Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Jona (awp) - Der Zementhersteller Holcim hat im Geschäftsjahr 2010 die Nachwehen der Konjunkturkrise noch nicht verschmerzt. Hohe Energiekosten, der schwache Euro, ein harter Winter und Unwetter belasteten das Ergebnis. Die Verkaufszahlen wurden jedoch von einer robusten Nachfrage in den Schwellenländern und des Zukaufs in Australien gestützt.
Der Konzernumsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 3% auf 21,7 Mrd CHF. Ohne die Akquisition in Australien und unter Ausklammerung der Währungseinflüsse ging der Nettoverkaufsertrag jedoch um 2% zurück. Als Ursache führt Finanzchef Theophil Schlatter bei der Präsentation der Konzernbilanz am Mittwoch tiefere Preise in Indien, Nordamerika und Südeuropa sowie gesunkene Verkaufszahlen in Osteuropa an.
STABILE DIVIDENDE
Der betriebliche EBITDA sank um 2,5% auf 4,5 Mrd CHF. Gesenkte Fixkosten stützten dabei allerdings die Kennziffer und führten zu einer Marge von 20,8%. In Nordamerika und Europa sparte das Unternehmen insgesamt 312 Mio CHF ein. Damit reduzierten sich in den beiden vergangenen Jahren die Fixkosten um 1,2 Mrd CHF. Unter dem Strich ging der Konzerngewinn nach Minderheitsanteilen um nahezu 20% auf 1,18 Mrd CHF zurück. Die Aktionäre sollen dennoch wie im Vorjahr eine Dividende von 1,50 CHF erhalten. Sie wird steuerfrei aus der Kapitalausschüttungsreserve bestritten.
Die einzelnen Konzernregionen entwickelten sich unterschiedlich. In Europa und Nordamerika zeigte die anziehende Konjunktur in der Bauwirtschaft noch wenig Wirkung. Nach einem harten Winter verbesserte sich die Konjunktur in einigen westeuropäischen Staaten deutlicher als erwartet, insbesondere in Deutschland und Grossbritannien. Hingegen blieben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Süd- und Osteuropa wegen der hohen Verschuldung schwierig.
Der strenge Winter in weiten Teilen der USA schmälerte die Verkäufe in der Konzernregion zum Jahresstart. Im Jahresverlauf stiegen die Liefermengen aber an. Neben der Witterung drückte auch die mangelnde Nachfrage nach Wohn- und Geschäftsimmobilien die Volumen.
BOOMMARKT BRASILIEN
In Lateinamerika wurde hingegen mehr gebaut. Insbesondere Brasilien sticht hervor. Holcim nahm denn auch in diesem boomenden Markt zuletzt verschiedene Akquisitionsmöglichkeiten unter die Lupe. Die Preisvorstellungen der potenziellen Verkäufer habe jedoch in der Boomphase nicht denen von Holcim entsprochen, so Konzernchef Markus Akermann. "Das würde unseren Kriterien der Wertgenerierung nicht gerecht." Holcim will daher in Brasilien selbst neue Werke bauen oder alte ausbauen.
In Asien und Ozeanien profitierte Holcim von Infrastrukturausgaben. In Indien stieg der Zementversand nach dem Kapazitätsausbau bei Ambuja Cements überdurchschnittlich an und bei ACC ging eine der grössten Ofenanlagen weltweit in Betrieb. Trotz des Preisdrucks während des Monsuns in Indien - teilweise musste der Zement kostenintensiv per Lastwagen statt mit der Bahn transportiert werden - habe der Betriebsgewinn in Asien gesteigert werden können.
Von steigenden Distributionskosten geht Finanzchef Schlatter jedoch auch im laufenden Jahr aus. "Wir rechnen 2011 mit einem Anstieg der Kosten." Mit Preiserhöhungen sollen nun die steigenden Kosten kompensiert werden, ergänzte Konzernchef Akermann.
Der Zementkonzern erwartet 2011 Absatzsteigerungen in allen Segmenten. In Asien sei mit einem fortgesetzten Wachstum zu rechnen. Leicht steigende Volumen werden für Europa und Nordamerika erwartet, und auch in Lateinamerika wird mit einer wachsenden Baustoffnachfrage gerechnet. Verhaltener dürfte die Entwicklung allerdings in der Konzernregion Afrika, Naher Osten sein.
Die Börse quittiert die Jahreszahlen mit Verkäufen. Die Titel sinken gegen Mittag im selben Umfang wie der Gesamtmarkt um 0,6%. Die Abgaben werden in erster Linie mit dem am Berichtstag vorherrschenden Verkaufsdruck auf zyklische Valoren begründet.
ps/dm

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???