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NEW YORK/FRANKFURT (awp international) - Die Deutsche Börse hat wieder freie Bahn bei ihrer geplanten Fusion mit der NYSE Euronext . Die US-Technologiebörse Nasdaq OMX und die mit ihr verbündete Rohstoffbörse IntercontinentalExchange (ICE) haben ihr Angebot für die NYSE Euronext fallen gelassen. "Wir haben uns entschlossen, unser Angebot zurückzuziehen, weil klar geworden ist, dass wir keine Genehmigung der Finanzaufsicht bekommen werden", sagte Nasdaq-Chef Bob Greifeld am Montag.
Die US-Wettbewerbshüter hatten zuvor signalisiert, dass sie einen rein amerikanischen Zusammenschluss nicht durchgehen lassen würden. Nach den Worten von Greifeld hätten sich die Beamten nicht einmal durch angebotene Zugeständnisse wie den Verkauf von Geschäftszweigen erweichen lassen. Die Deutsche Börse wollte die Entwicklung nicht kommentieren.
Die Aktien von Nasdaq und ICE, die zeitweise vorbörslich vom US-Handel ausgesetzt waren, zeigten sich uneinheitlich. Nach Wiederaufnahme des vörbörslichen Handels sanken die Nasdaq-Aktien um 2,5 Prozent, während die ICE-Titel um rund 3 Prozent stiegen. In Frankfurt sprangen die Aktien der Deutschen Börse zudem um knapp 5 Prozent hoch, während die NYSE-Titel in Paris rund 10 Prozent einbüssten.
Nasdaq OMX und ICE hatten im April mit ihrem feindlichen Übernahmeangebot die Fusionsbestrebungen von Deutscher Börse und NYSE torpediert. Die Frankfurter hatten bereits Mitte Februar gemeinsam mit der Wall-Street-Börse fortgeschrittene Pläne für ein Zusammengehen vorgestellt. Früh waren allerdings schon Bedenken über die Offerte von Nasdaq/ICE aufgekommen, vor allem darüber, dass die Wettbewerbs- und Finanzaufsichtsbehörden Einspruch einlegen könnten. Mit der Kombination von Nasdaq und NYSE wäre ein dominierender Börsenbetreiber in den Vereinigten Staaten entstanden, vor allem im Bereich Aktienhandel und Unternehmenslisting.
Die NYSE hatte sich wiederholt gegen ein Zusammengehen mit der Nasdaq ausgesprochen und zu ihrem Wunschpartner Deutsche Börse gehalten. Gemeinsam zimmern die beiden Unternehmen die weltgrösste Börse mit Standorten in New York, Frankfurt und anderen europäischen Städten. Bis zum Ende des Jahres soll die Fusion über die Bühne gehen.
Analyst Christian Muschick von der Investmentbank Silvia Quandt meinte zur aktuellen Entwicklung: "Das sind positive Neuigkeiten für die Frankfurter", sagte "Der Fusion zwischen Deutscher Börse und NYSE sollte nun nichts mehr im Wege stehen." Einige Hürden sind dennoch zu überwinden. Beiderseits des Atlantiks herrscht die Sorge, untergebuttert zu werden. Die deutschen Arbeitnehmervertreter fürchten, dass Jobs wegfallen, wenn etwa die IT-Systeme verschmolzen werden. US-Politiker wiederum haben offen Bedenken geäussert, dass der Finanzplatz New York an Gewicht verlieren könnte - denn die Aktionäre der grösseren Deutschen Börse bekämen die Mehrheit an der neuen Megabörse.
Zudem gibt es Bedenken, dass vor allem in Europa der Wettbewerb leiden könnte. Denn nach der transatlantischen Fusion blieben nur noch zwei Handelszentren auf dem Kontinent übrig: Frankfurt und London. Die Londoner Börse versucht gerade ihrerseits, sich mit der Börse in Toronto zusammenzutun, um sich zu stärken. Eine Gruppe kanadischer Finanzfirmen hat sich nun allerdings zusammengeschlossen, um dies zu verhindern./ck/das/ben

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