Genf rückläufig - Steigerungen in Basel und Kloten

Die Zahl der Passagiere am Genfer Flughafen wächst, während die Menge der Luftfracht abnimmt. Keystone

Während die Passagierzahl am Genfer Flughafen stetig wächst, nimmt die Menge der beförderten Fracht kontinuierlich ab. Negativ wirkt sich die Streichung der interkontinentalen Flügen der Swissair ab Genf aus. In Kloten und Basel wird hingegen eine Steigerung verzeichnet.

Dieser Inhalt wurde am 24. Juli 2001 - 07:17 publiziert

Die Frachtmenge hat von 69'000 Tonnen im Jahr 1999 auf 60'000 Tonnen im letzten Jahr abgenommen. Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind trüb. "Wir rechnen mit einer weiteren Abnahme um 20%", sagt Samer Jrab, Verantwortlicher für die Frachtaktivität am Genfer Flughafen.

Ursachen im Allianzennetz

"Nicht dass die Region zu wenig Potenzial oder Dynamik hätte. Die Konjunkturlage ist gut geblieben. Es wurden zahlreiche Unternehmen gegründet", erklärt Jrab weiter. "Die Ursache für die Abnahme des Frachtvolumens am Genfer Flughafen ist im Allianzen-Netz der Fluggesellschaften zu suchen."

Die Fluggesellschaften greifen für ihre Frachten auf jene Hubs zurück, die Langstrecken-Flüge anbieten. "Genf leidet darunter, dass die Swissair unter Philippe Bruggisser 1996 ihre Interkontinental-Flüge ab Genf gestrichen und auf Zürich-Kloten konzentriert hat", meint Jrab.

Auf dem falschen Bein erwischt

Der Entscheid der Swissair hat verschiedene Unternehmen auf dem falschen Bein erwischt. Ein Beispiel dafür ist die Herstellerin von Halbleitern ST Microelectronics, die sich 1990 wegen der verkehrstechnischen Lage und der Grenznähe zu Frankreich 12 Kilometer vom Genfer Flughafen entfernt niedergelassen hat.

"Heute würden wir einen andern Standort wählen", sagte Michel Halkoutsakis, einer der Logistik-Verantwortlichen bei ST Microelectronics. Das in Asien stark präsente Unternehmen ist auf direkte Asienflüge angewiesen.

Auch die Firma Créations Arômatiques SA eine Filiale der Gruppe Bayer und Herstellerin von Basisprodukten für Parfümerie und Kosmetik, hofft auf bessere Verbindungen: "Wir hoffen auf Direktflüge nach Asien. Es ist für uns immer noch vorteilhafter, unsere Ware in Genf zu registrieren statt in Zürich, wo es zu lange Wartezeiten gibt", erklärt Sprecher Eric Berclaz.

Entgegen dem weltweiten Trend

"Die weltweit transportierte Frachtmenge wächst jährlich um 7%", sagt Jrab weiter. Es sei paradox und schwer verständlich, dass die aus Genf beförderte Frachtmenge sinke, obwohl zahlreiche Unternehmen und internationale Organisationen rund um den Genfersee angesiedelt sind. Ausserdem profitiere der Flughafen von seiner Grenznähe zu Frankreich.

Steigerungen in Kloten und Basel

Im Gegensatz zum Flughafen in Genf haben die Flughäfen in Kloten und Basel-Mulhouse ihre Mengen an beförderter Fracht gesteigert. Der Unique Airport, auf den drei Viertel der in der Schweiz beförderten Frachtmenge entfallen, rechnet bis 2010 mit einer Verdoppelung seiner Kapazität.

Zwischen Januar und Mai 2001 sei das Luftfrachtaufkommen in Kloten im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2 Prozent gestiegen, sagte Beat Pahud, Sprecher des Unique Airport. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet er mit einem Anstieg der Frachtmenge um 2 bis 5 Prozent auf 556'000 bis 572'000 Tonnen.

Der Klotener Flughafen belegt im europäischen Vergleich nach Luftfrachtaufkommen Rang 7. Der Anstieg der Frachtmenge hat sich jedoch verlangsamt. Pahud begründet dies mit der Abschwächung der Konjunktur in Asien und den USA. Der Frachtverkehr sei somit ein geeigneter Indikator für den Zustand der weltweiten Konjunktur.

Der EuroAirport in Basel-Mulhouse (EAP) beförderte im ersten Semester 2001 62'000 Tonnen Fracht. Der Zuwachs im Vergleich zur Vorjahresperiode beträgt 7 Prozent. Im gesamten letzten Jahr stieg die Frachtmenge um 11 Prozent auf 125'000 Tonnen. Von den 127'000 Flügen im letzten Jahr entfielen 5 Prozent auf Frachttransporte.

swissinfo und Agenturen

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