Geglückte Gay Pride in Sitten

Anstatt extravaganter Kostüme trugen die Teilnehmenden in Sitten Plakate mit politischen Forderungen. Keystone

Über 16`000 Menschen kamen am Samstag (07.07.) für die Gay Pride nach Sitten. Die Schwulen- und Lesbenparade kam als farbenfroher Umzug von rund 4'000 Aktivistinnen und Aktivisten daher und verlief friedlich, obwohl im Vorfeld Proteste angekündigt und Angriffe befürchtet worden waren.

Dieser Inhalt wurde am 08. Juli 2001 - 00:37 publiziert

Mehrere der Umzugsteilnehmenden führten Transparente mit sich, auf denen ein Gesetz zur Integration von Homosexuellen gefordert wurde. Im Umzug marschierten auch Jongleure und Musikgruppen mit, welche die Gay Pride in ein Fest verwandelten. Angeführt wurde der Umzug von einem Umzugswagen. Zwischen 12'000 und 16'000 säumten die Strassen des Walliser Hauptortes.

Der Umzug endete in der Altstadt, die in ein Fest- und Ausstellungs-Gelände umfunktioniert worden war. Die verschiedenen Homosexuellen-Organisationen hatten dort ihre Stände aufgebaut. Dazu gab es Konzerte, Theater-Aufführungen und Ausstellungen.

Aufruf gegen Diskriminierung

Die Organisatoren lancierten einen Aufruf, in dem sie darum baten, gegen die Diskrimierungen von Homosexuellen zu kämpfen. Trotz Fortschritten, sei das tägliche Leben von Homosexuellen voller Schwierigkeiten, hiess es. Arbeitgeber wurden zudem aufgefordert, mit den Schwulen-Organisationen ins Gespräch zu kommen.

Konservative Gläubige gegen Parade

Die Veranstaltung verlief friedlich. Seit mehreren Monaten schwelte um die Gay Pride ein Streit zwischen Homosexuellen und Konservativen. Anfang März wurde der Anlass von der Gruppierung "Romandit" in einem ganzseitigen Inserat attackiert. Auch der Bischof von Sitten bezeichnete den Anlass als "teuflisch" und sprach sich gegen die Durchführung aus.

Entsprechend protestierten rund 50 Personen einer rechtskonservativen Glaubensgemeinschaft gegen den Umzug: Vor der Kathedrale beteten sie und sangen Kirchenlieder - von den Homosexuellen getrennt von zwei Gitterabsperrungen und der Polizei.

Ausschreitungen befürchtet

Die Walliser Polizei war mit einem riesigen Aufgebot anwesend. Im Vorfeld hatten mehrere rechtsextreme Gruppierungen zu Angriffen aufgerufen.

swissinfo und Agenturen

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