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Flugzeugabsturz vor Libyen: Von den 41 Insassen kamen vermutlich 23 ums Leben

Beim Absturz eines Schweizer Privatflugzeugs vor der Küste Libyens sind am Donnerstag (13.01.) wahrscheinlich 23 Menschen ums Leben gekommen. 17 Leichen konnten geborgen werden, sechs Personen werden noch vermisst. 18 Menschen haben den Unfall überlebt.

Dieser Inhalt wurde am 14. Januar 2000 - 10:08 publiziert

Bei dem Absturz eines Schweizer Privatflugzeugs vor der Küste Libyens sind am Donnerstag (13.01.) wahrscheinlich 23 Menschen ums Leben gekommen. 17 Leichen konnten geborgen werden, sechs Personen werden noch vermisst. 18 Menschen haben den Unfall überlebt. Darunter die beiden libyschen Piloten, wie das Eidgenössische Departement für Umelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) am Freitag (14.01.) bekanntgab.

An Bord der Unglücksmaschine befanden sich 13 Briten, wie das britische Aussenministerium in London erklärte. Wieviele Briten unter den Opfern sind, konnte das Ministerium noch nicht sagen.

Nach Angaben des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA) waren wahrscheinlich keine Schweizer an Bord. Informationen zur Nationalität der Opfer lagen bis Freitagmorgen keine vor. An Bord befanden sich neben den Briten inoffiziellen Angaben zufolge 16 Libyer, zwei Kanadier, drei Inder, drei Kroaten, drei Personen aus den Philippinen und ein Pakistaner.

Unfallursache unbekannt

An Bord waren 38 Passagiere, zwei Piloten und ein Flight Attendant, wie das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr und Kommunikation (Uvek) mitteilte. Das Flugzeug der Firma Avisto aus Oberglatt ZH war auf einem Inlandflug von der libyschen Hauptstadt Tripolis zum Ölfeld Marsa al-Brega, als es um 14.30 Uhr Ortszeit am Donnerstag ins Mittelmeer stürzte.

Zuvor hatte der Pilot den Ausfall beider Triebwerke gemeldet und erklärt, er versuche eine Notwasserung. Die Maschine berührte daraufhin kurz vor der Küste das Wasser und versank im Meer. Warum die Triebwerke aussetzten, ist vorerst unklar.

Beim abgestürzten Flugzeug handelt es sich laut Avisto-Angaben um eine Maschine des Typs Shorts SD3-60-300 (Bild), die 1989 gebaut wurde. Das etwa 40-plätzige Flugzeug mit der Immatrikualtion HB-AAM hat zwei Propellertriebwerke, wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) mitteilte.

Die Unglücksmaschine war nach Angaben von Avisto-Sprecher Edgar Meyer seit 1991 in Libyen im Einsatz. Sie flog für die Sirte Oil Company. “Es hat mit dieser Maschine nie einen Zwischenfall gegeben”, sagte er.

Die Shorts wurde in Belfast gebaut und gilt als sehr zuverlässiger Flugzeugtyp. Insgesamt wurden seit Anfang der 80er Jahre 164 Maschinen gebaut, von denen nach Angaben aus Grossbritannien noch 118 im Einsatz sind. Die Belfaster Firma Shorts war 1989 von der kanadischen Bombardier übernommen worden.

Libyen für Untersuchung zuständig

Für die Untersuchung des Unglücks ist laut Uvek Libyen zuständig. Ein Vertreter des Büros für Flugunfallunteruchungen (BfU) reiste nach Tripolis, um bei den Abklärungen zu helfen.

Erst im April 1999 war das internationale Luftverkehrsembargo der UNO gegen Libyen aufgehoben worden, nachdem das Land zwei mutmassliche “Lockerbie”-Attentäter an ein Gericht in den Niederlanden ausgeliefert hatte. Die UNO hatte das Embargo, an dem sich auch die Schweiz beteiligte, 1992 verhängt.

SRI und Agenturen

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