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Fussball-WM 2006 nach Deutschland vergeben

FIFA-Präsident Joseph Blatter mit Franz Beckenbauer. Keystone

Deutschland ist im Jahr 2006 zum zweiten Mal nach 1974 Gastgeber einer Fussball-Weltmeisterschaft. Das Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA gab am Donnerstag (06.07.) in Zürich der Kandidatur des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) den Zuschlag.

Dieser Inhalt wurde am 06. Juli 2000 - 16:22 publiziert

In einer denkbar knappen Entscheidung hat Deutschland den Zuschlag für die Ausrichtung der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 bekommen. Das Exekutiv-Komitee des Weltdachverbandes FIFA sprach sich am Donnerstag in Zürich mit zwölf Stimmen für die Bundesrepublik aus. Mitkonkurrent Südafrika erhielt in der dritten und letzten Abstimmung elf Stimmen.

Der Leiter der Bewerbungsdelegation des Deutschen Fussball-Bundes (DFB), Franz Beckenbauer, bedankte sich für das Votum. "Wir wussten, es wird sehr, sehr knapp, aber man braucht im Leben auch ein bisschen Glück."

Vor der entscheidenden Abstimmung zwischen Deutschland und Südafrika waren Marokko und England ausgeschieden. Nach Angaben Blatters nahm ein Mitglied des 24-köpfigen Exekutiv-Komitees an der letzten Wahl nicht mehr teil. Dabei handelte es sich laut Blatter um den Vertreter Ozeaniens, Charles Dempsey aus Neuseeland.

Die Bundesrepublik hatte die Weltmeisterschaft bereits 1974 ausgerichtet. Auf dem afrikanischen Kontinent fand der Wettbewerb bislang noch nie statt. Blatter versprach, sich für die Austragung einer WM in Afrika einzusetzen. "Afrika verdient diese WM, und ich bin sicher, es wird sie bekommen." Er begrüsste, dass Südafrika in der Endabstimmung ganz nahe an Deutschland herangekommen ist. Dies zeige,dass das Land reif sei für eine WM-Ausrichtung. `Ich bin überzeugt, dabei wird Deutschland den Afrikanern in Zukunft helfen."

Südafrika enttäuscht

Vertreter Südafrikas zeigten sich nach der Entscheidung enttäuscht. Bewerbungsleiter Danny Jordaan hatte zuvor immer wieder betont, die Vergabe der WM an Südafrika wäre ein Zeichen der Hoffnung für den gesamten Kontinent. Zudem versprach sich das südafrikanische Land von dem Grossereignis weitreichende Impulse für die Wirtschaft.

Beckenbauer versprach, Deutschland werde ein "grossartiger Gastgeber" sein. Er bedankte sich insbesondere bei Bundeskanzler Gerhard Schröder, der am Mittwoch bei der Abschlusspräsentation des DFB in Zürich anwesend war.

Englands Bewerbung wurde entscheidend geschwächt von den neuerlichen Ausschreitungen von Hooligans bei der am Sonntag zu Ende gegangenen Fussball-Europameisterschaft in Belgien und den Niederlanden. Marokkos Bewerbung galt bereits vor der Abstimmung als zu schwach. Am Montag hatte Brasilien überraschend seine Kandidatur zurückgezogen und bekannt gegeben, Südafrika unterstützen zu wollen. Beckenbauer hatte sich darauf hin verärgert geäussert, weil er Mauscheleien zwischen beiden Kontinenten befürchtete.

swissinfo und Agenturen

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