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Hochrechnung: SVP und Grüne gewinnen, Schlappe für SP

SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi freut sich: Die Kurve seiner Partei zeigt weiter nach oben.

(Keystone)

Die Sozialdemokraten verlieren gemäss der ersten nationalen Hochrechnung der SRG SSR idée suisse mehr als 4 %, SVP und Grüne legen je um rund 2% zu.

Zu den Verlierern gehören auch die Freisinnigen, die knapp 1,5% einbüssen. Sie verlieren 6 Sitze, die Sozialdemokraten gar deren 9. Die SVP gewinnt 6 Sitze.

Gemäss der ersten Hochrechnung erzielt die Schweizerische Volkspartei (SVP) 28,8% der Stimmen. Das sind 2,1% mehr als vor vier Jahren.

Die Grünen verfehlen zwar mit 9,5% die anvisierte Marke von 10%. Sie können sich aber aufgrund des um 1,8% gesteigerten Stimmenanteils als zweite Sieger feiern lassen.

Voraussichtliche Verlierer sind die Sozialdemokraten (SP), die auf einen Anteil von 19,1% kommen. Dies bedeutet ein empfindlicher Rückschlag, denn vor vier Jahren lagen sie mit 23,3% noch einigermassen in Schlagdistanz zur SVP. Das erklärte Wahlziel, grösste Partei im Land zu werden, verfehlte die SP klar.

Die Mitteparteien schneiden unterschiedlich ab: Die Christlichdemokraten (CVP) können mit 14,6% ihre Position halten (2003: 14,4%). Beim Freisinn geht die Talfahrt indes weiter, die FDP rutschte auf 15,9% ab. Vor vier Jahren erreichte die ehemals staatstragende Partei noch 17,3%.

SVP baut Vormachtstellung aus

Die Veränderungen bei den Wähleranteilen finden ihren Niederschlag in der Sitzverteilung. Die SVP gewinnt 6 und kommt laut Hochrechnung auf neu 61 Sitze. Damit bleibt sie die klar stärkste Partei im Nationalrat.

Die SP verliert 9 Sitze und kommt damit neu auf 43 Sitze.

FDP weiter im freien Fall

Die CVP wird neu mit 31 Parlamentariern (bisher 28) in der grossen Kammer vertreten sein. Von 36 auf nur noch 31 Sitze taucht die FDP. Noch vor 20 Jahren hatten die Freisinnigen 51 Parlamentarier in die grosse Kammer nach Bern entsandt.

Die erstmals in den Kantonen Zürich und St. Gallen angetretenen Grünliberalen konnten auf Anhieb 3 Sitze erringen.

SVP bekennt sich zu Konkordanz

SVP-Parteipräsident Ueli Maurer zeigte sich mit dem Trend zufrieden: "Wir können nicht jedes Mal im zweistelligen Prozentbereich zulegen", sagte er. Seine Partei mache die beste Politik im Land, erklärte er den neuerlichen SVP-Wahlerfolg.

Maurer bekannte sich explizit zur Konkordanz. Die SP solle nicht aus dem Bundesrat herausgeworfen werden. Die SVP als führende politische Kraft in der Schweiz wolle in den kommenden Jahren die Schweiz weiter bringen und weiter entwickeln.

Ein Bruch mit der Konkordanz widerspricht laut Maurer diesem Ziel. Allenfalls seien personelle Änderungen bei den altgedienten Bundesratsmitgliedern zu prüfen.

Grüne zweite Sieger

Ruth Genner, Präsidentin der Grünen, war zwar nicht erfreut darüber, dass ihre Partei Sitze auf Kosten der SP gewann. Aber sie nimmt dies in Kauf. "Es geht jetzt darum, Umweltpolitik zu machen, das ist der Auftrag der Wähler", sagte die Zürcherin.

Auch CVP-Präsident Christophe Darbellay äusserte Zufriedenheit. "Wir sind stabil, es geht eher Richtung aufwärts", sagte er. Die Sitzverluste in den Kantonen Jura und Obwalden taxierte er als "Betriebsunfall".

Keine Schönfärberei bei SP und FDP

SP-Parteipräsident Hans-Jürg Fehr tröstete sich mit den Resultaten im Ständerat, wo die SP einen Sitz gewann. "Der Trend für den Nationalrat ist für uns aber sehr unerfreulich", gestand er die Niederlage ein.

Es sei die gestiegene Wahrnehmung des Klimawandels, die einen Teil der SP-Wählerschaft dazu bewogen hätten, zu den Grünen oder den Grünliberalen abzuwandern, sagte Fehr im SRG-Wahlstudio. "Dass die SP auch eine grüne Partei ist, ging vergessen."

Auch FDP-Präsident Fulvio Pelli hat die Niederlage seiner Partei eingestanden: "Wir sind klare Wahlverlierer, ich bin enttäuscht", bilanzierte er. "Insgesamt ist es kein guter Tag für uns", sagte Pelli.

swissinfo und Agenturen

1. Hochrechnung von 19 Uhr

Parteienstärken:

Schweizerische Volkspartei: 28,8 % (+ 2,1% gegenüber 2003)
Sozialdemokratische Partei: 19,1 % (- 4,2%)
Freisinnig-Demokratische Partei: 15,9 % (- 1,4%)
Christlichdemokratische Partei: 14,6 % (+ 0,2 %)
Grüne Partei der Schweiz: 9,5 % (+ 1,8 %)

Sitze:

Schweizerische Volkspartei: 61 (+ 6)
Sozialdemokratische Partei: 43 ( - 9 )
Freisinnig-Demokratische Partei: 30 ( - 6)
Christlichdemokratische Partei: 31 ( + 3)
Grüne Partei der Schweiz: 18 (+ 4)

Die Stimmbeteiligung betrug 47,9% (2003: 45,2%)

Infobox Ende
(swissinfo.ch)


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