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Pandemie Corona-Virus: die Situation in der Schweiz

Laut dem Bundesamt für Gesundheit gibt es nun wieder genügend Hygienemasken in der Schweiz für die nächste Zeit. Täglich werden rund zwei Millionen Stück gebraucht.

(Keystone / Ennio Leanza)

Seit zwölf Tagen gilt in der Schweiz die ausserordentliche Lage. Gesundheitsminister Alain Berset erwartet, dass die Corona-Krise in der Schweiz nicht vor Mitte Mai zu Ende sein wird, wie er in Interviews sagte. "Bleiben Sie weiterhin zuhause!", bittet Berset die Bevölkerung.

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Das Coronavirus in der Schweiz

Die Schweizer Regierung verschärft im Kampf gegen Covid-19 laufend die Massnahmen. Welche Folgen hat dies für die Bevölkerung?

Hier die aktuellen Corona-Informationen:

  • Fallzahlen: 13'862 Infizierte, 258 Verstorbene (Stand Samstagabend). Dies nach offiziellen Angaben aller Kantone und des Fürstentums Liechtenstein. Aufgrund von Verspätungen bei der Verarbeitung der Fallzahlen einiger Kantone veröffentlicht SWI swissinfo.ch aktuell Zahlen, die direkt von den Kantonenexterner Link stammen.
  • Noch sei es zu früh, eine Schlussfolgerung aus den Massnahmen des Bundes zur Einschränkung von Kontakten zu ziehen, sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstagnachmittag. "Man hat noch zu wenig Zahlen dafür. Das einzige, was wir sagen können, ist, dass die schlimmsten Prognosen nicht eingetreten sind."
  • 280 Menschen brauchen in der Schweiz gegenwärtig ein Beatmungsgerät. "Das ist für die Schweiz enorm viel", sagte Koch. "Wenn man sich vorstellt: Das sind 280 Patienten, die um ihr Leben kämpfen und hunderte Pflegende, die sie betreuen."
  • Keine der Intensivstationen in der Schweiz ist bisher voll ausgelastet, sagte Koch. "Wir hoffen aber sehr, dass sich die Bevölkerung weiterhin diszipliniert verhält. Ziel ist, dass möglichst wenig Leute Intensivpflege brauchen."
  • In der Schweiz gibt es wieder genügend Hygienemasken, wie Koch erklärte: "Der Bund hat etwa 17 Millionen an Lager. Und es wird laufend zugekauft. Die Professionellen können versorgt werden", sagte er am Freitagabend im Fernsehen SRF.
  • 757'000 Arbeitnehmende wurden für Kurzarbeit angemeldet, das sind 15% aller Erwerbstätigen der Schweiz. Im Tessin sind rund 39% der Erwerbstätigen von Kurzarbeit betroffen.
  • Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren in mehreren Kantonen bestätigen einen massiven Anstieg der Neuanmeldungen. Dies trotz Kurzarbeit und anderen Hilfsmassnahmen zugunsten der Wirtschaft.
  • Jedes sechste KMU hält den Konkurs für wahrscheinlich, zeigt eine Umfrage.
  • Die Aussenministerium EDA will bis Anfang April rund 3500 Schweizerinnen und Schweizer aus dem Ausland heimholen.
  • 50 Militärpolizisten und ein ganzes Bataillon Milizsoldaten werden an die Grenze geschickt. Der bewaffnete Armeeeinsatz soll das Grenzwachtkorps entlasten. Der Autoverkehr an den Grenzen ging um 78% zurück. Der Warenverkehr ist nicht blockiert.
  • Ein Experte des Bundes signalisiert, dass rückkehrenden Auslandschweizern Wirtschaftshilfe geboten wird.

PK 28.3.

Pressekonferenz 28.3.

Verfolgen Sie hier die Pressekonferenz vom Samstag live


SRG-Umfrage über Corona-Virus

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Corona-Virus Mehrheit findet die Massnahmen angemessen

In einer SRG-Umfrage findet eine Mehrheit, dass die Massnahmen des Bundesrats angemessen seien. 44% der Befragten gehen diese sogar zu wenig weit.

Fotogalerie Coronavirus

Was sind die Massnahmen im Detail?

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Der Bundesrat erklärte am 16. März die "ausserordentliche Lage". In dieser steuert der Bundesrat das ganze Land zentral. Die Kantone haben nur noch eingeschränkte Kompetenzn. Es herrscht Notrecht. Detaillierte Erklärungen zu dieser Eskalationsstufe hierexterner Link.

1. Das öffentliche Leben wird stillgelegt

Ansammlungen mit mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum sind verboten. Gegenüber anderen Personen ist ein Abstand von mindestens zwei Metern einzuhalten. Die Polizei kann bei Nichteinhaltung eine Ordnungsbusse verhängen.

Öffentliche und private Veranstaltungen bleiben verboten. Alles ausser Apotheken und Lebensmittelläden bleibt geschlossen. Detailhändler beschränken die Anzahl Kunden. 

Um die Angestellten besser zu schützen, sind auch Arbeitgeber verpflichtet, Ansammlungen von über fünf Personen zu verhindern. 

2. Armee und Zivilschutz kommen zum Einsatz

Bis zu 8000 Armeeangehörige für Gesundheitswesen, Logistik und Sicherheit: Der Bundesrat geht davon aus, dass der Bedarf der zivilen Behörden nach Unterstützung durch die Armee in den nächsten Tagen und Wochen markant steigen wird. Er hat deshalb beschlossen, den Kantonen ein Kontingent von 850'000 Diensttagen zur Verfügung zu stellen.

