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ESSEN (awp international) - Die Geschäfte bei dem vor der Übernahme durch den spanischen Konkurrenten ACS stehenden Baukonzern Hochtief laufen trotz Schwierigkeiten in Australien weiterhin auf Hochtouren. Den Ausblick für das abgelaufene Gesamtjahr 2010 erhöhte die im MDax notierte Gesellschaft überraschend. Nun erwartet der grösste deutsche Baukonzern einen Gewinn vor Steuern und einen Überschuss weit über dem Niveau des Vorjahres. "Dies gilt trotz der aktuell veröffentlichten Ergebnisbeeinträchtigungen bei der australischen Tochtergesellschaft Leighton", teilten die Essener am Montagmorgen mit. Bislang hatte Hochtief bei den Ergebnissen mit nur einer leichten Verbesserung im Vergleich zum Jahr 2009 gerechnet.
Auch der Auftragseingang und der Auftragsbestand sollen deutlich oberhalb der bisherigen Prognose liegen. Hier hatte Hochtief bislang einen Anstieg erwartet. Beim Umsatz rechnet der Baukonzern jetzt ebenfalls mit einem Wert über dem Vorjahr. Zuletzt waren die Essener von Erlösen auf Vorjahreshöhe ausgegangen. 2009 konnte Hochtief der Wirtschaftskrise erfolgreich trotzen und trotz leichten Umsatzrückgangs den Konzerngewinn um fast 25 Prozent auf 195,2 Millionen Euro steigern. Die genauen Zahlen will der Baukonzern bei der Bilanzpressekonferenz am 29. März veröffentlichen.
AUSTRALISCHE TOCHTER MIT GEWINNEINBRUCH
Wachsen konnte Hochtief nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr in fast allen Unternehmensbereichen. Zudem habe das Unternehmen von einem starken australischen Dollar profitiert, hiess es weiter. Vor allem dürfte Hochtief wie bereits auch der Baustoffkonzern HeidelbergCement von den milliardenschweren US-Förderausgaben bei Infrastrukturprojekten profitiert haben. Auf dem US-Baumarkt besetzen die Essener mit den Töchtern Turner und Flatiron wichtige Marktpositionen.
Während Hochtief die Prognose für das Jahr 2010 erhöhte, machten der australischen Tochter Leighton unter anderem Überschwemmungen im Heimatland stark zu schaffen. Der Gewinn brach in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2010/11 (30. Juni) um 25 Prozent auf 216,7 Millionen australische Dollar (160 Mio Euro) ein. Für das Gesamtjahr senkte Australiens grösster Baukonzern sein Gewinnziel. Nun stellt die Hochtief-Tochter einen Gewinn von rund 480 Millionen statt der bisher 510 Millionen Dollar in Aussicht. Ein Jahr zuvor hatte Leighton unter dem Strich noch 612 Millionen Dollar erwirtschaftet.
Hochtief wehrt sich seit Monaten gegen eine Übernahme durch den spanischen Konkurrenten ACS . Die Spanier halten knapp 34 Prozent und können nach einem Etappensieg ihren Anteil wie geplant auf mehr als 50 Prozent ausbauen./mne/stb/tw

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