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HeidelbergCement mit Ergebnissprung - Nordamerika und Sparprogramme (AF)

HEIDELBERG (awp international) - Deutschlands grösster Baustoffkonzern HeidelbergCement hat vor allem dank guter Geschäfte in Nordamerika und seinem straffen Sparkurs im Schlussquartal einen Ergebnissprung verzeichnet. Zudem profitierte die im Dax notierte Gesellschaft in Europa von dem Verkauf von Emissionsrechten. Der Anstieg von Brennstoffkosten führte hingegen in den asiatischen Schwellenländern trotz weiterhin florierender Nachfrage zu einem leichten Ergebnisrückgang.
"Wir sind mit unserem Ergebnis im vierten Quartal zufrieden, das wir trotz eines frühen und extrem harten Winterbeginns in unseren europäischen Kernmärkten erzielt haben", sagte Unternehmenschef Bernd Scheifele am Donnerstag laut Mitteilung. Bereits in den beiden Vorquartalen zogen Umsatz und Ergebnisse nach einem verlustreichen Auftaktquartal wieder deutlich an. Mit seinen Zahlen lag HeidelbergCement allerdings leicht unter den Schätzungen der Analysten. Die Aktie gab zur Börseneröffnung in einem kaum veränderten Dax um 2,13 Prozent auf 47,40 Euro nach.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der HeidelbergCement-Chef ein anhaltend starkes Wachstum in Asien vor allem in China, Indonesien und Indien. Auch in Afrika rechnet er mit weiteren deutlichen Zuwächsen. Der Baustoffkonzern betreibt unter anderem in Tansania, Ghana und der Demokratischen Republik Kongo Produktionsanlagen. In den politischen Krisenregionen etwa Ägypten und Tunesien sind die Heidelberger nicht tätig. In Nordamerika will das Unternehmen von den staatlichen US-Förderausgaben im Strassenbau profitieren. Vor allem in Deutschland geht der Konzern wegen der starken Wirtschaft von einer deutlichen Erholung aus.
EINSPARUNGEN BEI ENERGIEKOSTEN
Dennoch warnte Scheifele: "Während sich die Bauindustrie in den reifen Märkten langsam erholt, steigt gleichzeitig der Kostendruck vor allem für Energie in den sich schnell entwickelnden Wachstumsmärkten." Daher werde HeidelbergCement seinen Schwerpunkt auf Einsparungen im Energiebereich und auf Effizienzsteigerungen legen. Die höheren Kosten will er mit Preiserhöhungen ausgleichen. Zudem hält Scheifele an seinem Sparkurs fest. Erst jüngst hat sich das Unternehmen ein neues Sparprogramm namens "FOX 2013" verordnet und will damit jedes Jahr 100 Millionen Euro sparen. Ziel sind 200 Millionen Euro im Jahr 2013. Bereits 2010 hatte HeidelbergCement wie geplant zusätzlich 300 Millionen Euro eingespart. Ende 2010 zählte das Unternehmen weltweit 53.437 Mitarbeiter.
Neben den Sparzielen setzt der HeidelbergCement-Chef aber auch auf den Ausbau seines Geschäfts in Schwellenländern. Bis 2012 soll die Kapazität bei Zement schrittweise um 20 Millionen Tonnen erhöht werden. Vor allem in Asien, Afrika und Osteuropa soll mehr Zement hergestellt werden. Erst vor kurzem übernahmen die Heidelberger Mehrheitsanteile an drei Zementwerken im Kongo. Das Unternehmen unterhält damit derzeit 13 Werke in Afrika mit rund 2.000 Mitarbeitern.
ZUWÄCHSE IM SCHLUSSQUARTAL
Der operative Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) stieg im vierten Quartal nach vorläufigen Zahlen um gut ein Fünftel auf 598 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 5,9 Prozent auf 2,887 Milliarden Euro. Dazu beigetragen hätten vor allem Nordamerika, Asien und Afrika. Rückgänge verzeichnete HeidelbergCement hingegen in West- und Nordeuropa aufgrund des frühen Wintereinbruchs. Der Absatz ging hingegen leicht um 2,7 Prozent auf 19,6 Millionen Tonnen zurück.
Im Gesamtjahr betrug der operative Gewinn vor Abschreibungen 2,239 Milliarden Euro. Das war ein Plus von 6,5 Prozent zum Krisenjahr 2009. Der Umsatz zog um 5,8 Prozent auf 11,764 Milliarden Euro an, während der Absatz mit 78,4 Millionen Tonnen um 1,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres lag.
mne/jha/wiz

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