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(Meldung im Lead und den letzten 3 Abschnitten um Kapitalerhöhung ergänzt)
Glarus (awp) - Die Glarner Kantonalbank hat 2010 die schwierigen Bedingungen im Zinsengeschäft zu spüren bekommen und weist einen deutlich tieferen Bruttogewinn aus. Dank stark gesunkenen Wertberichtigungen resultiert dennoch ein höherer Reingewinn. Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis beauftragt die Regierung die Bank, Investoren für eine Kapitalerhöhung um 20 bis 30 Mio CHF zu suchen.
Unter dem Strich steigt das Jahresergebnis um 5,4% auf 11,0 Mio CHF, wie der Mitteilung der Glarner Kantonalbank (GLKB) vom Dienstag zu entnehmen ist. Dies obwohl das Institut erstmals Steuern bezahlen musste, nachdem es im Mai 2010 von einer öffentlich-rechtlichen Anstalt in eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft umgewandelt worden war.
Der Bruttogewinn sank 2010 dagegen um 19,4% auf 15,4 Mio CHF. Der Hauptgrund dafür war ein Rückgang des Zinserfolgs um 13,2%. Neben dem generellen Margendruck und dem Rückgang bei den übrigen Forderungen an Kunden hätten sich die Kosten für die Zinsabsicherungen negativ ausgewirkt, kommentiert die GLKB. Beim Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft legte die Bank dagegen um 2,7% zu und der Handelserfolg verbesserte sich gar um knapp einen Drittel. Den Geschäftsaufwand konnte die Bank um 4,1% reduzieren.
Die Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste belaufen sich noch auf 1,1 Mio CHF nach 8,0 Mio CHF im Jahr davor. Dies sei der engen Betreuung der Kreditpositionen mit erhöhten Risiken zu verdanken, schreibt die GLKB. Zudem habe sich die "von Vorsicht geprägte Politik" und die seit 2008 geänderte Risikopolitik ausbezahlt.
Die Bilanzsumme blieb mit 3,31 Mrd CHF (+0,3%) stabil. Die Kundenausleihungen stiegen um 0,1%, wobei der Anstieg der Hypothekarforderungen um 1,4% durch den - gewollten - Rückgang der übrigen Forderungen gegenüber Kunden beinahe vollständig kompensiert wurde. Die Kundengelder gingen mit leicht zurück. Der Eigenmitteldeckungsgrad liegt bei 152,2%.
Die vom Regierungsrat in Auftrag gegebenen Abklärungen betreffend einer möglichen Sorgfaltspflichtverletzung der zwischen 2005 und 2007 amtierenden Organe seien "sehr komplex und zeitaufwändig" gewesen, heisst es weiter. Die Verfahren seien eingeleitet und würden die Bank in den kommenden Jahren weiterhin beschäftigen. 2008 hatte die GLKB nach einer aggressiven Wachstumspolitik Wertberichtigungen von rund 97 Mio CHF ausweisen müssen, was zu einem Jahresverlust von 56,8 Mio CHF führte.
Für das Jahr 2011 zeigt sich die GLKB-Leitung zuversichtlich, trotz dem anspruchsvollen Marktumfeld weitere operative Fortschritte zu machen und die Ertragskraft weiter zu festigen. Allerdings würden die erstmals für ein ganzes Jahr anfallenden Steuern sowie eine höhere Minimalabgeltung für die Staatsgarantie zu höheren Kosten führen, heisst es.
Nach der Umwandlung der Kantonalbank in eine spezialrechtliche Aktiengesellschaft hat die Glarner Regierung die Bank beauftragt, Gespräche um mit potenziellen Investoren durchzuführen, um das Aktienkapital von heute 80 auf 100 bis 110 Mio CHF anzuheben, wie die Glarner Staatskanzlei am Dienstag mitteilte.
Der Regierungsrat denke an "fünf bis zehn Beteiligungsnehmer aus dem Kantonalbankenumfeld", wird Regierungsrat Rolf Widmer in der Mitteilung zitiert. Der Kanton will auf sein Bezugsrecht verzichten, und damit rund 30% des Kapitals Dritten überlassen. Gemäss dem neuen Kantonalbankengesetz könnte der Kanton maximal 49,9% des Nominalkapitals abgeben.
Die geplante Kapitalerhöhung soll der Kantonalbank helfen, die Auflagen bezüglich Eigenkapitalquote früher zu erreichen: Per Anfang 2015 müsse die Bank über einen Eigenmitteldeckungsgrad von mindestens 165% verfügen. Andererseits biete die Kapitalerhöhung der GLKB eine grössere Flexibilität. Nach einer Genehmigung durch die Generalversammlung sowie durch den Glarner Landrat könnte die Kapitalerhöhung "idealerweise" noch in diesem Jahr vollzogen werden.
tp/cc

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