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H5N1: Die Schweiz überwacht und beringt

Die Beringungskampagne im Tessin hat begonnen.

(swissinfo.ch)

Im Naturreservat "Bolle di Magadino" hat parallel zur üblichen Beringung eine Kampagne zur Erkennung des Vogelgrippe-Virus bei Zugvögeln begonnen.

Weitere derartige Kampagnen sind bis zum Sommer am Rand des Bodensees und im Herbst an den Ufern des Sempachersees geplant.

Im der Tessiner Magadinoebene werden in den kommenden Monaten rund 300 Zugvögel eingefangen und auf das Vogelgrippe-Virus untersucht. Ziel des Programmes ist es, eine erneute Einschleppung der Krankheit frühzeitig zu erkennen, wie das Bundesamt für Veterinärwesen erklärte.

Jeden Frühling ruhen sich im Naturreservat Bolle di Magadino viele Zugvögel aus, bevor sie zur Überquerung der Alpen ansetzen. Dank ihrer Beringungsstation verfügt die Institution über das nötige Fachwissen, um die Überwachung des Vogelzuges durchzuführen.

Der Ornitologe Roberto Lardelli, verantwortlich für die nationale Überwachung in der "Bolle di Magadino" sagt gegenüber swissinfo: "Im Moment untersuchen wir am Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI) in Mittelhäusern im Kanton Bern rund 20 Proben. Die Resultate werden direkt vom Bundesamt für Veterinärwesen bekannt gegeben."

Stallpflicht minimieren

Mit dem Überwachungsprogramm soll eine allfällige erneute Einschleppung des gefährlichen Vogelgrippe Virus H5N1 möglichst schnell erkannt werden. Zudem versprechen sich die Experten ein aktuelles Bild von der Verbreitung weniger gefährlichen Grippe-Viren bei Wildvögeln.

Mit dem so erlangten Wissen sollte die Stallpflicht für Nutzgeflügel auf das absolute Minimum eingeschränkt werden können.

Freiwillige Helfer

"Die Rolle der Freiwilligen für die Überwachung der Zugvogelströme ist ausserordentlich wertvoll. Wir können zudem versichern, dass niemand der Überwachenden sich in einer Ansteckungsgefahr befindet", sagt Lardelli weiter.

Lardelli stuft das Risiko für die Helfer als gering ein: "Hier in der 'Bolle di Magadino' arbeiten wir bei der Analyse der Vögel mit Handschuhen. Dies nicht in erster Linie zu unserer Sicherheit sondern um die Vogelproben nicht zu kontaminieren."

Hochpathogene Entwicklung bekämpfen

Ein Grossteil der heimischen Zugvogelarten fliegt im Frühling über das Tessin in die Schweiz ein. Das Naturreservat Bolle di Magadino bildet ein eigentliches Zentrum für die Zugvögel. In dem Gebiet wurden schon rund 270 mehr oder weniger seltene Vogelarten beobachtet.

Bereits im vergangenen Herbst war der Vogelzug auf Vogelgrippe untersucht worden. Die an zwei Beringungsstationen der Vogelwarte Sempach auf der Ulmethöchi im Baselbiet und am Sempachersee gesammelten Proben waren alle negativ. Laut BVET werden im kommenden Mai zusätzlich einige Nutzgeflügelbetriebe untersucht.

Das Ziel der Überwachung des Hausgeflügels ist es, in erster Linie so genannte niedrigpathogene, also kaum krankmachende, Influenzaviren zu finden. Einige dieser Viren könnten sich zu hochpathogenen entwickeln und müssen deshalb bekämpft werden.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Seit 1981 werden im Tessiner Naturschutz-Reservat "Bolle di Magadino" Vögel beringt.

Bis im Mai sollen etwa 300 Zugvögel beringt und untersucht werden.

Bis im März 2006 sind in der Schweiz rund 919 der Vogelgrippe verdächtigte verendete Zugvögel untersucht worden. 32 von ihnen waren H5-positiv, darunter 4 H5N1-postiv.

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In Kürze

Die Schweiz hat Schutz- und Überwachungszonen am Boden- und Genfersee eingerichtet.

Seit dem 20. Februar 2006 und bis auf weiteres ist die Frelandhaltung von Geflügel in der Schweiz untersagt.

Der erste Fall von Vogelgrippe in der Schweiz wurde am 26. Februar 2006 in Genf entdeckt.

Der H5N1-Virus ist seit Jahrzehnten bekannt. Zum ersten Mal wurde seine Übertragung auf einen Menschen 1997 in Hongkong beobachtet.

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