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Historisches Zürcher Zunfthaus ausgebrannt

Kurz vor Mitternacht: Brandausbruch.

(Ex-press)

Bei einem Grossbrand in der Zürcher Altstadt ist das historische Zunfthaus zur Zimmerleuten ausgebrannt. Dabei kam ein Feuerwehrmann ums Leben.

Das nach Ansicht der kantonalen Denkmalpflege bedeutende Kunstdenkmal brannte in der Nacht auf Donnerstag grösstenteils aus.

Das Zürcher Zunfthaus zur Zimmerleuten ist nach Einschätzung der kantonalen Denkmalpflege eines der bedeutendsten historischen Kunstdenkmäler der Schweiz, das in den letzten Jahrzehnten durch einen Brand zerstört wurde.

Roland Böhmer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Denkmalpflege, stellt den Verlust des Zürcher Zunfthauses in eine Reihe mit jenem der Kapellbrücke in Luzern (1993), der Stiftskirche in Kreuzlingen (1963) sowie im Kanton Zürich von Schloss und Kirche Grüningen (1970) und der Bergkirche Rheinau (2004).

Das Zunfthaus zur Zimmerleuten war gemäss Böhmer eines der bedeutendsten historischen Gebäude der Zürcher Altstadt. Es gehörte zu den wichtigsten kantonalen Schutzobjekten und sei im Innern sehr gut erhalten gewesen.

Aus denkmalpflegerischer Sicht besonders wichtig war der 1708 gebaute Zunftsaal im zweiten Obergeschoss mit wertvoller Decke, Wappenschildern mit Schnitzereien und einer sehr schönen Eingangstüre, wie Böhmer sagte.

Dachstock stürzte ein

Der Brand brach laut Polizei am Mittwochabend kurz nach 23.30 Uhr aus. Bei Eintreffen der Feuerwehr brannte der Dachstock bereits lichterloh. Als der Dachstock kurz darauf unerwartet einbrach, wurden mehrere Feuerwehrmänner von herabstürzenden Teilen getroffen und verletzt.

Dabei kam ein Feuerwehrmann ums Leben. Der 44-Jährige sei so schwer verletzt worden, dass er noch auf der Unfallstelle starb.

Wiederaufbau noch ungewiss

Die Feuerwehr konnte erreichen, dass das Feuer nicht auf die umliegenden Gebäude übergriff. "Damit haben wir eine Katastrophe verhindern können", sagte Polizeisprecher Marco Cortesi. Die Schadenssumme wird auf über eine Million Franken geschätzt.

Die Mitglieder der Zunft zur Zimmerleuten sind schockiert. Viele Zünfter hätten das Haus aus ihrer Kindheit gekannt und waren emotional entsprechend damit verbunden, sagte Zunftvorsteher Philippe Blangey.

Noch mehr beschäftige allerdings der Tod des Feuerwehrmanns, so Blangey weiter. Den verletzten Feuerwehrleuten wünsche er baldige Genesung.

Über die Zukunft des Zunfthauses lasse sich erst etwas sagen, wenn das Gebäude auch von innen besichtigt werden könne. An die geplante 300-Jahr-Feier vom nächsten Jahr sei aber kaum zu denken. Der Zunftsaal hätte 2008 sein Jubiläum gehabt.

Auch die Restaurantbetreiber zeigten sich geschockt. Aussagen darüber, ob Restaurant und Zunfthaus noch einmal hergerichtet werden können, seien noch verfrüht.

swissinfo und Agenturen

Historisches Baudenkmal

Das abgebrannte Zunfthaus wird erstmals in der Mitte des 14. Jahrhunderts erwähnt. Sein Besitzer war der spätere Bürgermeister Rudolf Schöno.

1428 wurde das Gebäude an die Handwerksgesellschaft der Küfer verkauft.

Im Jahr 1459 wurden die Zimmerleute und Maurer zu Miteigentümern. Seit diesem Jahr, also seit über 540 Jahren, steht das Haus ununterbrochen bis heute im Besitz der Zunft zur Zimmerleuten.

Das Zunfthaus ist im Kunstführer der Schweiz (Band 1) beschrieben.

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Grossbrände

In den vergangenen Jahren fielen mehrere Gebäude mit historischem Wert Bränden zum Opfer.

Im Juni 2006 zerstörte ein Grossbrand sieben Häuser und sieben Viehställe in Flims, Graubünden.

2004 zerstörte ein Grossbrand das historische Zentrum von Brunnen im Kanton Schwyz.

2002 zerstörte ein Brand den historischen Saal des Waadtländer Kantonsparlaments in Lausanne.

1998 brannte das Werkhof-Gebäude in der Freiburger Altstadt nieder.

1993 wurde das Luzerner Wahrzeichen, die Kapellbrücke, ein Raub der Flammen. Sie wurde wieder aufgebaut.

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