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Fleisch in der Krise - Bell reorganisiert

Die Schweizer Fleischindustrie leidet unter dem BSE-Skandal, veränderten Essbedürfnissen und einer miserablen Grillsaison. Die Reorganisation von Bell, einem der grössten Fleischproduzenten, ist symptomatisch für steigenden Margendruck und Kampf um Markta

Dieser Inhalt wurde am 27. Dezember 2000 - 12:51 publiziert

Fast 40'000 Tonnen Fleisch und 10'000 Tonnen Geflügel produzieren die Metzger der Basler Bell, deren Hauptaktionär mit 60 Prozent Anteil der Grossverteiler Coop ist. In der ersten Hälfte 2000 erwirtschaftete Bell einen Gewinn von über 11 Mio. Franken. Soviel wird es im zweiten Halbjahr nicht werden, Bell, musste die Gewinnerwartungen reduzieren. Deshalb steht jetzt eine Reorganisation an. Diese wurde am Mittwoch (27.12.) bekannt gegeben.

Entlassungen wird die Reorganisation keine bringen. Lediglich innerhalb der Leitung würden die Geschäftsfelder neu verteilt, sagte Adolf Fritschi, Vorsitzender der Geschäftsleitung gegenüber swissinfo. Laut Communiqué werden die Kernprozesse in den Geschäftsbereichen Frischfleisch, Charcute-rie/Traiteur, Handel und Geflügel gebündelt. Das soll Doppelspurigkeiten eliminieren. Laut Fritschi geht es dabei vor allem um Harmonisierung der Schlachtung, damit weniger Tierteile zur Weiterverarbeitung von einem Betrieb zum andern transportiert werden müssen.

Fleisch in der Krise

Die Massnahmen mit denen Bell rationalisieren will, sind symptomatisch für den ganzen Schweizer Fleischmarkt. Dieser steckt in einer schwierigen Situation: Einerseits sei der einheimische Markt sehr eng und der Verdrängungswettbewerb um die Konsumentinnen und Konsumenten werde immer härter, sagt Bell-Mann Fritschi. "Der Fleischkonsum ist langfristig abnehmend, die Verbrauchsgewohnheiten haben sich verändert." Nur schon das Aufkommen der mediterranen Küche - Pasta und Pizza - habe den Fleischkonsum erheblich gedämpft. In diesem Jahr sei noch eine witterungsbedingte schlechte Grillsaison dazugekommen. Zudem hätten die hohen Schlachtvieh-Preise nur sehr spät auf das Endprodukt geschlagen werden können, erklärt Fritschi den Einbruch.

In den letzten Wochen zeitigte auch das europaweite BSE-Debakel Auswirkungen: Die Rindfleisch-Nachfrage brach dramatisch ein. Bell hat, zusammen mit den Grossverteilern, reagiert und will ab Januar umfassende BSE-Tests durchführen. Der Bell-Manager erwartet jedoch keine langfristigen Auswirkungen: "Ich rechne fest damit, dass Fleisch-Essende wieder aufs Rindfleisch zurückkommen."

Philippe Kropf

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