Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

Grasshoppers und ihr Meister-Trainer trennen sich

Ex-Grasshoppers-Trainer Marcel Koller.

(Keystone)

Letzte Saison war GC noch Schweizer Fussball-Meister. Nun hat Trainer Marcel Koller nach fünf Meisterschafts-Niederlagen in Serie sein Amt niedergelegt.

Die Mannschaft wird ad interim vom bisherigen Assistenten Carlos Bernegger betreut. Sportchef Mathias Walther wurde per sofort freigestellt.

Im Vorfeld dieser Fussball-Saison wurden in den Medien immer wieder die gleichen beiden Mannschaften als Meisterschafts-Anwärter erwähnt: Der FC Basel und die Zürcher Grasshoppers (GC). Doch der Saisonstart glückte nur den Baslern, GC stürzte regelrecht ab.

Nach der schwachen Leistung bei der 1:2-Niederlage in Wil fasste Marcel Koller nun den Entschluss zum Rücktritt – nach 27 Jahren bei GC, zuerst als Spieler, später als Trainer.

"In der Garderobe nach dem Schlusspfiff habe ich beschlossen, nach der Rückkehr in den Hardturm bei der Geschäftsleitung meinen Rücktritt anzubieten", erklärte der 42-Jährige.

"Die Situation war unbefriedigend. Es geht dabei nicht um mich, sondern um den Verein", begründete Koller seinen Schritt. Er wird von GC noch bis Ende Oktober entlöhnt, das Training wird ab sofort von Carlos Bernegger geleitet.

Koller äusserte die Hoffnung, dass jetzt ein Ruck durch die Mannschaft gehe und sie nach nur drei Siegen in zwölf Spielen aus dem sportlichen Loch herausfinde. "Jetzt stehen die Spieler in der Verantwortung."

Suche nach Erklärungen

Erklären konnte Koller die negative Serie auch gestern nicht. In den Trainings habe die Mannschaft gut gearbeitet. Koller betonte auch, er habe weder mit einzelnen Spielern noch mit der Mannschaft Probleme gehabt. "Der Abschied von der Mannschaft war sehr emotional", erklärte Koller. Im Erfolg habe alles gestimmt, jetzt hätten kleine Dinge die Misere beschleunigt.

Allerdings wuchs zuletzt aus dem Team der Vorwurf, dass Marcel Koller die Realität in der Mannschaft verkannt habe. Das Verteidiger-Talent Rijat Shala erklärte in einem Interview mit der Tessiner Zeitung "Giornale del Popolo", dass es im Team drei bis vier Clans gebe und man in einem "Klima der langen Messer" lebe.

Koller wird auch zum Vorwurf gemacht, dass er zu ängstlich taktierte, zu häufig umstellte und von Spielern keine Widerrede in seinen Dispositionen duldete.

Für die Nachfolge Kollers wolle man sich Zeit lassen, erklärte Präsident Thomas Gulich. Die Suche nach einem neuen Trainer könne sich auch bis Januar hinziehen.

Als Wunschtrainer von St. Gallen geholt

Koller war auf die Finalrunde 2002 hin aus St. Gallen auf den Hardturm gekommen. Trotz weiterlaufendes Vertrages in der Ostschweiz wurde der 55-fache Schweizer Internationale, der als Spieler seine gesamte Karriere bei GC bestritt hat, nach Zürich gelockt; er ersetzte Hans-Peter Zaugg.

In seiner ersten kompletten Saison lag Koller mit seinem Team über die ganze Zeit an der Tabellenspitze und gewann vor vier Monaten vor Basel den Meistertitel, seinen zweiten als Trainer nach dem Erfolg in St. Gallen im Jahr 2000.

Über seine Zukunftspläne oder gar über den zuletzt häufig kolportierten Wechsel zu Köln gab Koller keinen Kommentar ab.

Gleichzeitig mit dem Rücktritt Kollers wurde bei GC der bisherige Sportchef Mathias Walther per sofort freigestellt. Er hätte gerne weitergearbeitet, verstehe aber den Entscheid der Geschäftsleitung, sagte der sichtlich gezeichnete Walther an der Medienorientierung. Seine Geschäfte wird General Manager Georges Perego ad interim führen.

swissinfo und Agenturen


Links

Neuer Inhalt

Horizontal Line


swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.