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G8-Gipfel/Staaten versprechen Ende exzessiver Schulden

DEAUVILLE/LONDON/TOKIO (awp international) - Abschied vom Wirtschaftswachstum auf Pump: Die sieben führenden Industriestaaten und Russland (G8) verpflichten sich angesichts drückender Schuldenlasten zu spürbarem Sparen. Zum Abschluss des zweitägigen G8-Gipfels im französischen Deauville erklärten am Freitag vor allem die USA erstmals in eindeutiger Form, "einen klaren und glaubwürdigen Rahmen zur mittelfristigen Haushaltskonsolidierung" abzustecken.
In Europa, wo Griechenland und weitere Euro-Länder gegen massive Schuldenprobleme kämpfen, sollen wirkungsvolle Strukturreformen greifen. Die Ratingagentur Fitch zweifelte die künftige Kreditwürdigkeit Japans an, das nach der Erdbeben- und Atomkatastrophe vor einem teuren Wiederaufbau steht.
Die Erholung der Weltwirtschaft festige sich, auch wenn hohe und stark schwankende Rohstoffpreise Risiken darstellten, erklärten die G8. Daher sei der Kampf gegen die Schulden umso wichtiger. Die USA sicherten zu, dass ihr mittelfristiges Konsolidierungsprogramm mit mehr Wachstum und Beschäftigung vereinbar sein solle. Diplomaten sprachen von einem ungewöhnlichen Zugeständnis. Seit langem gibt es Druck internationaler Partner auf Washington, sein Schuldenproblem in den Griff zu bekommen. Im April hatte die Ratingagentur Standard & Poor's die langfristige Kreditwürdigkeit der USA infrage gestellt.
Die G8 bleiben mit ihrem Bekenntnis zum Schuldenabbau auf Kurs. Beim Treffen im vergangenen Jahr in Kanada hatten sie vereinbart, bis 2013 ihre Haushaltsdefizite zu halbieren und von 2016 an den Anteil der Staatsschulden an der Wirtschaftsleistung zu verringern
Der amerikanische Präsident Barack Obama zeigte sich besorgt über die Krise in Griechenland. Wie EU-Diplomaten am Rande des Gipfels berichteten, habe er den Europäern gleichzeitig Unterstützung bei der Lösung zugesichert, ohne jedoch konkreter zu werden. Obama habe offen Haushaltsprobleme im eigenen Land eingeräumt. Die hoch verschuldeten Vereinigten Staaten hätten nur begrenzten Spielraum und könnten nicht mehr als Wachstumslokomotive der Welt einspringen.
Die Europäer baten die internationalen Partner am Tisch um Zeit, um die Schuldenkrise in Griechenland zu lösen. Die Regierung in Athen müsse neue Sparschritte umsetzen, zusätzliche Finanzhilfen müssten beschlossen werden. Es habe Einigkeit gegeben, keine neuen Wege zur Lösung der Krise zu beschreiten. Eine Umschuldung Griechenlands ist in Europa umstritten, die Europäische Zentralbank ist strikt dagegen.
Für Japan senkte die Ratingagentur Fitch den Ausblick für die langfristige Beurteilung von "stabil" auf "negativ", wie sie am Freitag mitteilte. Grund sei die steigende Schuldenlast. Das Land kämpft derzeit mit den Folgen der verheerenden Erdbebenkatastrophe vom 11. März. In der G8-Erklärung sagte die Regierung zu, "auch die Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen" im Auge zu behalten. Die Staatsverschuldung Japans habe Ende 2010 bei 210 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gelegen, hiess es in der Fitch-Stellungnahme./sam/cb/jkr/bgf/rom

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