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LONDON (awp international) - Die britische Grossbank Barclays steht in ihrem Heimatland als Steuerflüchtling in der Kritik. Die Bank musste zugeben, 2009 lediglich 113 Millionen Pfund (rund 134 Mio Euro) an Unternehmenssteuern an das britische Finanzamt abgeführt zu haben - bei einem Bruttogewinn von 11,6 Milliarden Pfund. Das geht aus einem Brief von Barclays-Chef Bob Diamond an den Labour-Abgeordneten Chuka Umunna hervor. Dieser bezeichnete die Zahlen laut Berichten in britischen Medien als "schockierend".
Der normale Satz für Unternehmenssteuern liegt in Grossbritannien derzeit bei 28 Prozent. Barclays generiert seine Gewinne jedoch nicht ausschliesslich im Heimatland, sondern auch im Ausland - unter anderem in Steueroasen. 30 Barclays-Töchter sitzen auf der Isle of Man, 38 im Steuerparadies Jersey, 181 weitere auf den Cayman Inseln in der Karibik.
Nach Berechnungen von Experten hat die Bank nur zehn Prozent ihrer Gewinne aus dem Jahr 2009 in Grossbritannien versteuert. Es sei aber zu bezweifeln, dass nur jedes zehnte Pfund in Grossbritannien verdient worden sei.
Die Bank selbst gab an, 2009 zwei Milliarden Pfund an Steuern bezahlt zu haben, 2010 sollen es bis zu 2,8 Milliarden Pfund werden. "Die Körperschaftssteuer-Angelegenheiten eines Unternehmens mit globaler Ausrichtung wie Barclays sind sehr komplex und lassen sich nicht auf einfache Vergleiche reduzieren", hiess es in einem Statement der Bank, das dem "Guardian" vorliegt.
Steuerexperten geben zu bedenken, dass auch in der 2010er Zahl die Einkommenssteuer aus den Gehältern der Bankangestellten eingerechnet ist, die Barclays nur weitergibt. Tatsächlich aber werden sie aus der Tasche der Bediensteten selbst bezahlt.
Die Banken stehen in Grossbritannien schwer unter Beschuss, weil sie als Auslöser der Wirtschafts- und Finanzkrise für die enormen Kürzungen in den öffentlichen Haushalten verantwortlich gemacht werden. "Wenn die Banken ihren ehrlichen Anteil an Steuern zahlen würden, könnten wir die schlimmsten Kürzungen vermeiden und denen, die am härtesten getroffen werden, obwohl sie nichts für die Krise können, wäre geholfen", sagte Max Lawson von der Steuerkampagne "Robin Hood"./dm/DP/he

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