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Fragestunde Ein tanzender Heuhaufen und sein kurzer Auftritt auf der politischen Bühne

Ein "Steinbock" inmitten tanzender "Heuhaufen"

Ein "Steinbock" inmitten tanzender "Heuhaufen"

(Keystone)

Die Feier zur Eröffnung des Gotthard-Tunnels hatte ein kleines, amüsantes Nachspiel. Die Nationalrätin Sylvia Flückiger (SVP) wandte sich in der Fragestunde an den Bundesrat und beklagte sich über fehlende Schweizer Grundwerte während den Festivitäten, denn inmitten der Schauspieler erspähte sie tanzende Derwische. 

Die theatrale Inszenierung zur Eröffnung des weltlängsten Eisenbahntunnels schlug hohe Wellen. Sogar Internationale Medien berichteten euphorisch bis hysterisch von der künstlerischen Begleitung der Gotthard-Eröffnungszeremonie. So präsentierte beispielsweise BBCnews unter dem Titel “Switzerland tunnel: The oddest moments of the opening ceremony“externer Link eine Bilder-Liste mit den absurdesten und lustigsten Momenten der Präsentation. Und auch das aufstrebende und innovative News- und Spass-Portal Buzzfeed aus den USA titelte ein Listicle mit „The World’s Longest Rail Tunnel Had A Creepy AF Opening Ceremony“externer Link.

"derwisch"

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Dass archaische Traditionen auf Aussenstehende exotisch wirken können, ist nicht weiter verwunderlich. Auch Schweizer Medien berichten nicht selten irritiert über fremde Sitten und Gebräuche. Erstaunlich ist es jedoch, wenn eine Nationalrätin ob des wilden Treibens auf dem „Gotthard-Catwalk“ irritiert ist.

Die Antwort des Bundesrates auf die Frage von Sylvia Flückiger (SVP)

Die Antwort des Bundesrates auf die Frage von Sylvia Flückiger (SVP)

(swissinfo.ch)

Die Antwort des Bundesrates im Wortlaut: "Die künstlerische Inszenierung mit dem Leitbild Mythos Gotthard bedient sich ausschliesslich an Figuren und Sagen, die der Alpenkultur entstammen. Bei den angesprochenen Figuren handelt es sich nicht um Derwische, sondern um tanzende Heuhaufen."

In der Schweiz gibt es notabene unzählige Traditionen, bei denen Menschen in archaischen und wilden Kostümen ihr „Unwesen“ treiben. Beispielsweise singen und läuten schon seit Jahrhunderten im Appenzell die in borstige Tannen-Zweige eingewickelten „Wüeschte“ das Neujahr ein.

Zwei "Wüeschti" vom Appenzeller Silvesterklausen

Zwei "Wüeschti" vom Appenzeller Silvesterklausen

(Keystone)

Oder bei der „Eierleset“ in diversen Nordwestschweizer Gemeinden treten Figuren in Erscheinung, deren Namen bei der Kleidung Programm ist: Der „Straumuni“, der „Hobelspänler“, der „Schnäggehüsler“ oder der „Stechpälmler“.

Dürfen wir vorstellen: Der "Straumuni"

Dürfen wir vorstellen: Der "Straumuni"

(Keystone)
Ein "Schnäggehüsler" (von hinten) und ein "Hobelspänler"

Ein "Schnäggehüsler" (von hinten) und ein "Hobelspänler"

(eierleset.ch)
Und hier nochmals ein "Hobelspänler" in Aktion

Und hier nochmals ein "Hobelspänler" in Aktion

(eierleset.ch)
Der "Straumuni" möchte den "Stechpälmler" von seinem Tun abhalten

Der "Straumuni" möchte den "Stechpälmler" von seinem Tun abhalten

(Keystone)

Und zum Abschluss dieser kleinen, witzigen Anekdote am Rande der Gotthard-Eröffnung, hier ein Bild von richtigen Derwischen:

(Reuters)


Kennen Sie weitere Schweizer Bräuche, bei denen sich die Menschen archaisch verhüllen? Schreiben Sie uns!

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