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Frauen setzen an der Urne andere Prioritäten

Frauen stimmen umweltbewusster und sozialer. (Bild: RDB)

Frauen und Männer verhalten sich bei Abstimmungen sehr ähnlich. Frauen gewichten allerdings umweltpolitische und soziale Argumente stärker als wirtschaftspolitische.

Allgemein wächst in der Schweiz das Vertrauen in die Regierung wieder leicht.

Diese Schlüsse zieht das Forschungsinstitut gfs.bern in seiner jüngsten Anlyse Vox-Trend 2006, einer Nachuntersuchung eidgenössischer Volksabstimmungen.

Es untersucht darin speziell das Stimmverhalten nach Geschlecht über einen längeren Zeitraum.

Grundlage des Trendberichts sind die zehn Nachanalysen von Volksabstimmungen der Jahre 2004 bis 2006. Diese wurden mit den 14 Analysen der Legislatur 2000/2003 vergleichen.

Frauen und Männer, so ein Hauptergebnis der Untersuchung, nehmen etwa in gleichem Mass an Abstimmungen teil. Sie haben "gleich lange Spiesse": Beide Geschlechter können fallweise mit gleicher Wahrscheinlichkeit Abstimmungen im eigenen Sinn gewinnen.

Frauen-Prioritäten

Ausserdem sind Männer und Frauen bei Abstimmungen oft gleicher Meinung. Allerdings schützen Frauen in ihrem Abstimmungsverhalten die Umwelt, den Service Public und Benachteiligte tendenziell stärker und gewichten wirtschaftspolitische Argumente weniger stark, als Männer es tun.

Beispielsweise stimmten Frauen dem Gesetz über die Familienzulagen sowie den (verworfenen) Volksinitiativen "Nationalbankgewinne für die AHV" und "Postdienste für alle" stärker zu als Männer.

Die Verschärfungen im Asylgesetz sowie das Steuerpaket fanden dagegen bei Männern stärkeren Anklang als bei Frauen.

Atomenergie-kritischer

Beim (abgelehnten) Gegenvorschlag zur Avanti-Initative (Zweite Gotthard-Tunnelröhre) stimmten nur 29% der Frauen mit Ja, aber 46% der Männer. Auch zeigen Frauen bei Energievorlagen eine kritischere Haltung gegenüber der Atomenergie als Männer.

Keine markanten Unterschiede gab es bei Fragen über die Behandlung von Sexualstraftätern (Stichwort Verwahrungsinitiative) sowie bei der erleichterten Einbürgerung von Ausländern.

Konservativer als Männer stimmten Frauen bei Vorlagen über Schwangerschaftsabbruch und Mutterschaftsurlaub: Bei letzterem sagten 52% der Frauen und 61% der Männer ja.

Regierungsvertrauen stabilisiert - auf tiefem Niveau

Das Regierungsvertrauen hat sich gemäss der Vox-Analyse bei beiden Geschlechtern auf tiefem Niveau stabilisiert. Namentlich Parteiungebundene und Anhänger der Schweizerischen Volkspartei (SVP) gewinnen langsam wieder etwas an Vertrauen in die Regierung.

Vertrauensbildend für die SVP-Anhängerschaft waren die Einbindung des ehemaligen "Oppositionsführers" Christoph Blocher in den Bundesrat. Auch die Abstimmungserfolge von 2006 (Asyl- und Ausländergesetz) haben laut der Untersuchung dazu beigetragen.

swissinfo und Agenturen

Stagnierendes Interesse

Der Anteil der Stimmberechtigten, die sich im Vorfeld einer Abstimmung an Diskussionen beteiligen, hat sich bei rund 40% stabilisiert.

Zuvor war dieser Anteil zwischen 2002 und 2005 von 30 auf bis zu 45% gestiegen.

Das Internet gewinnt als Informationsmedium nur langsam an Bedeutung. Zu den meist genutzten Medien bei Abstimmungen gehört nach wie vor das Bundesbüchlein.

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