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Laura Gibilras: "Junge haben in Italien keine Zukunft"

Zwar wurde Laura Gibilras in Italien geboren, doch sie hatte immer eine besonders nahe Beziehung zur Schweiz, der Heimat ihrer Mutter. Seit zwei Jahren lebt die 19-Jährige im Kanton Zürich – und hier stellt sie sich ebenfalls ihre Zukunft vor. Auch wenn die Menschen in Italien, wie sie sagt, "viel offener und kontaktfreudiger sind".

Dieser Inhalt wurde am 03. Januar 2018 - 14:00 publiziert
swissinfo.ch (das Interview wurde schriftlich geführt)

swissinfo.ch: Sie sind als Auslandschweizerin in Italien geboren. Stammt jemand aus Ihrer Familie aus der Schweiz?

Laura Gibilras: Ich war Auslandschweizerin, weil meine Mutter in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist. Auf einer Italienreise hat sie meinen Vater kennengelernt, und die beiden haben sich verliebt. Ich weiss, das ist sehr romantisch…

Die in diesem Artikel geäusserten Ansichten, unter anderem zum Gastland und über dessen Politik, sind ausschliesslich jene der porträtierten Person und müssen sich nicht mit der Position von swissinfo.ch decken.

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swissinfo.ch: Welchen Bezug haben Sie zur Schweiz?

L.G.: Ich hatte schon immer eine besondere Beziehung zur Schweiz. Als ich noch in Italien lebte, verbrachte ich zwei Mal pro Jahr die Ferien bei meinen Grosseltern in der Schweiz.

Ab 12 Jahren besuchte ich die Jugendlager für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer (SJASExterner Link und ASOExterner Link). Das hat meine Beziehung zur Schweiz noch verstärkt und ging so weit, dass ich mich richtig auf den Sommer und den Winter freute, um in die Jugendlager zu gehen.

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swissinfo.ch: Wann wurde Ihnen bewusst, dass Sie eine Schweizer Seite haben?

L.G.: Ich habe nie festgestellt, dass ich eine Schweizer "Seite" habe. Ich habe praktisch damit gelebt, ohne es zu merken.

swissinfo.ch: Sie leben gegenwärtig im Kanton Zürich. Wie und wo sehen Sie Ihre berufliche Zukunft?

L.G.: Ich bin vor zwei Jahren in die Schweiz gezogen und habe hier das Gymnasium abgeschlossen. Momentan nehme ich mir eine einjährige Auszeit, um ein wenig von der Schulwelt wegzukommen, um zu arbeiten und etwas Geld zu verdienen, damit ich mir die Einschreibegebühr für die Hochschule für Technik in Rapperswil leisten kann, wo ich Landschaftsarchitektur studieren möchte.

Laura (r) und Freundinnen. zVg

swissinfo.ch: Haben Sie bereits einen konkreten Berufswunsch?

L.G.: Ich weiss noch nicht, welchen Beruf genau ich ausüben möchte. Gegenwärtig würde mir etwas in Kontakt mit der Natur gefallen, besonders mit Pflanzen. In der Zukunft möchte ich aber im sozialen Bereich tätig sein.

swissinfo.ch: Wo genau leben Sie gegenwärtig, wie ist das Leben, die Küche dort?

L.G.: Seit zwei Jahren lebe ich in Erlenbach im Kanton Zürich. Ich lebe zusammen mit meiner Mutter und meinem Bruder. Da meine Mutter 20 Jahre lang in Italien gelebt hat, ist unsere Küche sehr italienisch geprägt, aber natürlich mit schweizerischen Einflüssen.

swissinfo.ch: Was ist in Italien attraktiver als in der Schweiz?

L.G.: Ich habe die Schweiz immer für ihre Atmosphäre und die wunderschönen Landschaften bewundert. Doch in diesen zwei Jahren im Land habe ich festgestellt, dass die Menschen in Italien viel offener und kontaktfreudiger sind, wenn man es mit der Schweiz vergleicht.

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swissinfo.ch: Wie dachten Sie, als Sie noch in Italien lebten, aus der Ferne über die Schweiz?

L.G.: Von ausserhalb betrachtet habe ich gelernt, die Schweiz viel mehr zu bewundern, ihre Perfektion und die Tatsache, dass sie jungen Menschen eine Zukunft bietet, mit Möglichkeiten für Studien und Arbeitsplätze. Nicht wie in Italien, wo sich Junge praktisch gezwungen sehen, auszuwandern, wenn sie ihr Studium abgeschlossen haben.

Ich möchte aber anfügen, dass ich meine Bewunderung der Schweiz den Jugendlagern verdanke, an denen ich teilnehmen durfte, und meinen Grosseltern, die mir sehr viele Dinge über dieses Land beigebracht haben.

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swissinfo.ch: Wie ist die politische Lage in Italien? Interessieren Sie sich für die Politik in Ihrem ehemaligen Wohnland?

L.G.: Mit der politischen Situation in Italien steht es nicht zum Besten. Ich glaube nicht, dass es für junge Menschen in Italien eine Zukunft gibt, und ich sagte mir immer, dass ich in die Schweiz gehen würde, wenn ich die Schule abgeschlossen hätte.

In der Schweiz interessiere ich mich viel mehr für die Politik, auch wenn ich nicht alles verstehe. Aber ich versuche immer, mich zu informieren, bevor ich abstimme.

swissinfo.ch: Nehmen Sie per Brief oder E-Voting an den Schweizer Wahlen und Abstimmungen teil?

L.G.: Ich nehme sowohl an Abstimmungen in der Schweiz wie auch in Italien teil, und zwar per Brief.

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