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Zürich (awp/sda) - Der Spezialkunststoff-Hersteller Gurit hat im Windenergiegeschäft ein enttäuschendes Jahr hinter sich. Das Toggenburger Unternehmen rechnet jetzt zwar mit einer Erholung, trotz AKW-Katastrophe in Japan aber nicht mit einem schlagartigen Boom.
Der Negativ-Trend bei der Windenergie in Europa und Nordamerika dürfte sich zwar deutlich verändern, sagte Konzernchef Rudolf Hadorn am Montag am Rande der Bilanz-Medienkonferenz von Gurit in Zürich. Windenergieprojekte liessen sich aber nicht von heute auf morgen realisieren und es brauche den politischen Willen. Angesprochen auf die AKW-Katastrophe in Japan sagte Hadorn, es zeige sich, dass die Energieversorgung langfristig angegangen werden müsse und auch Kostenwahrheit nötig sei.
2011 rechnet Gurit, die Spezialkunststoffe auch für den Schiffbau sowie für die Ausstattung von Flugzeugen, Raketen, Eisenbahnen und Strassenfahrzeuge herstellt, mit steigenden Umsätzen in allen Zielmärkten. Eine konkrete Prognose gab die Firma nicht ab.
"Wir sind bereit, wir haben die Kapazitäten", sagte Hadorn. 2012 oder 2013 sollen die Märkte zu ihren früheren Wachstumsraten im zweistelligen Bereich zurückkehren. Auch im laufenden Geschäftsjahr 2011 rechnet Gurit mit steigenden Umsätzen in seinen Zielmärkten, will jedoch keine konkrete Umsatzguidance abgeben. "Wir sind eine Spur positiver eingestellt als noch vor einem Jahr", fasste Hadorn die Stimmungslage zusammen.
Gurit peilt nach einer operativen Marge von 8% in 2010 auch in den folgenden drei Jahren eine Profitabilität vor Sondereffekten im Bereich von 8 bis 10% an. "Gegen Ende des Planungshorizonts dürfte die Marge eher gegen das obere Ende hin laufen", sagte Hadorn.
WENIGER UMSATZ
Im vergangenen Jahr schrumpfte der Umsatz der Gruppe, wie bereits bekannt, um 0,9% auf 311,6 Mio CHF. Zu konstanten Wechselkursen hätte ein Wachstum um 2,7% resultiert. Insbesondere tiefere Steuern in China und höhere Margen führten dazu, dass der Reingewinn um 19,2% auf 24,9 Mio CHF stieg.
Tiefere Gas- und Ölpreise sowie gekürzte Subventionen für Alternativenergien wegen der Schuldenkrise belasteten die Windkraft-Sparte stark. Der Umsatz sank wegen geringerer Nachfrage nach den Glas- und Kohlefaser-Materialien um 22,9% auf 158,5 Mio CHF. Dagegen stieg der Absatz von Strukturkernen, die auch aus dem leichten Balsaholz gefertigt werden.
Besonders gebremst wurde das Geschäft in Spanien, auch in den USA blieben viele Alternativ-Energie-Projekte der Regierung Obama in der Schublade. Stark entwickelte sich dagegen China. Mittlerweile erzielt Gurit ein Drittel des Umsatzes in Asien und beschäftigt in China die Hälfte der Mitarbeiter.
IMMER GRÖSSERE WINDKRAFTANLAGEN
Hinzu kam in China ein auf längere Bauformen ausgerichtetes Werk in der neu konsolidierten Tooling-Sparte, die 43,4 Mio CHF Umsatz generierte. Produziert werden können statt wie früher 40 Meter neu bis zu 75 Meter lange Flügelstücke.
Als solide bezeichnete Gurit die Transport-Sparte, die einen Umsatz von 55 Mio CHF (-7,7%) erzielte. Wieder angezogen hat das Geschäft mit Materialien für Superyachten und Rennboote. Die Sparte Marine, die mit Serienyachten und Aufklärungsbooten weiter expandieren will, legte 2010 um rund 27% auf 53,6 Mio CHF zu.
Als Dividende will Gurit wie im Vorjahr 15 CHF pro Aktie oder insgesamt rund 7 Mio CHF ausschütten. Weil die Firma auf Kapitaleinlagereserven zurückgreifen kann, ist die Dividende aber neu steuerfrei.
An der GV sollen die Reserven so umgeteilt werden, dass weitere steuerfrei ausschüttbare Mittel von über 30 Mio CHF bereit stehen.
An der Börse notierte die Gurit-Aktie am Nachmittag trotzdem wegen Gewinnmitnahmen 2,4% schwächer bei 607 CHF. Zuvor hatte der Titel im Zuge der AKW-Katastrophe in Japan 19% zugelegt.
ra

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