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HC Davos jubelt

Joseph Mahra von Davos jubelt nach seinem Treffer.

(Keystone)

Der HC Davos gewann die ersten zwei Spiele gegen die ZSC Lions überlegen 3:0 (h) und 6:2 (a) und benötigt bloss noch zwei Erfolge zum ersten Titelgewinn seit 1985.

In 17 Playoff-Jahren und weit über 100 Serien hat in der Schweiz erst eine Mannschaft nach einem 0:2- oder einem 1:3-Rückstand ohne den Heimvorteil eine Serie noch aus dem Feuer gerissen. Das waren letzte Saison die ZSC Lions, die gegen Lugano nach einem 1:3 dank zwei Auswärtssiegen noch gewannen und Meister wurden. Aber derart in extremis holt man nicht jede Saison den Titel. Und Davos war in den ersten beiden Partien viel besser und vor allem viel schneller als die Zürcher.

Der HC Davos schiebt derartige Gedankenspiele weit von sich. "Es steht erst 2:0", so Davos-Trainer Arno Del Curto, "und die ersten zwei Siege in einer Serie fallen einem immer leichter als die nächsten zwei. Zürich hat jetzt so viel Zeit zur Regeneration, dass sie am Donnerstag in Davos wieder sehr gut spielen werden. Und Ari Sulander kann den ZSC Lions vier Partien hintereinander reissen."

Sulanders Pech

In den ersten beiden Finals hat Sulander allerdings noch gar nicht reüssiert. Dass der HC Davos in Lars Weibel auch über den stärkeren Keeper zu verfügen scheint, ist die grösste Überraschung der ersten Finals. Weibel kam am Ostersamstag beim 3:0 zu seinem sechsten Saison-Shutout, dem zweiten in den Playoffs und dem zweiten gegen die ZSC Lions. Dabei musste er bloss 19 Schüsse parieren. Auch am Montag im Hallenstadion erlebte Weibel einen geruhsamen Nachmittag (20 Paraden bei 22 Schüssen).

Sulander dagegen liess zwei der ersten vier Schüsse passieren, sah bei diesen beiden Gegentoren gar nicht gut aus, verlor nach dem 2:4 kurz die Fassung und wurde beim 2:5 zum zweiten Mal im Spiel und zum zweiten Mal von Lonny Bohonos mit einem Schuss von hinter der verlängerten Torlinie überlistet. Zwei Gegentreffer in einem Finalspiel von hinten - wenn das für einen Torhüter nicht die Höchststrafe ist, was dann?

Entscheidung in wenigen Sekunden

Der Finne ist aber gewiss nicht der einzige ZSC-Sündenbock. Die Lions wurden von Davos zweimal gedemütigt. Dabei lief zumindest die zweite Partie 27 Minuten lang für die Gastgeber, die nach 56 Sekunden des zweiten Drittels durch Jan Alston in Unterzahl zum 2:2-Ausgleich kamen. Dann aber fiel die Entscheidung innerhalb von 190 Sekunden: Die dritte Davoser Linie erzielte durch Patrick Fischer in der 28. Minute und durch Josef Marha in der 31. Minute die Treffer vom 2:2 zum 4:2. Bohonos erhöhte nach 36 Minuten mit dem zweiten Tor im Spiel auf 5:2.

So resultierte für den Meister der letzten beiden Saisons die erste Heim-Niederlage in diesen Playoffs. Seit dem 26.Februar 2000 und einem 2:3 gegen Davos hatte der Zürcher Schlittschuhclub 19 von 20 Playoff-Heimspielen gewonnen.

Ebenso chancenlos wie beim 2:6 waren die ZSC Lions zwei Tage zuvor in Davos geblieben (0:3). Sämtliche Treffer erzielten die Bündner im Powerplay. Björn Christen (9.) und Andreas Camenzind (13.) schossen Davos innerhalb von 250 Sekunden bei Ausschlüssen von Hodgson und Raffainer 2:0 in Führung.

Noch deutlicher wurde die unterschiedliche Effizienz im Überzahlspiel später aufgezeigt: Während die ZSC Lions in 67 Sekunden Powerplay fünf gegen drei zu keinem einzigen Torschuss kamen, traf Davos und insbesondere Michel Riesen während 42 Sekunden doppelter Überzahl gleich zweimal: Den ersten Treffer annullierte Ref Brent Reiber fälschlicherweise, weil ihm die Bilder der Torkamera den Puck nicht hinter der Linie dokumentierten."

Besprechungen sind nötig

Auch diese Szenen sind bezeichnend für den Auftakt der Serie: Während Davos den Fehlentscheid wegsteckte und nur neun Sekunden später praktisch ein identisches und diesmal gültiges Tor erzielte, lamentierten die Lions in beiden Spielen über Schiedsrichter-Pfiffe.

Am Montag erhitzte die Gemüter insbesondere ein Check von Thierry Paterlini gegen Dan Hodgson, der mit einer Zweiminuten-Strafe aber gebührend bestraft wurde. Hodgson zog sich bei der nicht unfairen Attacke in der 7. Minute eine Nackenprellung zu, kann aber womöglich am Donnerstag wieder spielen.

Bis zu diesem dritten Spiel in der Davoser Eissporthalle gibt es in beiden Teams viel zu bereden. Arno Del Curtos Hauptaufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, dass sein Team nicht abhebt. Del Curto: "Wenn wir jetzt abheben, sind wir selbst schuld und hätten es dann auch nicht verdient, Meister zu werden. Ich werde viel mit den Spielern reden - und hoffentlich die richtigen Worte finden."

swissinfo und Agenturen

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