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(durchgehend ergänzt)
Zürich (awp/sda) - Der Krankenversicherer Helsana ist finanziell wieder fit und kann zudem seine Leistungen durch die Prämieneinnahmen so gut wie decken. Allerdings hat der Marktleader erneut Zehntausende Kunden verloren und muss nun verstärkt in die Kundenbeziehungen investieren.
Dank kräftig sprudelnder Anlageergebnisse und eines effizienteren Betriebs ist die Gruppe 2010 mit einem Gewinn von 84 Mio CHF in den schwarzen Zahlen zurückgekehrt. 2009 hatte sie noch 58 Mio CHF Verlust gemacht, 2008 hatte das Minus sogar bei 215 Mio CHF gelegen. Für Konzernchef Daniel Schmutz ist die Wende geschafft, wie er am Donnerstag vor den Medien in Zürich sagte.
Zudem gab Schmutz bekannt, dass sich das Kerngeschäft 2010 selbst getragen habe: Die Kosten für Versicherungsleistungen plus administrative Kosten waren praktisch durch die Prämieneinnahmen von 5,51 Mrd CHF gedeckt. Die Combined Ratio, das Verhältnis Kosten und Prämienertrag, sank von 103,4% im Vorjahr auf 100,2%.
Ganz im Jargon des Gesundheitswesens erklärte Finanzchef Rudolf Bruder die Zahl so: "Eine Combined Ratio über 100 entspricht einer Körpertemperatur von über 37 Grad." Ziel sei, alle Teile der Gruppe ganz unter den Wert von 100 zu bringen. In der Grundversicherung verbesserte sich die Kostensituation bereits deutlich.
Trotz Prämienerhöhungen von durchschnittlich 7,5% nahm die Gruppe hingegen nur 0,5% mehr ein als im Vorjahr. Zwar ist Helsana mit 1,15 Mio Grundversicherten unangefochten die Nummer Eins, doch haben auf Anfang 2011 wegen des Prämiensprungs 55'000 Kunden der Krankenkasse den Rücken gekehrt.
Ein Jahr davor hatte die Helsana aus denselben Gründen auf einen Schlag 165'000 Versicherte verloren, nachdem die Prämien um 9,3% gestiegen waren. Für Konzernchef Schmutz, der Mitte 2010 das Ruder übernommen hat, ist die Marktsituation nach wie vor "nur befriedigend".
Bis 2012 will der Konzern wie schon früher angekündigt 80 Mio CHF sparen. Zum Teil muss dieses Ziel auch durch Personalabbau erkauft werden: 2010 hat der Konzern 183 Stellen gestrichen. Für 2011 dürften es in etwa noch einmal so viele werden.
Daneben will der Konzern aber auch 20 Mio CHF in die Hand nehmen, um an zwei neuralgischen Punkten wettbewerbsfähiger zu werden: In der Kundenberatung und bei der Kundenbindung. So soll einem weiteren Kundenweggang entgegengewirkt werden.
Konzernchef Schmutz hofft, auf 2012 die Prämien weniger stark erhöhen zu müssen als in den Vorjahren. Aufgrund der besseren finanziellen Lage des Konzerns verspricht er denn auch eine "verlässliche und gesunde Prämienpolitik".
Der Konzern betont, früher als die Konkurrenz die Prämien erhöht und dadurch keinen Nachholbedarf mehr zu haben. Allerdings weiss auch man auch bei Helsana, dass verschiedene Unwägbarkeiten in der Gesundheitspolitik genaue Prognosen über künftige Prämien nicht zulassen.
dl

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