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Greenpeace-Aktion gegen illegalen Gentech-Mais

Greenpeace machte eigene Analysen - und räumte die Gentech-Polenta bei Coop aus den Regalen.

(Keystone)

Der zweitgrösste Schweizer Detailhändler Coop hat nach Protesten von Greenpeace den Verkauf von Polenta in den Läden gestoppt.

Die Umweltorganisation fand in der Polenta Spuren des Gentech-Maises "GA 21" von Monsanto. Der Mais wird laut Greenpeace in Argentinien illegal angebaut. In der Schweiz und der EU ist dieser Mais nicht für den Verkauf zugelassen.

In einer Aktion in Zürich nahmen am Mittwochmorgen die Greenpeace-Aktivisten die Polenta-Packungen aus den Regalen und packten diese anschliessend vor dem Coop auf der Zürcher Bahnhofbrücke ein riesiges Paket. Dieses trug die Aufschrift: "Back to producer: Monsanto Co., Argentina".

Ein Test auf Gentech-Anteile der in Argentinien produzierten Polenta habe entsprechende Verunreinigungen aufgewiesen. Laut Greenpeace war von den vier Coop-Polentasorten nur die Bio-Polenta gentechfrei.

Coop reagierte rasch

Coop habe von Greenpeace umgehend die Analyseresultate angefordert und daraufhin einen vorsorglichen Verkaufs- und Lieferstopp der betreffenden Polenta-Sorten veranlasst, sagte Coop-Sprecher Karl Weisskopf.

Die Spuren in der Polenta liessen auf unbeabsichtigte Verunreinigung schliessen, zu der es beispielsweise beim Transport gekommen sei. Weil in der Schweiz wie auch in der EU eine Null-Toleranz für den GA-21-Mais vorgeschrieben sei, sei der Verkaufsstopp sofort veranlasst worden.

Bund verweist auf Selbstkontrolle

Auch legal zugelassene Gentech-Produkte finden sich nicht in Schweizer Läden. Die Grossverteiler haben die regelmässigen Proteste von Umweltorganisationen und die Meinungs-Umfragen, welche eine gentech-kritische Haltung der Bevölkerung zeigen, ernst genommen.

Seien es die korrekte Deklaration von erlaubten Gentech-Produkten oder das Verhindern von illegalen Beimischungen: Laut dem Sektionsleiter für Mikrobiologie und Biotechnologie im Bundesamt für Gesundheit, Urs Pauli, obliegt die Vollzugskontrolle bei Lebensmitteln den Kantonen. Diese würden jährlich Stichproben durchführen. Die Lebensmittelverordnung schreibt zudem die Selbstkontrolle für Importeure und Verkäufer vor.

Coop sei selber Opfer der Gentech-Verunreinigung, "wir wollten diesen Mais nicht, haben ihn aber bekommen", sagte Weisskopf. Coop werde weitere Abklärungen treffen, welche auch eine Intervention bei den argentinischen Behörden einschliessen könne.

Trotz umfangreichen Tests nur Coop betroffen

Greenpeace hatte landesweit Mais und Maisprodukte aus allen Grossverteilern und aus dem Detailhandel auf Gentech-Anteile hin getestet und lediglich bei Coop Verunreinigungen mit Gentech-Mais GA-21 von Monsanto gefunden. Die Organisation liess die Produkte vom deutschen Labor Genescan untersuchen.

Protest bei argentinischer Botschaft

Bis spätestens am Donnerstag will Greenpeace-Aktivist Bruno Heinzer zusammen mit Daniela Montalto von Greenpeace Argentinien bei der argentinischen Botschaft in Bern einen Brief an das Landwirtschafts-Ministerium übergeben. Es wird darin an sein Versprechen erinnert, illegalen Gentech-Mais zu vernichten und Monsanto zur Erfüllung der staatlichen Auflagen zu zwingen.

Daniela Montalto räumte ein, dass es in Argentinien derzeit schwierig sei, auf das Problem aufmerksam zu machen. Das Land habe dringendere Probleme, sagte sie. Gerade in der jetzigen Wirtschaftskrise könne es sich ihr Land aber nicht leisten, seinen gesamten Mais-Export wegen des Monsanto-Gentech-Mais zu gefährden.

swissinfo und Agenturen


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