Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

STUTTGART (awp international) - Die Verschmelzung von Volkswagen (VW) und Porsche in diesem Jahr wird immer unwahrscheinlicher. Am späten Mittwochabend teilte die Porsche SE mit, wegen der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart sinke die Wahrscheinlichkeit, dass es wie ursprünglich geplant 2011 zu einer Verschmelzung komme von 70 auf 50 Prozent. An der operativen Zusammenarbeit ändert diese Verschiebung aber nichts. De facto tritt Porsche schon seit Monaten als zehnte Marke des VW-Konzerns auf, wenngleich die Wolfsburger bislang nur knapp die Hälfte am Sportwagengeschäft halten.
An der Börse wurde die Nachricht negativ aufgenommen. Porsche-Papiere sackten um bis zu elf Prozent ab und notierten im weiteren Handelsverlauf mit rund neun Prozent im Minus. Auch die im Dax notierten VW-Vorzüge verloren wie übrige Auto-Titel rund zwei Prozent.
Gleichwohl kommt die Nachricht nicht vollkommen überraschend. Schon im Herbst hatte das VW-Management, das die Porsche SE in Personalunion führt, erstmals offiziell eingeräumt, die ausstehenden juristischen Auseinandersetzungen stellten den Zeitplan in Frage. Diese zurückhaltende Haltung behielt VW-Chef Martin Winterkorn auch nach dem Teilerfolg von Porsche vor einem US-Gericht bei. Dieses hatte kurz vor Jahreswechsel Schadensersatzklagen von Investoren abgewiesen. Winterkorn zeigte sich Anfang Januar zwar optimistischer, verwies aber auf die Revisionsmöglichkeiten der Kläger in den USA und die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart ziehen sich laut einer Zwischenbilanz der Behörde vom Donnerstag hin. Zwar wurde ein Teil der Vorwürfe der Marktmanipulation fallen gelassen. Damit ist die kanadische Maple Bank, die zusammen mit dem früheren Porsche-Finanzvorstand Holger Härter an der Optionsstruktur auf VW-Stammaktien beteiligt war, aus dem Verfahren entlassen. Gleichzeitig wurden aber die Vorwürfe wegen der mangelhaften Informationspolitik von Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Härter aufrechterhalten.
Zudem kommen neue Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue und des Kreditbetrugs hinzu. Insgesamt geht es darum, ob die frühere Porsche-Führung ihren Plan, VW zu übernehmen, unzulässig verheimlicht hat und damit auch für die bei Bekanntwerden der Pläne ausgelösten Kurs-Kapriolen der VW-Stämme verantwortlich ist.
Volkswagen sieht die Verzögerung unterdessen gelassen. "Volkswagen steht weiter voll hinter der Grundlage und der Verschmelzung mit Porsche und arbeitet an der Umsetzung", hiess es aus Wolfsburg.
Den Startschuss für die Integration von Porsche gab die Übernahme von rund der Hälfte des Sportwagengeschäfts durch VW Ende Dezember 2009. Eine gleichzeitig vereinbarte Optionsstruktur ermöglicht Volkswagen die Übernahme auch der übrigen 50,1 Prozent zum Festpreis von weiteren 3,9 Milliarden Euro. Die Kauf- und Verkaufs-Optionen können aber erst in bestimmten Zeitfenstern zwischen dem 15.11.2012 und 31.01.2015 ausgeübt werden. Laut Mitteilung vom Mittwochabend rechnet Porsche frühestens zu Jahresbeginn 2012 mit einem Abschluss des Ermittlungsverfahrens der Stuttgarter Staatsanwaltschaft.
Wegen der Verzögerungen muss der Wert der jeweiligen Optionen neu berechnet werden, hiess es weiter. Nach Einschätzung von Analysten kommt es zu negativen finanziellen Auswirkungen bei Porsche und zu einem positiven Effekt bei VW. Beide Unternehmen wollen sich erst auf ihren Bilanzpressekonferenzen im März zu den finanziellen Folgen äussern. Volkswagen gibt den Wert der Put-/Call-Rechte im Bericht zu den ersten neun Monaten 2010 mit 863 Millionen Euro an.
"Wir gehen davon aus, dass wir die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 30. November 2010 im vorgesehenen Zeitrahmen bis Ende Mai 2011 erfolgreich umsetzen werden", sagte ein Porsche-Sprecher. Gemeint ist damit die geplante Kapitalerhöhung von insgesamt fünf Milliarden Euro zu gleichen Teilen aus Vorzugs- und Stammaktien. Damit soll eine Ende Juni fällige Kredittranche von 2,5 Milliarden Euro zurückgezahlt werden und die Verschuldung von zuletzt rund sechs Milliarden Euro gesenkt werden./dct/fn/wiz

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???