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HEIDELBERG (awp international) - Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat im ersten Quartal von einem milden Winter in Europa und einer wirtschaftlichen Erholung profitiert. "Wir sind gut ins Jahr 2011 gestartet", sagte Vorstandschef Bernd Scheifele am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Leimen bei Heidelberg. Umsatz und operatives Ergebnis legten von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahr kräftig zu. Der branchenübliche Verlust nach Steuern reduzierte sich. Damit setzte die im Dax notierte Gesellschaft ihren Erholungskurs des vergangenen Jahres fort.
Das Vorkrisenniveau beim Absatz von 2008 sei aber noch nicht erreicht, sagte der Heidelberg-Chef. Anders als die Automobil- und Chemieindustrie, die das vergangene Jahr wieder mit neuen Rekordwerten abgeschlossen hätten, zähle die Bauindustrie zu den Spätzyklikern. Die Ziele für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Scheifele und strebt für seinen Konzern weiterhin einen Zuwachs bei Umsatz und operativem Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) an. Zudem will er die Verschuldung weiter nach unten drücken und auch am Sparkurs festhalten.
Ungeachtet positiv aufgenommener Quartalszahlen des Baustoffkonzerns drehten die Aktien von HeidelbergCement nach anfänglichen Gewinnen schnell ins Minus. Zuletzt verloren die Papier 2,37 Prozent auf 49,16 Euro und gehörten damit zu den Schlusslichtern im Dax. Händler verwiesen auf negative Aussagen vom französischen Wettbewerber Lafarge zur Entwicklung des Zementmarktes. Auch die Aktien der Konkurrenten wie etwa die Schweizer Holcim und Cemex aus Mexiko gaben kräftig nach.
Von einem anhaltend starken Wachstum geht der Heidelberg-Chef weiterhin in Asien vor allem in China, Indonesien und Indien aus. Auch in Afrika rechnet er weiterhin mit deutlichen Zuwächsen. Der Baustoffkonzern betreibt unter anderem in Tansania, Ghana und der Demokratischen Republik Kongo Produktionsanlagen. In Krisenregionen wie Libyen ist HeidelbergCement nicht tätig.
In Nordamerika will das Unternehmen vor allem von den staatlichen US-Förderausgaben im Strassenbau profitieren. Zudem rechnet HeidelbergCement mit einer steigenden Nachfrage der kanadischen Rohstoffindustrie. Von einer deutlichen Erholung gehen die Heidelberger wegen der starken Wirtschaft vor allem in Deutschland und Skandinavien aus. Während der Konzern in Ungarn und Rumänien mit einer anhaltend schwachen Entwicklung rechnet, erwartet er eine steigende Nachfrage vor allem in Polen und Zentralasien.
Trotz der weiteren Erholung an den Baustoffmärkten warnte Scheifele: "Für das Gesamtjahr gehen wir unverändert von einem steigenden Kosten- und Inflationsdruck aus.? Hinzukommen dürften steigende Personalkosten in reifen Märkten. Deshalb will der Konzern weiter auf die Kostenbremse drücken. Bereits in den vergangenen fünf Jahren habe HeidelbergCement 1,5 Milliarden Euro eingespart, sagte Scheifele. Erst zum Jahresbeginn startete das Unternehmen ein neues Sparprogramm und will die Kosten um weitere 600 Millionen Euro bis 2013 senken. Unter anderem sieht Scheifele Einsparmöglichkeiten bei Einkauf, Produktion und Energieverbrauch.
Zudem will der Konzern die Verschuldung weiter senken. Vor allem strebt Heidelbergcement eine bessere Bewertung bei den Ratingagenturen an, damit zukünftige Refinanzierungen günstiger werden. Der überwiegend aus der milliardenschweren Hanson-Übernahme stammende Schuldenberg betrug Ende Dezember 8,6 Milliarden Euro. Trotz seines Sparkurses will HeidelbergCement wie geplant in sein Geschäft investieren und die Zementkapazitäten in Wachstumsmärkten ausbauen. Im laufenden Jahr plant das Unternehmen neue Zementkapazitäten von mehr als sechs Millionen Tonnen pro Jahr.
Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres stieg der operative Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) um 48 Prozent auf 253 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Verlust nach Minderheiten in Höhe von 161 Millionen Euro nach einem Minus von 199 Millionen Euro im ersten Quartal 2010. Der Umsatz kletterte um 19 Prozent auf 2,602 Milliarden Euro. Mit dem Zahlenwerk übertraf das Unternehmen weitgehend die Schätzungen der von dpa-AFX befragten Analysten. Ende 2010 zählte HeidelbergCement weltweit 53.770 Mitarbeiter. Grösster Hauptaktionär ist Ludwig Merckle, der zuletzt einen Anteil von mehr als 25 Prozent hielt./mne/edh

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