Frankophonie soll Friedensstifter sein

Bundespräsident Joseph Deiss am Frankophonie-Gipfel. Keystone

Der Schweizer Bundespräsident Joseph Deiss rief die Länder der Frankophonie auf, mehr zu unternehmen, um Konflikte zu verhindern.

Dieser Inhalt wurde am 27. November 2004 - 17:05 publiziert

Deiss sprach am Samstag am Ende des zweitägigen Gipfels, der Regierungs-Chefs von französischsprachigen Ländern in Burkina Faso versammelte.

Delegierte aus rund 30 französischsprachigen Ländern, darunter der Schweiz, haben sich zum Frankophonie-Gipfel in Burkina Faso getroffen. Sie beraten über Krisenherde in ihren Mitgliedstaaten.

Der französische Präsident Jaques Chirac war schon am Donnerstag in der Hauptstadt Ouagadougou eingetroffen. Der Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, sagte ab.

Am Gipfel dürften neben der Situation an der Elfenbeinküste unter anderem die Lage im Sudan, in Haiti, Ruanda und im Kongo zur Debatte stehen.

Der Generalsekretär der Frankophonie, Abdou Diouf, erklärte der Block französischsprachiger Staaten wolle sich um eine Lösung der Konflikte bemühen.

"Wann immer der Frieden in einem unserer Mitgliedsländer gefährdet ist, müsse die Gemeinschaft intervenieren", betonte Diouf.

Deiss in Ouagadougou

Die Schweiz wird am Gipfel von Staatspräsident Joseph Deiss vertreten. Er traf mit verschiedenen Staatschefs zusammen.

Präsident Chirac unterstützte beim Treffen die Forderung von Deiss, die Frankophonie müsse weniger zersplittert werden. Sie müsse aktiver werden bei der Friedens-Förderung, der kulturellen Vielfalt, der Entwicklung und der Erziehung und Bildung.

Das Treffen mit dem algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika stand im Zeichen des Staatsbesuchs des Algeriers in der Schweiz am kommenden Dienstag. "Wir haben vor allem seinen Besuch zur Sprache gebracht und den wahrscheinlichen Abschluss eines Wirtschafts-Abkommens", sagte Deiss.

Politische Rolle der Frankophonie

Die Frankophonie sei eine Organisation bei guter Gesundheit. "Sie wird an Format zulegen", ergänzte er.

Die Organisation hatte der Schweiz vor deren Beitritt zur UNO dazu gedient, Kontakte ausserhalb Europas zu knüpfen. Sie sei aber keineswegs nutzlos geworden, versicherte Deiss.

"Die Frankophonie hat eine wichtige politische Rolle, vor allem bei der Konflikt-Prävention", führte er aus. "An diesem Gipfel gingen die Interventionen bezüglich den Krisenherden weit über die übliche diplomatische Sprache hinaus."

Mikrokredite von der Schweiz

Der Gipfel im westafrikanischen Land war auch ein Gipfel der Entwicklungs-Zusammenarbeit. "Wir haben unsere Haltung insbesondere bei einer Resolution zu Mikro-Krediten durchsetzen können", betonte Deiss. Die Schweiz stellt jährlich 30 Mio. Franken für diesen Zweck zur Verfügung.

Gegenwärtig unterstützt die Schweiz in Burkina Faso 18 Projekte. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) wenden jährlich zwischen 22 und 23 Mio. Franken für deren Realisierung auf.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Frankophonie ist ein Bund ehemaliger französischer Kolonien sowie anderer Staaten und Regionen, in denen Französisch gesprochen wird.

Sie wurde ursprünglich gegründet, um die französische Kultur und Sprache zu fördern, verschob ihren Fokus aber in letzter Zeit auf dringendere Themen wie bewaffnete Auseinandersetzungen.

Am 10. Frankophonie-Gipfel vom 26. und 27. November wurde die Schweiz wird von Bundespräsident Joseph Deiss vertreten.

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