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Hoher Erdölpreis beeinflusst Teuerung und Konjunktur in der Schweiz

Um ihre Erdöllager zu füllen, muss die Schweiz künftig tiefer in die Tasche greifen. Keystone / Caro-Fotoagentur / Andreas Bastian

Der hohe Erdölpreis dürfte in der Schweiz eine höhere Teuerung auslösen und die Konjunktur etwas dämpfen. Langristig sollen sich die Schwankungen aber wieder ausgleichen. Eine Trendwende bei den Erdölpreisen ist allerdings nicht absehbar.

Dieser Inhalt wurde am 05. September 2000 - 20:26 publiziert

Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP am Dienstag (05.09.) bei Experten ergab, werde der höchste Erdölpreis seit zehn Jahren einen spürbaren Einfluss auf die Jahresteuerungsrate im September haben. Die war noch im August rückläufig.

Der Faktor Erdölpreis mache rund die Hälfte der Teuerung aus, sagt Stephan Betschart von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Man habe die Teuerungsprognosen vom Frühling schon nach oben korrigiert, obwohl die Entwicklung noch nicht beziffert werden könne.

Eine höhere Jahresteuerung prognostizierte auch Max Zumstein vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Ein langfristiger Trend sei aber nicht zu befürchten. "Es droht keine Inflation im Sinne eines trendmässigen Anstiegs der Teuerung über längere Zeit hinweg", sagte Zumstein.

Erdölpreis nicht wichtigster Faktor

Erdölpreise wie auch der Dollarkurs sind in der Regel starken Schwankungen unterworfen. Das Teuerungsniveau könne genau so schnell wieder sinken wie es gestiegen sei.

Die Inflationsprognose wurde wegen der Erdölpreise auch von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) etwas nach oben korrigiert. Die Inflationsrate werde aber in diesem und auch im nächsten Jahr die Zwei-Prozent-Grenze nicht überschreiten, schrieb die ZKB in ihrem jüngsten "Konjunktur-Barometer".

Eine Trendwende ist bei den Erdölpreisen in nächster Zeit allerdings nicht in Sicht, wie ein Sprecher der Erdöl-Vereinigung sagte. Auch nach dem OPEC-Gipfel am kommenden Sonntag in Wien, wo über die zukünftigen Fördermengen entschieden wird, blieben die Produktepreise hoch.

Das Schweizer Konjunkurwachstum werde dadurch einen leichten Dämpfer erfahren, sagte Zumstein vom Seco. Das sei die gewöhnliche Folge hoher Erdölpreise bei Ländern, die selber kein Erdöl förderten. Allerdings übten andere Faktoren wie die OECD-Konjunktur einen viel grösseren Einfluss auf die Schweiz aus.

swissinfo und Agenturen

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