU, sagte der sagt der Chefökonom der Zürcher Privatbank Julius Bär, Janwillem Acket.

Wenig überrascht zeigte sich Credit-Suisse-Ökonom Ueli Braun. Im Vergleich zum Vorquartal liessen sich die Daten als Zeichen für den Aufschwung deuten.

Misstrauen

Positiv an den BIP-Zahlen sei der Umschwung bei den Ausrüstungsinvestitionen, sagte Andreas Höfert, Ökonom bei der Grossbank UBS. Insgesamt seien die Erwartungen angesichts der positiven Vorlaufindikatoren aber enttäuscht worden. "Die Frage ist, ob sich die Schweiz aus eigener Kraft aus der Flaute ziehen kann", sagte Höfert.

Optimistische OECD-Prognose,...

Die 30 wichtigsten Industriestaaten werden 2004 ihr Bruttoinlandprodukt (BIP) im Durchschnitt um 3,0% steigern, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem jüngsten Konjunkturbericht prognostizierte. 2005 werde das Plus weitere 3,1% betragen.

Wachstumslokomotive ist einmal mehr die grösste Volkswirtschaft der Welt: Die USA werden laut OECD um 4,2% 2004 und 3,8% 2005 zulegen. Auf die grössten Wachstumsraten freuen dürften sich gemäss Prognose die Slowakei (4,2 und 4,4%), Korea (4,7 und 5,5%) sowie die Türkei (4,9 und 5,4%).

...aber nicht für die Schweiz

Am anderen Ende befindet sich weiterhin die Schweiz. Ihre Wirtschaft dürfte im nächsten Jahr laut OECD nur um 1,3% wachsen. Von den 30 erfassten Industriestaaten werden einzig die Niederlande mit 1,0 Prozent tiefer eingestuft. Und 2005 rangiert die Schweiz mit 1,8 Prozent BIP-Wachstum zusammen mit Japan ganz am Tabellenende.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Das reale Bruttosozialprodukt (BIP) nahm im 3. Quartal um 1% zu gegenüber dem Vorquartal.

Von Juli bis September haben die Exporte mit einem Plus von 5,2% am meisten zugelegt.

Grosses Tempo haben auch die Investitionen mit einem Wachstum von 2,9% angeschlagen (gegenüber einem Minus von 3,7% im 3.Quartal 2002).

Mit +1,5% hat der Konsum der privaten Haushalte stagniert.

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