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Zürich (awp/sda) - Die Helsana-Gruppe, die grösste Krankenkasse der Schweiz, weist für das vergangene Jahr erneut einen Verlust aus. Im Vergleich zum Defizit des Vorjahres von 215 Mio CHF fiel das Minus mit 58 Mio CHF deutlich moderater aus - dies dank kräftiger Kapitalerträge.
Für Helsana sei 2009 ein Geschäftsjahr der Gegensätze gewesen, sagte Helsana-Chef Manfred Manser am Freitag am Hauptsitz in Zürich-Stettbach vor den Medien. Einerseits habe der "erwartete Schereneffekt" zwischen Aufwand und Ertrag in der Grundversicherung zu einem Verlust von 189 Mio CHF geführt.
Auf der anderen Seite habe sich das Ergebnis mit Kapitalanlagen im Zuge der Erholung an den Finanzmärkten deutlich verbessert. Nach einem Minus von 229 Mio CHF im Vorjahr resultierte ein Rekordplus von 278 Mio CHF. Auch das Zusatzversicherungsgeschäft und die Unfallversicherung entwickelten sich positiv.
Die Prämieneinnahmen verharrten mit 5,49 Mrd CHF praktisch auf Vorjahresniveau. In der obligatorischen Grundversicherung hätten die Prämien wegen der politisch verordneten Senkung der Mindestreserven mit der Kostensteigerung von 3% auf 5,14 Mrd CHF erneut nicht Schritt gehalten, betonte der Helsana-Chef.
In der Grundversicherung stiegen bei Helsana die stationären Spitalkosten um 4% auf 1,03 Mrd CHF und die ambulanten um 5% auf 608 Mio CHF. Die Arztkosten nahmen um 1% auf 777 Mio CHF und die Medikamentenkosten um 6% auf 754 Mio CHF zu.
Die Combined Ratio, die Summe des Aufwands in Prozenten der Prämien, stieg laut Manser über alle Sparten von 102,8 auf 103,4%. Völlig ungenügend sei die Quote mit 106,2% bei der Grundversicherung.
Wegen der Anordnung des Bundesamtes für Gesundheit im Herbst 2008, in sechs Kantonen die Prämien zu senken, sank das Eigenkapital der Helsana-Gruppe von 816 im Vorjahr auf 758 Mio CHF. Die Eigenkapitalquote fiel damit von 15 auf 13,8%. Die Gruppe stehe damit finanziell auf einem gesunden Fundament, sagte Manser.
Als grösstes Problem bei der obligatorischen Grundversicherung nannte Verwaltungsratspräsident Eugen David die staatlichen Interventionen. Die Idee, über einen Abbau der Reserven die Prämien künstlich tief zu halten, habe den Wettbewerb verfälscht, den Kostendruck der Kassen erhöht und die Kassenwechsel angeheizt.
Die Prämienrunde auf Anfang 2010 habe deutlich gemacht, dass nicht kostendeckende Prämien illusorisch seien. "Schubweise Anpassungen" der Prämien auf ein kostendeckendes Niveau seien weder im Interesse der Versicherer noch der Versicherten, betonte David.
So führte die Prämienerhöhung um durchschnittlich 9,3% bei der Helsana zu einem eigentlichen Aderlass: Rund 165'000 Grundversicherte kehrten der Kasse auf Anfang 2010 den Rücken. Die Helsana-Tocher Aerosana Bern verlor gar jeden zweiten Versicherten.
Mit knapp zwei Millionen Versicherten sei die Gruppe nach wie vor der führende Kranken- und Unfallversicherer der Schweiz, betonte der VR-Präsident. Die Sensibilität der Versicherten für Preissteigerungen sei jedoch unterschätzt worden, räumte David ein.
Im laufenden Jahr will ihn der rund 3'000 Mitarbeitende zählende Konzern "kritisch durchleuchten", um die Effizienz zu erhöhen. Unter der neuen Führung von Daniel H. Schutz, der am 1. Juli die Nachfolge von Manser antritt, will Helsana die Verwaltungskosten weiter in den Griff bekommen.
ch

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