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DÜSSELDORF (awp international) - Rekordergebnis bei dem von einer Übernahme bedrohten Essener Baukonzern Hochtief : Im vergangenen Jahr lag der Gewinn unter dem Strich bei 288 Millionen Euro, nach 191,7 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz kletterte um elf Prozent auf 20,16 Milliarden Euro. Der Auftragseingang lag mit 29,63 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 22,47 Milliarden Euro.
Von dem Rekordgewinn sollen auch die Aktionäre profitieren: Das Management will die Dividende deutlich um 0,50 Euro auf 2 Euro je Aktie aufstocken. Das Ergebnis vor Steuern stieg um 26,8 Prozent auf 756,6 Millionen Euro. Im laufenden Jahr soll das Vorsteuerergebnis auf etwa eine Milliarde Euro und der Konzerngewinn auf 600 Millionen Euro steigen. Die Aktie reagierte positiv und stieg am Nachmittag im leicht schwächeren Mdax um 0,77 Prozent auf 72,84 Euro.
KATAR STOCKTE WEITER AUF
Für eine Überraschung sorgte der zweitgrösste Hochtief-Aktionär, die Katar-Holding. Nach dem Einstieg mit zunächst 9,1 Prozent im Dezember stockte Katar seinen Anteil auf über zehn Prozent auf. Das bestätigte Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf.
Genaue Zahlen nannte der Hochtief-Chef nicht. Beobachter gehen nun davon aus, dass Katar einen Sitz in dem bei der Hauptversammlung am 12. Mai neu zu besetzenden Hochtief-Aufsichtsrat beansprucht. Die Tagesordnung für das Aktionärstreffen soll in der kommenden Woche verschickt werden.
KATAR DÜRFTE AR-VERTRETER ENTSENDEN
"Es gibt keinen Rechtsanspruch, aber es ist wahrscheinlich, dass Katar wenigstens einen Anteilseigner-Vertreter in den Aufsichtsrat bringen will", sagte Rechtsanwalt Alexander Thomas von der Münchner Kanzlei Mayrhofer und Partner. Ungewöhnlich wäre es, wenn ACS alle Sitze der Anteilseigner-Seite besetzen würde. Alle acht Posten auf der Kapitalseite des Hochtief-Aufsichtsrats werden bei der bevorstehenden Hauptversammlung neu besetzt. Wie viele Posten ACS davon beansprucht, ist noch unklar.
ACS STOCKTE EBENFALLS WEITER AUF
Auch der spanische Angreifer ACS hat sein Aktienpaket nach dem Überschreiten der wichtigen 30-Prozent-Hürde in den vergangenen Wochen weiter aufgestockt. Nach Informationen des Hochtief-Chefs soll das Aktienpaket der Spanier bei mittlerweile über 39 Prozent liegen. Lütkestratkötter berief sich dabei auf einen Bericht nach einem Analystengespräch. Eine ACS-Sprecherin wollte diese Angabe am Mittwoch auf Anfrage nicht bestätigen. ACS hatte seinen Anteil zuletzt auf über 36 Prozent beziffert. Die Spanier hatten angekündigt, bis zum Sommer die Mehrheit an dem Essener Konzern übernehmen zu wollen.
Seine eigene Zukunft in dem Unternehmen machte Lütkestratkötter davon abhängig, dass er weiterhin zusammen mit seinem Team in der Lage sei, die Strategie des Essener Unternehmen zu entwickeln und umzusetzen. Der Vertrag des Hochtief-Vorstandschef endet am 31. März kommenden Jahres. Bis zum 10. November hat er jedoch die Möglichkeit, von einem Sonderkündigungsrecht nach dem Kontrollwechsel durch ACS Gebrauch zu machen. Dann stünde ihm eine Abfindung von knapp fünf Millionen Euro zu. Hochtief-Vorstandsmitglied Peter Noé hatte zuvor bereits von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht.
'AKTIONÄRE SOLLEN AKTIV IHRE MEINUNG VERTRETEN'
In einem Brief an die Aktionäre forderte der Hochtief-Chef die Anteilseigner auf, möglichst zahlreich zur Hauptversammlung am 12. Mai zu erscheinen. "Unsere Aktionäre sollen dort aktiv ihre Meinung vertreten und ihren berechtigten Interessen Nachdruck verleihen", sagte er. Solange ACS nicht die 50-Prozent-Hürde bei Hochtief übersprungen hat, entscheidet die Zahl der anwesenden Aktionäre über die Mehrheitsverhältnisse und damit über die Zusammensetzung des Aufsichtsrats.
Zuvor hatte Hochtief seinen Aktionären von einer Annahme des von ACS vorgelegte Übernahmeangebots abgeraten. "Es ist jedoch nicht gelungen, alle Aktionäre zu überzeugen, das aus unserer begründeten Sicht nicht angemessene Angebot abzulehnen", so Lütkestratkötter.
Mit dem neuen Grossaktionär ACS befindet sich Hochtief derzeit nach Angaben von Lütkestratkötter in Gesprächen mit dem Ziel, Spielregeln für das veränderte Miteinander festzulegen. So gebe es unter anderem bei Ausschreibungen von Projekten bei einer Mehrheitsübernahme durch ACS Abstimmungsbedarf. "Über konkrete Ergebnisse kann ich Ihnen derzeit noch keine weitere Auskunft geben", sagte er./uta/mne/ck

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