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(Neu: Aussagen aus Pressekonferenz, Details zur Prognose, Margen)
BOCHUM (awp international) - Der Maschinenbaukonzern Gea erwartet nach einem Jahr mit kräftigem Plus bei den Aufträgen 2011 eine etwas langsamere Gangart. Dafür soll der Umsatz nach einer Stagnation im vergangenen Jahr nun aufgrund des nun wieder dickeren Auftragspolsters mitwachsen. Im laufenden Jahr dürften Auftragseingang und Umsatz um mindestens fünf Prozent klettern, sagte Vorstandschef Jürg Oleas am Donnerstag zur Bilanzvorlage in Düsseldorf. Im vergangenen Jahr waren die Bestellungen noch um zwölf Prozent gestiegen. "Wir sind vorsichtig und möchten unsere Prognose eher übererfüllen", sagte Oleas mit Blick auf Analystenstimmen, die der Ausblick enttäuscht hatte.
An der Börse lagen die Aktien am Mittag noch mit gut einem Prozent im Minus, nachdem die Titel zur Eröffnung mehr als drei Prozent verloren hatten. DZ-Bank-Analyst Markus Turnwald bewertet die Prognose für 2011 als "moderat" und zeigte sich enttäuscht. Er hatte mit einer Prognose von 8,6 Umsatzwachstum gerechnet. Auch Tobias Loskamp von Kepler Equities sah den Ausblick unter den Erwartungen.
"Das zuletzt erfreuliche Investitionsniveau der Nahrungsmittelindustrie dürfte weiter fest bleiben und der bisher verhaltene Energiesektor sollte sich weiter erholen", sagte Oleas mit Blick auf die Aussichten. Zudem will der Konzern auch profitabler werden. Die Ebit-Marge soll im laufenden Jahr von 8,1 Prozent auf rund 9 Prozent klettern. Darin sind allerdings die jüngsten Zukäufe wie CFS und Bock Kältetechnik noch nicht enthalten. Sie sollen ab dem zweiten Quartal konsolidiert werden. Die langfristig angepeilte Marge von zwölf Prozent will Gea bereits im kommenden Jahr schaffen, wenn auch womöglich nicht im Gesamtjahr, aber auf jeden Fall für einzelne Quartale.
Auch für das kommende Jahr verspricht Oleas Wachstum. "Unser Umsatz wird im Geschäftsjahr 2012 gegenüber 2011 weiter zulegen. In 2012, wenn alle Restrukturierungsmassnahmen ihre volle Wirkung entfalten werden, erwarten wir weitere Steigerungen sowohl für das Ergebnis als auch die entsprechende EBIT-Marge." Diese positive Entwicklung werde voraussichtlich durch alle Segmente getragen. Seinen Konzernumbau hat der Konzern wie erwartet im Grossen und Ganzen abgeschlossen und rechnet im laufenden Jahr nicht mit neuen Einmalaufwendungen in nennenswerter Höhe.
Zum Jahresstart lief es bereits sehr erfreulich für den Maschinenbauer, dessen Kunden unter anderem aus der Energiebranche und der Lebensmittelindustrie kommen. So sprang der Auftragseingang in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres um mehr als ein Fünftel über den Wert des Vorjahreszeitraums. "Sie sehen, wir strahlen wie die Maikäfer", sagte Oleas mit Blick auf den Jahresstart. Indes war das Vergleichsquartal vor einem Jahr eher schwach ausgefallen und relativierte damit die kräftigen Zuwächse.
Der chinesische Markt ist mittlerweile für Gea ebenso wichtig wie der deutsche Heimatmarkt oder die USA. Diese drei Länder teilen sich mit jeweils zwölf Prozent Umsatzanteil den ersten Platz der wichtigsten Länder für den Konzern. Dabei machte das asiatische Land einen gehörigen Satz nach vorne von acht auf zwölf Prozent, während die einstige Dominanz des deutschen Marktes bei den Bochumern von im Vorjahr 14 Prozent weiter schrumpfte. In China könnte auch ein möglicher Schwerpunkt bei künftigen Zukäufen liegen. "Asien ist als Zielregion sehr interessant", sagte Oleas. Auch 2011 will der Vorstand seine Einkaufstour fortsetzen. "Wir haben schon konkrete Übernahmeziele". Diese seien in der Grössenordnung von einigen hundert Millionen Euro Jahresumsatz. Konkrete Namen wollte Oleas nicht nennen. Attraktiv seien sicherlich Ergänzungen in der Lebensmittelverarbeitung.
Obwohl Asien immer wichtiger für den Konzern wird, kommt fast die Hälfte der Umsätze weiterhin aus Westeuropa. Bis auf das Geschäft mit Wärmetauschern und einen leichten Rückgang in der Kühltechnik konnten die künftigen Düsseldorfer in allen anderen Geschäftsfeldern ihre Umsätze 2010 steigern. In den nächsten Tagen verlegt der Konzern seine Zentrale wie geplant von Bochum in die direkte Nähe des Düsseldorfer Flughafens.
Unter dem Strich verdiente Gea im abgelaufenen Jahr 133,7 Millionen Euro nach 161,7 Millionen Euro vor einem Jahr. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten mit einem weniger starken Rückgang auf 146 Millionen Euro gerechnet. Vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2010 zu Auftragseingang, Umsatz und zum operativen Gewinn hatte der Konzern bereits im Februar veröffentlicht und über ein Plus von zwölf Prozent auf 4,5 Milliarden bei den Bestellungen und einen bei 4,4 Milliarden Euro stagnierenden Umsatz berichtet. Der operative Gewinn litt unter dem Konzernumbau und dem Preisdruck und sank von 268 Millionen auf rund 237 Millionen Euro./stb/stk

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