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Helsana: Weniger Gewinn, höhere Prämien

Helsana-Hauptsitz in Zürich. Keystone

Der grösste Krankenversicherer der Schweiz, die Helsana, weist für das vergangene Jahr mit 25 Mio. Franken einen um 27% gesunkenen Gewinn aus. Sorgen bereitet dem Konzern die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen. Helsana spricht deswegen bereits von erneuten Prämien-Erhöhungen im Jahr 2002.

Dieser Inhalt wurde am 18. April 2001 - 12:53 publiziert

Der Versicherungsertrag der Helsana-Gruppe stieg im Jahr 2000 um 0,8% auf knapp über 3,5 Mrd. Franken an. Gemäss einer Mitteilung vom Mittwoch (18.04.) stiegen die Reserven in Prozenten der verdienten Prämie um 2,1% auf 24,3%. Die Rückstellungen betrugen Ende 2000 knapp 1,6 Mrd. Franken. Sie lagen damit 8,8% höher als im Vorjahr. Die Zahl der Versicherten stieg leicht auf fast 1,5 Mio.

Die Entwicklung nach Geschäftsbereichen sei unterschiedlich verlaufen. Zu befriedigen vermochten gemäss Helsana die Ergebnisse im Bereich der freiwilligen Zusatzversicherungen sowie die Unfallversicherung.

Besorgnis erregende Kostenentwicklung

Zu "grösster Besorgnis" Anlass gebe die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen, sagte Helsana-Pressesprecher Christian Beusch gegenüber swissinfo. Unbefriedigend sei die Situation bei der obligatorischen Krankenpflege-Versicherung. Die über den Erwartungen liegende Teuerung im vergangenen Jahr habe sich insbesondere auf das Geschäftsergebnis in der obligatorischen Krankenpflege-Versicherung niedergeschlagen.

Prämienerhöhung 2002

Weil momentan eine "klar im zweistelligen Bereich liegende" Teuerung bei den Medikamentenkosten, aber auch bei der ambulanten Behandlung feststellbar sei, würde dies natürlich Konsequenzen auf die Prämien im Jahr 2002 haben. Gegenüber swissinfo sagte Christian Beusch, man habe von allen Krankenversicherern höhere Prämien zu erwarten. Allerdings würden diese je nach Region unterschiedlich ausfallen.

Spirale muss gebremst werden

Die Medikamentenkosten würden den Krankenversicherern momentan grosse Sorgen bereiten, sagte Christian Beusch. Hier habe die Helsana einen "Runden Tisch" gefordert, an dem alle Beteiligten, also die Pharma-Hersteller, die Pharma-Importeure, die Krankenversicherer, das Bundesamt für Sozialversicherung und der Preisüberwacher anwesend sein sollten. Hinter der Idee des "Runden Tisches" stünden alle Krankenversicherer, obwohl sie Konkurrenten seien. "Wir sind aber alle mit diesen grossen Problemen konfrontiert", sagte der Helsana-Pressesprecher.

Nach Ansicht von Christian Beusch muss ferner der sogenannte Vertragszwang mit den Leistungserbringern aufgehoben und durch ein partnerschaftliches Wettbewerbsmodell abgelöst werden. "Weiter muss die Spitalplanung, also die immer noch vorhandene Überkapazität, endlich, endlich abgebaut werden." Sonst würde man die Kosten nie in Griff bekommen, sagte der Helsana-Pressesprecher gegenüber swissinfo.

Jean-Michel Berthoud

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