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General Electric (GE) findet noch keinen Halt - Aktie im Minus

Dieser Inhalt wurde am 16. Oktober 2009 - 14:00 publiziert

FAIRFIELD (awp international) - Der US-Mischkonzern General Electric (GE) gerät immer tiefer in den Strudel der Wirtschaftskrise. Umsatz und Gewinn markierten neue Tiefstände in der Flaute. Von einer Erholung wie bei anderen amerikanischen Grosskonzernen war im dritten Quartal noch keine Spur. Konzernchef Jeff Immelt hofft aber, dass mit der Talfahrt bald Schluss ist. Die weltweite Wirtschaft erhole sich langsam, sagte er am Freitag am Freitag am Sitz in Fairfield (US-Bundesstaat Connecticut). Die Börsianer waren da skeptischer: Die Aktie fiel vorbörslich um rund 1 Prozent.
Wieder einmal war es die Finanzsparte, die besonders schlecht abschnitt. Immerhin blieb sie in den schwarzen Zahlen. Auch das Medien- und Industriegeschäft musste einstecken, dagegen lief die Energiesparte vergleichsweise gut. Insgesamt fiel der Umsatz im dritten Quartal auf 37,8 Milliarden Dollar, ein Fünftel weniger als noch vor einem Jahr. Der Überschuss halbierte sich beinahe auf 2,5 Milliarden Dollar. Neue Aufträge trudeln bei General Electric weiterhin nur zögerlich ein. Allerdings zeigte sich eine erste Bodenbildung.
Mit Einsparungen über 5 Milliarden Dollar kämpft GE-Chef Immelt gegen die Folgen der Krise an. So werden Einkaufspreise gedrückt und Stellen abgebaut. Vor allem die angeschlagene Finanzsparte - vor der Wirtschaftskrise der Gewinnbringer des Konzerns - stutzt Immelt zurecht. Eine seiner ersten Taten war, die deutsche GE Money Bank an die spanische Grossbank Santander abzugeben. "Wir setzen weiterhin unseren Plan um, ein fokussierterer Finanzdienstleister zu werden", sagte Immelt. Er will das Firmenkundengeschäft stärken.
Die Hoffnungen des Konzernchefs ruhen aber vor allem auf dem industriellen Teil des Unternehmens. Die weltweit angelaufenen Konjunkturprogramme sollen das Geschäft beleben. Allerdings stehen die Amerikaner hier in starker Konkurrenz zur deutschen Siemens. Der Dax-Konzern hat die Krise bislang besser gemeistert als der Rivale aus Übersee. Die Münchener werden ihre Bilanz erst am 3. Dezember präsentieren, haben aber schon durchblicken lassen, dass auch bei ihnen das Geschäft zuletzt schwach lief.
General Electric und Siemens konkurrieren insbesondere im Energiegeschäft und in der Medizintechnik. Die Amerikaner waren über lange Jahre der finanziell stärkere Rivale, wegen der Probleme in der Finanzsparte holten die Deutschen aber auf. General Electric musste erstmals seit der Grossen Depression der 30er-Jahre sogar die Dividende kappen. Das Unternehmen mit seinen mehr als 300.000 Mitarbeitern gilt angesichts der breiten Angebotspalette als Gradmesser für die gesamte Wirtschaft. Entsprechend schlecht nahmen die weltweiten Aktienmärkte die Zwischenbilanz auf.
In Deutschland ist General Electric vor allem mit seiner Windanlagen-Fertigung und einer starken Forschung vertreten. Insgesamt arbeiten hierzulande rund 7.000 Menschen für die Amerikaner. Deutschland-Chef Georg Knoth hatte jüngst im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX seine Wachstumsambitionen kundgetan: "In ein oder zwei Jahren haben wir tendenziell mehr Mitarbeiter in Deutschland."/das/tw

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