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Gute Arbeitsmarktlage in der Schweiz - nicht alle profitieren

Ein Angestellter bei Givaudan in Dübendorf (ZH). Für ältere Menschen hat sich die Arbeitmarktsituation nicht verbessert. Keystone

In der Schweiz ist die Zahl der Erwerbstätigen im zweiten Quartal 2000 im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozent auf 3,9 Mio. Personen gewachsen. Nicht alle können jedoch gleichermassen von der guten Arbeitsmarktlage profitieren.

Dieser Inhalt wurde am 14. November 2000 - 16:31 publiziert

Vieles deute auf einen ausgetrockneten Arbeitsmarkt hin, allerdings nur in Teilbereichen. Dies erklärte Werner Haug, Vizedirektor des Bundesamtes für Statistik (BFS), am Dienstag (14.11.) an einer Medienkonferenz zum zehnjährigen Jubiläum der Schweizerischen Arbeitskräfte-Erhebung (SAKE) in Bern.

Nicht alle profitieren

Bestimmende Faktoren seien Ausbildung, Alter und unterschiedliche Regionen, erklärte Haug. So ist Arbeitslosigkeit für Personen ohne Zusatz zur obligatorischen Schulbildung beispielsweise noch immer ein Risiko. Viele, die gerne eine Vollzeitstelle annähmen, arbeiten zudem lediglich Teilzeit.

Der Anstieg der Erwerbstätigkeit innert Jahresfrist ist hauptsächlich auf eine Zunahme der Zahl erwerbstätiger Männer zurückzuführen. Dagegen ist die Zahl erwerbstätiger Frauen nahezu konstant geblieben. Der Frauenanteil betrug im 2. Quartal mit 1,7 Mio. erwerbstätigen Frauen 44 Prozent.

Frauen arbeiten mehr Vollzeit

Die Bedeutung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt habe aber trotz dieser Entwicklung nicht abgenommen, sagte BFS-Sektionschefin Brigitte Buhmann. Erstmals seit der Einführung der SAKE im Jahr 1991 sei die Zahl der teilzeiterwerbstätigen Frauen gesunken, während gleichzeitig die Zahl der vollerwerbstätigen Frauen gestiegen sei.

Zwischen 1991 und 2000 habe die Zahl der erwerbstätigen Frauen um 100'000 zugenommen. Die Frauen seien heute besser ausgebildet als noch vor zehn Jahren, begründete Buhmann ihre Aussage. Dazu komme die ökonomische Notwendigkeit: Die Zunahme der Erwerbstätigkeit sei bei Frauen mit Partnern, die wenig verdienten, besonders gross.

Keine Verbesserung der Situation für ältere Menschen

Für ältere Menschen hat sich die Situation im Erwerbsleben innert Jahresfrist nicht verbessert: Während bei praktisch allen anderen Bevölkerungsgruppen die Erwerbslosigkeit zurückging, erhöhte sich das Erwerbslosenrisiko für Personen im Alter von über 55 Jahren. Interessant ist, dass für Männer und Frauen in dieser Altersgruppe unterschiedliche Entwicklungen beobachtet werden konnten: Bei den Frauen im Alter zwischen 55 und 61 Jahren reduzierte sich die Erwerbslosenquote von 2,8 auf 2,5 Prozent, während sie sich bei den 55-64-jährigen Männern von 2,5 auf 3 Prozent erhöhte.

Die Schweizerische Arbeitskräfte-Erhebung (SAKE) ist die wichtigste BFS-Haushaltserhebung zur Beschreibung der Situation auf dem Arbeitsmarkt in der Schweiz. Sie findet seit 1991 jährlich statt und liefert die zentralen Indikatoren für eine regelmässige Arbeitsmarkt-Berichterstattung. Die SAKE wird jeweils im 2. Quartal von einem privaten Marktforschungs-Institut im Auftrag des BFS durchgeführt. Dabei werden rund 16'000 Haushalte kontaktiert.

swissinfo und Agenturen

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