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Frauengerechter handeln

In der Weltwirtschaft sollen die unterschiedlichen Realitäten von Frauen und Männern besser berücksichtigt werden - so die Forderung zum internationalen Frauentag.

(swissinfo.ch)

Der Welthandel soll nicht auf dem Buckel der Frauen liberalisiert werden. Frauen- und Entwicklungs-Organisationen fordern anlässlich des internationalen Frauentages konkrete Massnahmen von den Schweizer Behörden. Man dürfe nicht alles vermischen - so die Reaktion der zuständigen Bundesstellen.

Mehr als dreissig Schweizer Nichtregierungs-Organisationen sorgen sich, dass die zunehmende weltweite Liberalisierung die Frauen benachteiligen werde. In einer Medienkonferenz anlässlich des internationalen Frauentages vom 8. März präsentieren sie deshalb einen Forderungskatalog, der Bundesrat Couchepin zugestellt wurde.

"Der Bundesrat und das Staatsekretariat für Wirtschaft sollen Gleichstellungs-Ziele auch in der Handelspolitik berücksichtigen", betont Marianne Hochuli von der entwicklungs-politischen Organisation Erklärung von Bern (EvB). Mehr als fünf Jahre nach der grossen UNO-Weltfrauen-Konferenz in Beijing wisse man noch immer viel zu wenig, wie sich der Welthandel auf die Lebens- und Arbeits-Situation von Frauen auswirke und was man gegen negative Folgen tun solle.

Ungleichheit nicht bloss soziales Problem

"Die Ungleichheit der Geschlechter wird bis anhin vor allem als soziales Problem angeschaut", sagt Marianne Hochuli gegenüber swissinfo. "Es wird nicht gesehen, dass die schweizerische Handels- und Wirtschaftspolitik unter Umständen dazu beiträgt, dass sich diese Ungleichheit weltweit vergrössern kann."

Beispiele gebe es viele, betonen die Frauenorganisationen. Da sei die weltweite Gratis-Arbeit, die vor allem von Frauen gemacht werde. Weiter sei etwa die Landwirtschaftspolitik der Welthandels-Organisation (WTO) primär auf Exporte ausgerichtet. Der Zugang zu den Export-Geschäften sei für Frauen in vielen Drittweltländern jedoch schwierig, da sie einen schlechteren Zugang zu Krediten hätten als Männer.

Neue WTO-Runde: Frauenorganisationen sagen Nein....

Neu sind diese Probleme nicht; doch was kann da die Schweizer Regierung, ein WTO-Mitglied unter vielen, dagegen tun? - Grundsätzlich sind die Organisationen der Ansicht, die Schweiz solle sich nicht aktiv für eine neue Handelsliberalisierungs-Runde einsetzen. Zudem solle in Zusammenarbeit mit Partnerländern wissenschaftlich untersucht werden, wie genau die Liberalisierung Frauen benachteilige.


...Schweizer Behörden sagen Ja

Mehr Geld für Forschung sei sicher richtig, sagt Marie-Gabrielle Ineichen, Leiterin WTO im Staatssekretariat für Wirtschaft (seco). Es sei durchaus möglich, dass sich die Globalisierung auf Männer und Frauen unterschiedlich auswirke. Allerdings, ergänzt Ineichen gegenüber swissinfo: "Uns scheint die WTO als Handels-Organisation nicht die richtige Organisation zu sein, um solche Fragen anzugehen." Ineichen verweist auf die Uno und die Welt-Arbeitsorganisation (ILO) - hier müsse man ansetzen. Bei entsprechenden Programmen dieser internationalen Organisationen sei die Schweiz übrigens intensiv mit dabei.

An einer aktiven Mitarbeit hin zu einer neuen WTO-Verhandlungs-Runde hält das seco trotz der massiven Kritik fest - der Welthandel schreite voran, es brauche weitere Verhandlungen über die Rahmenbedingungen der Entwicklung.

Tiefe Gräben

Die Vorstellung von Nichtregierungs-Organisationen und Schweizer Regierung zur künftigen Wirtschafts-Entwicklung liegen meilenweit auseinander. Nach den Auseinandersetzungen zwischen der grossen Politik und Globalisierungs-Gegnerinnen und -gegnern in Seattle und Davos haben in der Schweiz die Debatten über die nächste Globalisierungs-Runde also begonnen. Stattfinden wird die vierte WTO-Minister-Konferenz im kommenden November in Katar am persischen Golf.


Eva Herrmann

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