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Für eine andere Welt: Brasilien statt Davos

Globalisierung: In Brasilien diskutieren Gegner und Gegnerinnen Alternativen.

(Keystone)

Konkurrenz für das Weltwirtschaftsforum in Davos: Am "anderen Ende" der Welt findet seit Donnerstag (25.01.) in Porto Alegre, Brasilien das Weltsozialforum statt. Das Motto: "Eine andere Welt ist möglich."

"Wir haben in den vergangenen Jahren gesehen, dass es viel Widerstand gegen das neoliberale Wirtschaftsmodell gibt", sagt Maria Luisa Mendonça, eine der Veranstalterinnen des Sozialforums.

Als Gegenpol zum WEF in Davos ist am Donnerstag (25.01.) das erste Weltsozialforum eröffnet worden: Mehrere Tausend Vertreter und Vertreterinnen sozialer Bewegungen aus der ganzen Welt werden über Alternativen zur Globalisierung debattieren.

Das Sozialforum werde "keine Klagemauer" gegen Neoliberalismus und Kapital sein, versichert Koordinator Oded Grajev. "Wir werden uns nicht auf Kritik beschränken, sondern auch Vorschläge, Erfahrungen und politische Initiativen präsentieren, die von dem abweichen, was wir 'Einheitsdenken' nennen".

Das Weltsozialforum soll mehr sein als bloss ein "Anti-Davos" des Südens. Trotzdem ist Davos das dominierende Thema in den brasilianischen Zeitungen - vor allem visuell: Das nationale Blatt "Folha de Sao Paulo" machte das Bild des stacheldraht-umzäunten Davos ziert die Front des Wirtschaftsteils - mit dem zynisch gefärbten Untertitel "Panorama".

Egoismus vs. Solidarität

Sicherheitsvorkehrungen sind in Porto Alegre kein Thema. Es gebe zwei Realitäten, diejenige des "Egoismus in Davos" und diejenige der "Solidarität in Porto Alegre", umschreibt Vizegouverneur Miguel Rossetto, Mitorganisator des Forums, die beiden Welten.

In Podien und rund 400 Workshops des Sozialforums sollen in der südbrasilianischen Hafenstadt unter anderem Alternativen zu Schulden-Programmen, Freihandels-Abkommen und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) verlangte Steueranpassungen erarbeitet werden. Schlüsselthemen sind die Verteilung von Reichtum und die Stärkung der Demokratie.

Etliche Globalisierungsgegner brachte die Gleichzeitigkeit des Weltwirtschaftsforums mit Davos in Gewissenskonflikte: Wohin reisen? Der Sprachwissenschafter und Linksaktivist Noam Chomsky hatte für Porto Alegre bereits zugesagt, sich dann aber im letzten Moment für die Teilnahme an den Protestaktionen in Davos entschieden.

In die andere Richtung reist der militante Schafzüchter Jose Bové, der im vergangenen Juni in Frankreich zu drei Monaten Haft verurteilt wurde, weil er ein McDonald's-Restaurant verwüstete. Er schlug eine Einladung nach Davos aus und nimmt am Sozialforum teil.

Angesichts der grossen Bandbreite der teilnehmenden Gruppen dürfte es aber sehr schwierig werden, eine gemeinsame Haltung zu finden. Die Veranstalter betonen daher mit Blick auf die Entwicklung, die Davos zu einem der einflussreichsten Foren für die Weltwirtschaft gemacht hat, dass sie langfristig denken. Schliesslich wurde Davos auch nicht von heute auf morgen derart bedeutend. Die Auseinandersetzung mit den multinationalen Konzernen und internationalen Finanzorganisationen habe gerade erst begonnen.

swissinfo und Agenturen


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