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Genfer Geologen auf Goldsuche in Graubünden

(Keystone)

In der oberen Surselva-Region der Schweizer Alpen beginnt die Genfer Gesellschaft MinAlpin noch dieses Jahr mit der Suche nach Gold.

Die betroffenen Gemeinden Tujetsch, Disentis, Medel/Lucmagn, Sumvitg und Trun haben den Forschern im August eine exklusive Bewilligung erteilt.

Die Explorationsbewilligung umfasst ein Gebiet von 375 Quadratkilometern im Tavetscher Zwischenmassiv, welches ein hohes Potential für Gold aufweist. In den kommenden fünf Jahren kann die Gesellschaft MinAlpin dort nach Goldvorkommen suchen.

Sollten die Forscher tatsächlich auf Gold stossen, müssen sie für den Abbau allerdings eine weitere Bewilligung einholen, und zwar beim Amt für Natur und Umwelt des Kantons Graubünden.

"Wenn im grossen Rahmen und auf professionelle Weise Gold abgebaut wird, verlangen wir eine Umweltverträglichkeits-Prüfung", sagt Amtsvorsteher Peter Baumgartner gegenüber swissinfo.

Goldrausch in den 80er-Jahren

Das Amt wird dann die Konsequenzen eines solchen Eingriffs auf die Umwelt beurteilen und anschliessend mit der Gesellschaft über entsprechende Kompensationen verhandeln. "Sie muss sich bereit erklären, einen naturkundlichen Mehrwert in der Region zu schaffen", erklärt Baumgartner.

"Aber noch ist es nicht soweit, wir warten jetzt erst einmal ab." Im übrigen sei die Goldsuche in Graubünden nichts Neues, ergänzt Baumgartner. Im kleinen Rahmen werde das schon seit einiger Zeit gemacht.

In den 80er-Jahren brach dort sogar ein kleiner Goldrausch aus, als Hobby-Goldwäscher sowohl Fluss- wie Berggold fanden. Im Jahr 2000 folgte der spektakuläre Goldfund eines Strahlers, der in einem Quarzquader auf über 1,4 Kilogramm gediegenes Gold stiess.

Der Finder verkaufte das Prachtstück dem Rhätischen Museum in Chur. Einen kleinen Teil davon konnte sich das Naturhistorische Museum in Bern sichern, wie Beda Hofmann, Kurator der Abteilung Erdwissenschaften, gegenüber swissinfo sagt.

25'000 Franken für ein Kilo Gold

"In der Schweiz gibt es eine ganze Reihe von Goldvorkommen, so einige Bergwerke im Tessin und mehrere kleine Minen im Wallis", weiss Hofmann. "Die Region um Disentis ist erst seit einigen Jahren bekannt."

Der Goldpreis ist laufend am Steigen, zur Zeit kostet ein Kilo Gold um die 25'000 Franken. Hoffen die Goldsucher auf den grossen Gewinn?

"Es müsste sich schon um ein Vorkommen von hochwertigem Golderz von beträchtlicher Ausdehung handeln, wenn die Goldsuche wirtschaftlich interessant sein sollte", so Hofmann. Denn die Kosten für Bewilligungen, den Aushub und die Aufbereitung seien recht hoch.

Zwar kann ein Hobby-Goldsucher seinen Fund grundsätzlich behalten, aber für industriell abgebautes Gold müssen zudem Steuern bezahlt werden.

Abenteuer für Laien wie Profis

Die Genfer Geologen setzen ihre Suche dort fort, wo zwei kanadische Goldexplorationsfirmen von 1986 bis 1988 Hinweise auf Gold gefunden haben, wie die Firma MinAlp auf ihrer Website erklärt.

Die Gesellschaft besteht im wesentlichen aus vier Geologen um den emeritierten Professor Felice Jaffé von der Universität Genf. Für die Abklärungen inklusive Probebohrungen wollen sie mehrere 100'000 Franken aufwenden.

Ob das Unternehmen finanziell rentieren wird, ist höchst ungewiss. Aber letztlich liegt wohl auch für professionelle Goldsucher der Reiz der Sache im Ungewissen oder gar Abenteuerlichen.

swissinfo, Susanne Schanda

Fakten

1 kg Gold kostet rund 25'000 Fr.
1 kg Silber 480 Fr.
1 kg Platin 48'000 Fr.

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In Kürze

Gold ist ein chemisches Element und ein so genanntes Edelmetall. Es kommt in der Natur als gediegenes Mineral vor und kristallisiert in kubischen Kristallsystemen.

Die Reinheit von Gold wird historisch in Karat angegeben. 24 Karat entsprechen purem Gold (Feingold).

Immer wieder lockten Goldfunde zahlreiche Abenteurer an. Im 19. Jahrhundert kam es zu Goldrausch genannten Massenbewegungen in Kalifornien, Alaska, Australien und Südafrika.

Auch heute führt der schwankende Goldpreis oft zu sozialen Unruhen. So hat der fallende Goldpreis zu einer Verarmung von Bevölkerungteilen in Afrika geführt, die von der Goldproduktion leben.

Die bedeutendste Goldfördernation ist zur Zeit Südafrika, gefolgt von den USA, Australien und Russland. In Europa gibt es keine nennenswerte Förderung von Gold.

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