Um den Gesuchen der Kantone zu entsprechen, erhöht der Bundesrat die Obergrenze für den Assistenzdienst von 800 auf 8000 Armeeangehörige. Dies gilt bis Ende Juni 2020.

3. Einschränkungen an den Grenzen

Einreisebeschränkungen gelten für Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich sowie aus allen Nicht-Schengen-Staaten. Der Bundesrat setzt die Erteilung von Schengenvisa und nationalen Visa für Angehörige von Drittstaaten für drei Monate aus.


Wie viele sind in der Schweiz am Coronavirus infiziert?

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Aktuelle Zahlen ersehen Sie in unserer laufend aktualisierten Grafik:

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Coronavirus-Fälle pro eine Million Menschen

Grafik: Coronavirus-Fälle pro eine Million Menschen

Das Bundesamt für Gesundheit appelliert in einer breit gestreuten Kampagne, die Hygieneregelnexterner Link zu befolgen:

  • Abstand halten ("Social Distancing")
  • Gründlich Hände waschen
  • In Taschentuch oder Armbeuge husten und niesen
  • Bei Fieber oder Husten zu Hause bleiben
  • Händeschütteln vermeiden
  • Papiertaschentücher in geschlossene Abfalleimer werfen
  • Notfallstationen nur nach Anmeldung besuchen
  • Möglichst bargeldlos bezahlen


Wie lange dauert die Corona-Krise?

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Die Prognose lautet: Das Virus wird sich weiter ausbreiten. "Es ist erst der Beginn der Welle. Wir müssen die Hospitalisationsrate der Angesteckten herunterbringen", sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Die Schliessung von Schulen und die Stillegung des öffentlichen Lebens könnte länger dauern als bisher angekündigt. Hunderttausende dürften wegen der Krise zurzeit im Homeoffice arbeiten.


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Welche Auswirkungen hat die Krise auf die Schweizer Wirtschaft?

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Die Schweizer Wirtschaft wird wegen des Coronavirus im ersten Halbjahr 2020 in eine Rezession schlittern

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat die Konjunkturprognose stark nach unten korrigiert, wie Eric Scheidegger, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik beim Seco, sagt. Aber: "Die Prognose-Unsicherheit ist ausserordentlich hoch", so Scheidegger. Erwartet werden eine Arbeitslosigkeitsquote von 2,8% für 2020 und ein Rückgang des BIP um 2,8% auf -1,3%.

Die Aktienmärkte erfahren eine weltweite Baisse. Auch die Schweizer Börse war betroffenHier externer Linkdie aktuelle Situation des Swiss Market Index SMI.

SMI (1)


Wie hilft der Bund der Schweizer Wirtschaft?

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Der Bundesrat hat für die Wirtschaft ein Massnahmenpaket über rund 42 Milliarden Franken zusammengestellt. 

Ziel der auf verschiedene Zielgruppen ausgerichteten Massnahmen ist, die Beschäftigung zu erhalten, Löhne zu sichern und Selbständige aufzufangen. 

Professoren der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) rechnen mit einem Bedarf von 100 Milliarden.

Zu den Massnahmen zählen Kurzarbeit, Liquiditätshilfen für Unternehmen und Soforthilfe mittels Krediten.

Bis 24. März wurde für 484'000 Angestellte ein Antrag auf Kurzarbeit eingegangen. Das entspricht 9.5 Prozent aller Beschäftigten.


Haben auch Auslandschweizer Anrecht auf wirtschaftliche Hilfe?

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Wir haben diese Frage dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gestellt. Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, antwortete: "Wenn sie in die Schweiz zurückkommen, gehe ich davon aus, dass sie von all den Massnahmen, die in der Schweiz gelten, profitieren können."

Und weiter:  "Ob für Auslandschweizer im Ausland Massnahmen vorgesehen sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Das wäre eine weitere Anspruchsgruppe, die wir auf die Liste aufnehmen würden."


Sind Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer speziell betroffen?

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Ja. 

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Die Auslandschweizer-Organisation Deutschland sagte die für Mai geplante Jahreskonferenz in Düsseldorf ab. Der Kongress der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in Frankreich (UASF) vom 24. bis 27. April 2020 in Mulhouse wurde ebenfalls abgesagt, wie auch der Kongress der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in Italien, der in Florenz geplant war.

Aktuell sind aufgrund der Reisebeschränkungen viele Doppelbürger von Quarantänen und Stornierungen betroffen.

#WeAreSwissAbroad Auslandschweizer, blockiert in der Schweiz

Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer schaffen es angesichts der rasanten Ausbreitung des Coronavirus nicht mehr zurück in ihre Wahlheimat.

"Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer tragen die alleinige Verantwortung für Aktivitäten im Ausland. In einer Krisensituation müssen sie sich selbständig informieren", sagte Christian Bock, Direktor der Eidgenössischen Zollverwaltung, am 17. März.

+ So erleben Schweizer im Ausland die Corona-Krise

+ Israels Einreisesperre für Auslandschweizer: Hochzeit abgesagt, Beerdigung verpasst

+ Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer fliehen aus Italien


Wo finde ich mehr Informationen? 

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Hier eine Liste der Links, wo Sie jederzeit selbst die aktuellen Updates aus erster Hand erfahren können. 

Bundesamt für Gesundheit (BAG)externer Link

Weltgesundheits-Organisation (WHO)externer Link

Internationale Übersichtskarteexterner Link

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