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(Meldung umgeschrieben und um weitere Angaben sowie Halbjahreszahlen ergänzt)
Genolier (awp/sda) - Die Spitalgruppe Genolier hat seit Montag einen neuen Verwaltungsrat. Sowohl der ehemalige Chef Antoine Hubert als auch der frühere Verwaltungsratspräsident Raymond Loretan wurden wieder in das Gremium gewählt. Daneben wählten die Aktionäre der Westschweizer Spitalgruppe an der ausserordentlichen Generalversammlung die von der Gruppe Hubert/Lincoln Vale vorgeschlagenen Christian Le Dorze, Johannes Boot und Cédric George. Nicht gewählt wurde Bruno Bertez. An seine Stelle rückte Antoine Kohler.
Überraschend war zudem die Wahl des Genolier-Arztes Philippe Glasson. Der von der Genolier-Ärzteschaft erst an der Versammlung vorgeschlagene Glasson soll als ausgewiesener Arzt die Weiterentwicklung von Genolier mitprägen. Im Gremium verbleiben Präsident Hans-Reinhard Zerkowski und Michael Schroeder, auch wenn sie von einzelnen Aktionären zum Rücktritt aufgefordert wurden.
Zerkowski erklärte den monatelangen Konflikt um die Macht im Unternehmen am Ende der vierstündigen Debatte am Montag für beendet. Drei Monate lang waren Hubert und der ehemalige Verwaltungsratspräsident Loretan auf der einen Seite und der Genolier-Verwaltungsrat auf der anderen Seite zerstritten.
Vergangene Woche teilten der Verwaltungsrat sowie die Aktionärsgruppe um Antoine Hubert und die US-Beteiligungsgesellschaft Lincoln Vale gemeinsam mit, dass sie sich auf eine tiefgreifende Umbildung des Verwaltungsrates geeinigt hätten. Ein neuer Chef soll demnach extern rekrutiert werden.
Hubert war an der turbulenten Generalversammlung vom 9. Juni von den Aktionären entmachtet worden. An derselben Versammlung wurde auch Loretan abgesetzt. Die Aktionäre folgten damals dem Antrag von Lincoln Vale, welche den Führungswechsel aus Unzufriedenheit über die bisherige Leistung des Unternehmens forderte. In dem Konflikt wurden auch gegenseitige Klagen nicht ausgelassen.
Das Unternehmen habe eine schwierige Krise durchstehen müssen, sagte Zerkowski. Der VR sei aber dazu verpflichtet gewesen, die Geschäftspraktiken der Vergangenheit von unabhängiger Stelle untersuchen zu lassen. Die Untersuchung der Wirtschaftsberatung PwC sei zum Schluss gekommen, dass es bei Genolier keine eigentliche Compliance-Instanz gegeben habe und dass unter anderem Rechnungen mit fehlenden Angaben und dem Fehlen zugrundeliegender Dokumenten getätigt wurden. Ausländische Patienten seien mithilfe illegaler Praktiken in die Genolier-Kliniken geködert worden, lautete ein weiterer Vorwurf.
Die Kosten aus Rechtsstreitigkeiten dürften Genolier inklusive der PwC-Studie auf rund 900'000 CHF zu stehen kommen. Bislang seien diesbezüglich Rechnungen von etwas mehr als 600'000 CHF eingegangen, so Zerkowski.
In Zukunft will sich Genolier aber wieder auf das Geschäft konzentrieren und das Wachstum weiter vorantreiben. "Wir wollen mit unserem Angebot sowohl organisch als auch über Akquisitionen wachsen", sagte Zerkowski an der GV. Über den sogenannten "Medical Master Plan" sollen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Genolier wolle ein wichtiger Player unter den Privatkliniken bleiben und weiterhin Medizin mit sehr guter Qualität anbieten, so Zerkowski. Dabei sollen Synergien in der Gruppe bestmöglichst genutzt und die Kotenseite möglichst effizient gestaltet werden.
Wie Genolier am Montagmorgen bekannt gab, stieg der Umsatz der Spitalgruppe im ersten Halbjahr 2010 auf 97,8 (Vorjahr 71,3) Mio CHF. Das Wachstum war in erster Linie auf den Zukauf der Privatklinik Bethanien zurückzuführen, wie CFO Beat Röthlisberger sagte. Rechnet man Bethanien in die Vorjahresperiode mit ein, dann ergibt sich für das erste Halbjahr 2009 ein Umsatz von 97,1 Mio CHF. Damit sei die Genolier-Gruppe im Halbjar auf vergleichbarer Basis leicht gewachsen. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einem Umsatz von 200 Mio CHF.
Die Zahl der Ärzte erhöhte sich im ersten Semester dank Bethanien auf 557 nach 363 im Vorjahr, die Anzahl Angestellte auf 979 nach 674 und die Betten auf 486 nach 390.
mk/cc

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