Harte Zeiten für MEM-Industrie

Mit einem Volumen von knapp 60 Mrd. Franken ist die Maschinenindustrie die wichtigste Schweizer Exportbranche. Keystone Archive

Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Der Umsatz ging um 3,4% zurück, die Bestellungen um knapp 11%.

Dieser Inhalt wurde am 06. März 2002 - 12:53 publiziert

Der Aufschwung der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) ist im vergangenen Jahr abrupt gestoppt worden. "Nach dem Boom im 2000 blieben die Resultate im vergangenen Jahr deutlich hinter den Erwartungen zurück", sagte SWISSMEM-Direktor Thomas Daum in Zürich an der Jahresmedienkonferenz.

Schlechte Auftragslage

Nach dem Rückgang der Auftragseingänge um 10,8% befindet sich die MEM-Industrie heute wieder auf dem Niveau von 1999. Im vierten Quartal 2001 nahmen die Aufträge mit einem Rückgang von knapp 13% nochmals markant ab.

Die Bestellungen aus dem Inland nahmen mit einem Minus von 15,1% stärker ab als die Bestellungen aus dem Ausland (minus 9,3%).

China immer wichtiger

Die Exporte schrumpften um knapp 2% auf 58 Mrd. Franken. In den beiden letzten Quartalen fiel der Rückgang mit minus 6% bzw. minus 11% allerdings deutlich stärker aus.

Mit einem Anteil von knapp zwei Dritteln blieben die EU-Länder der wichtigste Absatzmarkt. Nach einem Anstieg von 32% gehört China nun zu den zehn wichtigsten Exportmärkten.

Im Branchenvergleich wurde die Sparte Metalle am stärksten vom Einbruch getroffen. Die Maschinenindustrie blieb mit Exporten von 26 Mrd. Franken mit Abstand der wichtigste Zweig. Ein Wachstum verzeichnete einzig die Sparte Präzisions-Instrumente.

Trübe Aussichten

Die Aussichten für 2002 fallen trüb aus. "Der Rückgang der Bestellungen drückt auf die Umsätze und wird zu einer leicht negativen Bilanz führen", sagte Daum. Mit der von Konjunkturforschern in Aussicht gestellten Erholung rechnet SWISSMEM erst gegen Ende Jahr.

Nach wie vor ein Handicap stellt für die Exporteure der starke Franken dar, der in den vergangenen beiden Jahren im Vergleich zum Euro um je sieben Prozent zulegte.

Mehr Beschäftigte

Trotz konjunktureller Abkühlung stieg die Beschäftigtenzahl letztes Jahr noch um knapp ein Prozent auf 332'719 Personen. Ende Jahr wurde allerdings in 129 Betrieben kurz gearbeitet. "Dank Kurzarbeit und flexiblen Arbeitszeiten konnte der Einbruch bisher aufgefangen werden", sagte SWISSMEM-Vorstandsmitglied und Bobst-Konzernchef Andreas Koopmann.

Auch in Zukunft soll auf Stellenabbau verzichtet werden. Denn mit einem Abbau würden allzu oft nur Investitionen vernichtet, anstatt Kosten reduziert.

swissinfo und Agenturen

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