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Genfer Aids-Forscher: Unterbruch der Therapie ist möglich

Medikamente gegen HIV/Aids wirken auch, wenn sie nicht dauernd eingenommen werden.

(Keystone)

Die Behandlung von Aids-Kranken kann für einige Zeit unterbrochen werden. Dies haben Forscher der Universität Genf herausgefunden.

Die Pausen helfen Nebenwirkungen lindern und Behandlungskosten sparen. Dies könnte vor allem für Afrika wichtig sein, wo Millionen Infizierte keinen Zugang zu Medikamenten haben.

Die Untersuchung bei 430 HIV-Patienten in der Schweiz sowie in Thailand und Australien habe gezeigt, dass aus der Unterbrechung der Behandlung keine Nachteile entstünden, sagte Bernard Hirschel, Leiter des Aids-Forschungslabors der Universität Genf, gegenüber swissinfo.

Die Behandlungspausen betrugen im Schnitt vier Monate, dauerten in Einzelfällen aber bis zwei Jahre. Keine der Testpersonen sei krank geworden, so Hirschel. Auch sei das Virus nicht wie anfänglich befürchtet resistent gegen die Behandlung geworden.

Billiger heisst Medikamente für mehr Menschen

Therapiekosten lassen sich so laut dem Genfer Experten um 40 bis 50% senken. Denn die Überprüfung der Anzahl der CD4-Zellen im Blut – sie geben über die Abwehrkräfte des Immunsystems Auskunft – müsse nur alle drei Monate durchgeführt werden.

Die Einnahme der Medikamente gegen den Ausbruch von Aids ist meist von schwerwiegenden Nebenwirkungen begleitet. Diese sind meist Mattigkeit, Erbrechen, Durchfall und Abbau der Fettreserven sein.

Die Behandlung der 5000 HIV-Kranken in der Schweiz koste jedes Jahr 100 Mio. Franken. Dauere die Behandlung aber nur halb so lang, seien auch die Kosten nur halb so hoch.

Hilfe für Afrika

Ein reiches Land wie die Schweiz könne sich diese Ausgaben leisten. Arme Länder, in denen Aids weitaus verbreiteter sei als hierzulande, könnten jedoch von diesen Erkenntnissen weitaus mehr profitieren. Durch die mögliche Unterbrechung der Therapie könnten mehr Leute mit gleich viel Geld behandelt werden, so Hirschel.

Afrika südlich der Sahara ist die Region mit den meisten Aids-Infizierten.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Antiretrovirale Therapie hat die Sterberate bei Aidskranken in der Schweiz um rund 90% gesenkt.
Die Behandlungskosten pro kranke Person belaufen sich auf knapp 15'000 Franken pro Jahr.
Laut der Aids-Hilfe leben in der Schweiz über 20'000 Personen mit HIV/Aids.
Täglich stecken sich in der Schweiz zwei Personen mit HIV an.
Seit drei Jahren steigt die Infektionsrate bei schwulen Männern wieder markant an.

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In Kürze

Weltweit leben 40 Mio. Menschen mit HIV/Aids, die meisten von ihnen südlich der Sahara in Afrika.

Gemäss der UNO-Organisation UNAids hat sich die Zahl der Ansteckungen relativ stabilisiert. Wegen der Bevölkerungszunahme hat sich aber die Zahl der HIV-Infizierten real erhöht.

In Afrika hat sich die Zahl der Menschen, die medikamentös gegen HIV/Aids behandelt werden, zwischen 2003 und 2005 von 100'000 auf 810'000 verachtfacht.

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