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Genf (awp/sda) - Ein internationales Forschungsteam mit Schweizer Beteiligung hat den ersten Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems entdeckt, auf dem nachweislich ein gemässigtes Klima herrscht. Leben kann sich darauf aber nicht entwickeln: Der Planet ist ein riesiger Gasklumpen.
Etwas mehr als 400 so genannte Exoplaneten haben Astronomen bislang entdeckt. 70 davon beobachteten die Forscher, wie sie um einen Stern kreisen. Die meisten sind ihrem Mutterstern so nahe, dass es auf ihnen glühend heiss ist. Solche sonnennahe Planeten seien leichter zu entdecken, sagte Didier Queloz von der Universität Genf auf Anfrage.
Ein internationales Team, zu dem Queloz und Kollegen der Uni Genf sowie der Universität Bern gehören, berichtet im Fachmagazin "Nature" nun aber von einem "gemässigten" Exoplaneten. Die Oberflächentemperatur auf dem CoRoT-9b genannten Planeten beträgt laut den Forschern zwischen -20 und +160 Grad Celsius.
Umlaufbahn wie Merkur
Der exakte Wert hänge davon ab, wie viel Strahlung von Wolken reflektiert werde, teilte die Europäische Südsternwarte (ESO) mit. CoRoT-9b kreist alle 95 Tage einmal um seinen Mutterstern, ähnlich wie Merkur um die Sonne. Er ist damit zehn Mal weiter von seinem Stern entfernt als alle anderen bisher entdeckten Exoplaneten, die Sterne umkreisen.
Der Exoplanet ist etwa so gross wie Jupiter und besteht genau wie dieser zum grössten Teil aus Wasserstoff und Helium. "CoRoT-9b ist der erste Exoplanet, der wirklich den Planeten in unserem Sonnensystem ähnelt", sagte Hans-Jörg Deeg vom Institut für Astrophysik auf Tenerifa, der Erstautor der Studie.
Leben ist auf ihm aber nicht möglich. Auf dem Gasriesen gibt es keine feste Oberfläche - und Druck und Temperatur steigen in der Tiefe rasch an. Trotzdem sei die Tatsache beruhigend, dass CoRoT-9b Jupiter äusserst ähnlich sehe, sagte Queloz. "Das zeigt, dass unsere Vorstellung von Planeten nicht so falsch war."
Neues Forschungsfeld?
Für die Forscher erweist sich CoRoT-9b als Glücksfall. Seine Eigenschaften konnten so genau untersucht werden wie bei keinem anderen ähnlichen Exoplaneten. Die Untersuchungen seien derart wegweisend, dass sie sogar ein komplett neues Forschungsfeld über die Atmosphären kühler und gemässigter Planeten eröffnen könnten, sagte Queloz.
Entdeckt wurde CoRoT-9b vom französischen CoRoT-Satelliten, der auch einige andere Exoplaneten aufspürte. Anschliessende Messungen mit dem an der Uni Genf entwickelten HARPS-Spektrografen an einem Teleskop der ESO auf La Silla in Chile ermöglichten es den Astronomen, seine Masse zu bestimmen.

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