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Für eine grüne EURO 2008

Die Umweltminister Josef Pröll (links) und Moritz Leuenberger mit dem österreichischen Turnierdirektor Christian Schmölzer.

(Keystone)

Österreich und die Schweiz wollen mit der Fussball-Europameisterschaft neue Umweltstandards setzen. Die Umweltminister der beiden Länder haben eine "Nachhaltigkeits-Charta" unterzeichnet.

Ziel ist es, eine möglichst grüne EM stattfinden zu lassen. Dies umso mehr, als die beiden Alpenländer besonders vom Klimawandel betroffen seien, sagte Bundesrat Moritz Leuenberger.

Möglichst viele Fans sollen ihr Auto stehen lassen und per Zug und Bus anreisen.

Das Nachhaltigkeitskonzept ruft in Erinnerung, dass die Schweiz im Nahverkehr mehr als 80% der Fans mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren möchte. In Österreich werden 60% angestrebt.

Darüber hinaus werden zahlreiche Massnahmen aufgelistet, darunter ein Spritspar-Training für Fahrer und attraktive Angebote des öffentlichen Verkehrs für Besucher von Fanzonen.

Die Parkplätze werden knapp gehalten, die Fussgänger sollen von grosszügigen Boulevards profitieren.

Auch bei Energie und Abfall bemühen sich die beiden Länder um neue Standards. Angestrebt werden zum Beispiel "umweltfreundliche Stadien", die auch auf erneuerbare Energien setzen.

Die Fans ihrerseits sollen zur Vermeidung von Abfall erzogen werden. Trinken sollen sie in Stadien und Städten aus Mehrwegbechern.

Mineral billiger als Bier

Das Nachhaltigkeitskonzept greift auch wirtschaftliche und soziale Aspekte auf. Gemäss Charta soll die EURO 2008 einen möglichst hohen Nutzen für die Wirtschaft beider Länder schaffen und Impulse für neue Arbeitsplätze geben. Das Image der beiden Tourismusländer soll gestärkt werden.

Im sozialen und kulturellen Bereich wird ein besonderer Schwerpunkt auf Anti-Rassismus und Fanarbeit gelegt. Jugend- und Hobbyfussball-Turniere am Rande der EURO sollen die Fans zudem näher zusammenführen.

"Vorbildlich" wollen die Organisatoren auch bei Prävention und Jugendschutz sein. In den Stadien gibt es keinen Alkohol; das ist bei Veranstaltungen des europäischen Fussballverbandes UEFA üblich.

Ausserhalb der Stadien soll stets ein Mineralwasser oder ein Fruchtsaft erhältlich sein, der günstiger ist als das billigste Alkoholgetränk.

CO2-Bilanz vorgesehen

Präventive Massnahmen werden auch im Kampf gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution angestrebt. In der Schweiz hat der Bund bereits 100'000 Franken für eine Kampagne gesprochen, die die Bevölkerung für die Frage sensibilisieren soll.

Die EURO 2008 dauert vom 7. bis 29. Juni 2008. Die Schweiz und Österreich wollen danach in einem Bericht darlegen, inwiefern das Nachhaltigkeitskonzept umgesetzt wurde. Auch eine CO2-Bilanz ist vorgesehen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die EURO 2008 findet vom 7. bis 29. Juni in der Schweiz und in Österreich statt.

Von den 31 Spielen werden 15 in der Schweiz und 16 in Österreich durchgeführt (mit Final in Wien).

Insgesamt werden 1'050'000 Tickets ausgestellt.

In der Schweiz werden bis zu 5,4 Mio. Zuschauer erwartet, darunter bis 1,4 Mio. aus dem Ausland.

2500 Journalisten werden die Spiele kommentieren, die für einige Milliarden TV-Zuschauer in 170 Ländern übertragen werden.

Die Gesamtkosten werden auf 182,1 Mio. Franken geschätzt. Der Beitrag des Bundes beläuft sich auf 82,8 Mio.

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Fussballstadt Zürich

Zürich erwartet bis zu 1,4 Mio. Fans.

Diese sollen sich gemäss dem am Montag vorgestellten Konzept neben dem Stadion vor allem in der Public-View-Zone am See vergnügen.

Auf Grossleinwänden können dort bis zu 60'000 Fans die Spiele mitverfolgen.

Zürich setzt praktisch vollständig auf den öffentlichen Verkehr.

Sowohl beim Stadion als auch rund um die öffentlichen Zonen am Bellevue und Utoquai sind grossräumige Auto-Sperrzonen geplant.

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