Gotthard minus 3: Dreckig, aber gut!

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Die Mineure sind grobe, introvertierte Typen. Geselligkeit behagt ihnen nicht besonders. Stimmt das wirklich? Ein paar Stunden unter ihnen reichen aus, um sich vom Gegenteil zu überzeugen.

Dieser Inhalt wurde am 12. Oktober 2010 - 16:17 publiziert

Die Menus in der Kantine von Faido sind reichhaltig: Pasta bolognese, Salat, Fleisch, Gemüse und Früchte. Dazu ein Humpen Bier. Eine halbe Portion ist mehr als genug für jemanden wie mich, der sitzend arbeitet.

Einige, die jüngsten, essen schweigend. Andere schwatzen ununterbrochen. Über die Morgenschicht und die Feier Ende Woche. Für die Mineure sind in den nächsten Tagen drei Feste angesagt.

Beim Kaffee wird gelacht und gescherzt. Mein Computer stört niemanden. Auch meine sauberen Kleider nicht, die neben der schmutzigen Arbeitskleidung der Kumpel etwas fehl am Platz erscheinen. Ich versuche, die Emotionen für den bevorstehenden Rekord einzufangen. Ehrlich gesagt, sind es nur wenige. Man sagt mir, der 15. Oktober sei ein Tag wie jeder andere. Was ich allerdings nicht glaube.

"Mein Name soll aber nicht publiziert werden", bittet mich der Mechaniker aus Italien, der mir den Verdauungsschnaps offeriert hat, und lacht. Er kann das Fest kaum erwarten. Nicht um in die Geschichte einzugehen, sondern wegen des einladenden Banketts, das allen Mineuren offeriert wird. Getränke inbegriffen.

Luigi Jorio, Faido, 12. Oktober, 2010

Mittagsschmaus bei den Mineuren in der Kantine von Faido.

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