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Gotthard: Bergungsarbeiten in Gang

Die Maschinen stehen zum Einsatz im Gotthardtunnel bereit. Keystone

Die Bergungsarbeiten im Gotthardtunnel haben am Freitag begonnen. Zugleich haben die Bündner Behörden und der Bund auf die Verkehrssituation am San Bernardino reagiert: Ab Montag wird der Schwerverkehr durch den Tunnel einspurig geführt.

Dieser Inhalt wurde am 02. November 2001 - 18:49 publiziert

Die Luft im Tunnel ist weniger stark verseucht als befürchtet, wie die von einem Lausanner Institut durchgeführte Analyse der Staub- und Ascheteilchen ergab. Vorerst darf nur das DVI-Team (Disaster Victim Identification) in die sogenannte Zona rossa vorstossen.

Erst wenn die wissenschaftlichen Untersuchungen und Ermittlungen abgeschlossen sind, darf mit dem Abschleppen der zerstörten Fahrzeuge aus der Zona rossa begonnen werden. Diesen Entscheid habe die Staatsanwaltschaft gefällt, teilte die Tessiner Kantonspolizei am Freitag mit.

Die offizielle Zahl der Todesopfer beträgt nach wie vor elf. Neun Leichen konnten bereits den Angehörigen übergeben werden, über die Identität der beiden anderen Opfer herrscht immer noch Unklarheit. Die Vermisstenliste umfasst derzeit noch neun Namen.

Einbahn für LKW im San-Bernardino-Tunnel

Ebenfalls am Freitag hat die Bündner Regierung verkehrsleitende Massnahmen für die San-Bernardino-Route vorgestellt, auf der sich der Schwerverkehr seit der Gotthard-Katastrophe fast versiebenfacht hat. Demnach soll ab Montag im San-Bernardino-Tunnel versuchsweise eine alternierende Einbahn-Regelung für LKW gelten.

Auch für andere A13-Tunnels wird diese Regelung in Betracht gezogen. Weitere Massnahmen sind ein LKW-Überholverbot auf nicht richtungsgetrennten Teilabschnitten sowie die Einführung eines Minimalabstands von 150 Metern zwischen schweren Fahrzeugen.

Vorkehrungen für Winter

Zudem sollen verkehrslenkende Massnahmen die A13 entlasten. Dazu gehören Rückhalte-Massnahmen in Koordination mit dem Bund und anderen Kantonen. Besondere Vorkehrungen werden für den Winter getroffen. Geplant sind temporäre Fahrverbote, ein Kettenobligatorium und die Schwarzräumung der Strasse.

Der Bündner Regierungsrat Stefan Engler erklärte, er erwarte vom Bund die Übernahme der Mehrkosten für die Verkehrsmassnahmen. Zudem forderte er den Bund auf, die Notstandsklauseln im Transit- und Landverkehrs-Abkommen mit der EU anzurufen.

PW bevorzugen Gotthardpass

Während der San Bernardino jeden Tag 2000 zusätzliche LKW schlucken muss, haben der Grosse St. Bernhard und der Simplon noch Kapazitäten. Die meisten PW benutzen den Gotthardpass, über den sich der Verkehr denn auch verdreifachte.

Am Gotthard wird derweil versucht, den Pass "so lange als verantwortbar" den Winter über geöffnet halten, wie der Urner Strassen-Abteilungsleiter Eduardo Frei erklärte. Für die Kosten der Winterräumung der Nationalstrasse werden der Bund und die beiden Kantone Tessin und Uri aufkommen müssen.

Mehr Bahntransporte

Zugenommen hat die Nachfrage nach Transporten auf der Schiene. Die Kapazitäten sind im alpenquerenden Einzelwagenladungs- und Containerverkehr zu 84 bis 94% ausgeschöpft. Auch die Rollende Landstrasse am Lötschberg mit 64% und der Huckepackverkehr am Gotthard mit 70% Auslastung verzeichneten Zunahmen.

Am Freitag konne die Tunnelsanierung im Gotthard-Eisenbahntunnel abgeschlossen worden. Damit ist der Tunnel wieder durchgehend doppelspurig befahrbahr. Ab dem 12. November dient zudem eine verkürzte Rollende Landstrasse mit täglich vier Zügen pro Richtung zwischen Brunnen und Lugano zum Binnentransport von LKW.

swissinfo und Agenturen

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