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GF: Von der Mühle zur Milliarde

Stahlgiesserei 1802: der Grundstein vom Georg Fischer-Konzern.

(www.georgfischer.ch)

Was vor 200 Jahren in einer Mühle bei Schaffhausen begann, ist heute der Georg Fischer-Konzern mit 15'000 Mitarbeitenden und einem Umsatz von fast 4 Mrd. Franken.

Das ganze Jahr lang Kundenanlässe in den 160 Konzerngesellschaften, ein Pensionierten- und Mitarbeiterfest in der Stahlgiesserei in Schaffhausen, je ein Gala-Dinner in Los Angeles und Beijing für geladene Gäste und am 4. Juni der offizielle Festakt im Klostergut "Paradies" zu Schaffhausen: So sieht das Jubiläumsprogramm der Georg Fischer (GF) aus.

Tradition mit Kontinuität

"Wir formen die Zukunft", ist das Motto der Festlichkeiten. Was darunter zu verstehen ist, erklärt CEO Martin Huber: "Georg Fischer ist einerseits ein industrielles Unternehmen, das mit Formen vielfältige Gegenstände herstellt. Andererseits schauen wir konsequent in die Zukunft und haben dabei nur ein Ziel vor Augen: Wir wollen jedes Jahr etwas mehr Wert schaffen."

Im letzten Jahr schufen die 15'000 Angestellten einen Umsatz von 3,848 Mrd. Franken und einen Gewinn von 65 Mio. Franken. Im Jubiläumsjahr ist man allerdings unter Druck: Seit der zweiten Hälfte 2001 gab es eine "rasch zunehmende Rezession in allen Märkten und Regionen" und im letzten Quartal kam es zu einem Umsatz-Einbruch von 22%.

Für CEO Huber allerdings kein schlechtes Omen, wie er kürzlich gegenüber der Wirtschaftszeitung Cash sagte. Schwieriger zu bewältigen sei eher der starke Franken. Seine Strategie müsse der Konzern aber keineswegs überdenken.

Vom Gusseisen losgelassen

Grundsätzlich umstrukturiert wurde GF letztmals 1991: Als Holding-Gesellschaft fokussierte GF damals auf die Tätigkeiten Fertigungstechnik, Rohrleitungssysteme, Fahrzeugtechnik und Anlagebau.

Der Stahlguss wurde eingestellt, die Sparte stillgelegt. Dieser Schritt sei zwar imagemässig ein massiver Einschnitt gewesen, sagte CEO Martin Huber gegenüber Cash. Der Rückzug sei aber gerade rechtzeitig vor der Krise im Stahlgeschäft erfolgt.

Erfindungen und Premieren

Den Image-Schaden richtete der Umbau deshalb an, weil GF mit der Stahlproduktion gross geworden und dafür bekannt war.

Die offizielle Chronik der GF weist darauf hin, dass dem Gründer Johann Conrad Fischer 1805 als erstem Kontinental-Europäer die Herstellung von Gussstahl gelungen sei oder 1864 Georg Fischer II. - als Europa-Premiere - gegossene Rohrverbindungsteile gewerbsmässig herstellte.

1896 wurde dann die Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 3 Mio. Franken gegründet, und 1957 weihte man in Deutschland die erste Produktionsstätte für Kunststoff-Rohrteile ein.

Auch dunklere Zeiten mitgemacht

Keinen Platz in der offiziellen Chronik zum Jubiläumsjahr haben die Zwangsarbeiter gefunden, die laut Recherchen des Historikers Wilhelm J. Weibel während des 2. Weltkriegs im deutschen Singen Granaten, Minen und Bombengehäuse produzierten.

Weibel äussert sich jedoch auch lobend über den Konzern, der 1995 elf ehemaligen Zwangsarbeitern die Reise an ein Firmenjubiläum ermöglichte oder Geld für chirurgische Geräte in der Ukraine spendete.

DEZA-Partnerschaft für sauberes Wasser

Aus Anlass des 200-jährigen Bestehens hat GF eine Stiftung "Community Benefit" für gemeinnützige Zwecke errichtet und mit 3,5 Mio. Franken ausgestattet.

Im ersten Jahr ihres Bestehens sollen 12 Projekte im Umfang von 1 Mio. Franken in Moçambique, Kambodscha, Kamerun, der Schweiz und andern Ländern zur verbesserten Trinkwasser-Versorgung der Bevölkerung beitragen. Dazu ging GF eine Partnerschaft mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ein.

Philippe Kropf


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