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Handgranaten aus dem Rotsee geborgen

Polizei und Armee haben in den letzten Wochen über 350 Schweizer Handgranaten aus der Zeit des 1. Weltkriegs aus dem Rotsee bei Luzern geborgen. Die Fundstellen liegen unmittelbar neben der Badeanstalt von Ebikon am südostlichen Ende des Sees.

Dieser Inhalt wurde am 26. Juli 2000 - 13:18 publiziert

Die Kantonspolizei Luzern und das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) haben am Mittwoch (26.07.) über den Fund und die Bergung informiert. Nach ihren Angaben hat weder für Badende noch für Ruderer je eine Gefahr bestanden.

Bei Putzaktion entdeckt

Erste Handgranaten wurden Ende Mai von privaten Tauchern anlässlich der jährlichen "Rotseeputzete" etwa drei Meter vom Ufer entfernt entdeckt. Die Zentralschweizer Polizeitaucher bargen darauf über 350 Sprengsätze aus dem bis zu 16 Meter tiefen See.

Es handelt sich um so genannte Defensivhandgranaten des Typs Siegwart DHG 16. Die Waffe, die 80 Gramm Chloridsprengstoff enthält und von einem Splittermantel umgeben ist, kommt vier Sekunden nach der Zündung zur Explosion.

Die DHG 16 wurde zwar von der Schweizer Armee getestet, aber nie eingeführt. Hergestellt wurde sie von einem Privatbetrieb am Rotsee.

Am 20. Oktober 1916 explodierte auf dem Gelände dieses Betriebs das Munitionsmagazin Nr. 6, als Arbeiter mit DHG 16 gefüllte Kisten verlöteten. Fünf Angestellte kamen ums Leben. Munition und Gebäudeteile wurden in den See geschleudert.

Nicht erster Fund

Bereits 1979 hatten Taucher der Kantonspolizei rund 760 Handgranaten aus dem See geborgen. Damals handelte es sich um eine rein optische Suche. Diesmal können die Polizeitaucher auch Metalldetektoren einsetzen.

Im Hauptteil des Seebads wurde nichts Verdächtiges gefunden. Im westlichen Uferbereich dagegen orteten die Detektoren nach der optischen Suche weitere Granaten. Allein am Mittwoch wurde aus dem gesperrten Bereich erneut über ein Dutzend HG aus dem See geholt.

Spezialisten des VBS entfernen von den Granaten den Sicherheitsbügel, sichern die Waffen neu mit Klebeband und verstauen sie darauf in einen mit Wasser gefüllten Behälter. Entsorgt werden die Handgranaten auf Sprengplätzen der Armee.

Laut VBS sind die Granaten nur bei einer unsachgemässen Bergung gefährlich. Unfälle könnte es geben, wenn die Waffen nach ihrer über 80-jährigen nassen Lagerung getrocknet oder erwärmt werden. Deshalb werden die DHG 16 in Wasserbehälter an den Entsorgungsort transportiert.

swissinfo und Agenturen

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