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Globale Unsicherheit bremst Uhrenexporte

2003: Trotz hoher Qualität erneut weniger Uhrenexporte.

(Keystone)

Die Ausland-Verkäufe der Schweizer Uhrenbranche gingen im vergangenen Jahr um 4,4% zurück, lagen aber dennoch über den Erwartungen.

Der Wert der exportierten Uhren und Uhrwerke betrug rund 10,2 Mrd. Franken, 463 Mio. Franken weniger als 2002.

Die Schweizer Uhrenindustrie hat ein schwaches Jahr hinter sich. Erstmals seit 1996 gingen die Exporte wieder deutlich zurück. Und dennoch: Irak-Krieg, Sars-Krise und Konjunkturflaute haben im vergangenen Jahr die Ausland-Nachfrage für Schweizer Uhren weniger beeinträchtigt, als befürchtet.

Die Exporte sanken wertmässig zwar um 4,4% , lagen damit aber nur knapp unter dem Stand von 2000. Nachdem die Exporte im Jahr 2002 noch stagniert hatten, werde im laufenden Jahr wieder ein "moderates" Wachstum erwartet, teilte der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FHS) am Dienstag mit.

Einbruch bei den Gehäusen

Bei den Fertiguhren als Abbild der gesamten Uhrenindustrie sank der frankenmässige Exportwert im Vergleich zum Vorjahr um 4,4% auf 9,3 Mrd. Franken. In Stückzahlen ausgedrückt entsprach dies einem Rückgang um 8,4% oder 2,2 Mio. Einheiten auf noch 24,6 Mio. Zeitmesser.

Bei den Uhrwerken gab es durchschnittliche Einbussen von 4,9% und bei den Einzelteilen 4,1%. Die Gehäuseexporte verloren gar über 20%. Zulegen konnten dagegen die Pendulen und die Grossuhren samt Einzelteilen.

Trotzdem Optimismus angesagt

"Die Zahlen am Ende des letzten Jahres fielen besser aus als einige Leute befürchtet hatten", sagte James Amoroso, Analyst für Luxusgüter bei der Genfer Privatbank Pictet, gegenüber swissinfo. Die Dezember-Resultate hätten eine generelle Erleichterung ausgelöst. "Deshalb werden die negativen Jahreszahlen auch nicht als Enttäuschung gewertet."

Enttäuschung ortet Amoroso einzig bei den Anbietern im Luxussegment. "Richemont, Patek Philippe und Rolex werden enttäuscht sein, dass die starken Verkäufe der letzten Jahr nicht gehalten werden konnten."

Schwaches Asien und Europa

Irak-Krieg und Sars hätten vor allem die Verkäufe im asiatischen Raum gebremst, führte FHS-Direktor Jean-Daniel Pache aus. In den fernöstlichen Ländern brachen die Verkäufe zumeist um fast 10% ein.

Die Exporte nach Hongkong fielen beispielsweise um 8,2%. Wegen der schwachen Konjunktur verliefen auch die Exporte in den europäischen Raum schleppend. In Deutschland wurde ein Rückgang um 9,9% verbucht, in Italien ein Minus von 9,6%. In Frankreich gingen die Verkäufe um 9,0% zurück.

Zukunftsmarkt China

Die Verkäufe nach China erreichten dagegen 197 Mio. Franken und konnten damit mehr als verdoppelt werden. Leicht zulegen konnte die Branche auch bei den Ausfuhren in die USA.

Wie viele Unternehmer und Konjunkturforscher setzt auch Amoroso auf die USA als Wachstumsmotor für die Wirtschaft anderer Industriestaaten. "Nur sind die USA nicht wirklich ein Markt für Luxusuhren", päzisiert der Analyst.

"Zur Erholung der gesamten Uhrenbranche müssen aber die Leute in Asien,und auch in Europa, wieder in die Uhrenläden strömen."

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Exporte in die USA stiegen 2003 um 1,1% auf 1,6 Mrd Franken.

Hongkong lag dagegen mit einem Gesamtwert von 1,420 Mrd. Franken um 8,2% unter dem Vorjahr.

Japan lag mit 985 Mio. (minus 10,5%) dahinter.

China liegt mit einem Gesamtwert von 197 Mio. Franken nur auf Platz 11, verdoppelte aber das Resultat aus dem Vorjahr.

Die wichtigsten europäischen Länder wiesen Einbrüche um knapp 10% auf.

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